Die ÖDP Bernkastel-Wittlich hat ihre Kandidaten für die Kreistagswahl aufgestellt

Kommunalwahl : Für eine starke ländliche Region

Die ÖDP hat ihre Kandidaten für die Kreistagswahl aufgestellt. Das Gros der Bewerber kommt von der Mosel.

Heide Weidemann aus Erden wird bei der anstehenden Wahl zum Kreistag am 26. Mai 2019 die Bewerberliste der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) anführen. Das hat die Parteiversammlung im Weingut Markus Fries in Maring-Noviand entschieden. Auf Platz zwei kandidiert Erik Hofmann aus Traben-Trarbach, auf Listenplatz 3 Martina Ehses aus Zeltingen-Rachtig. Weidemann ist in der zu Ende gehenden Wahlperiode einzige Vertreterin der ÖDP im Kreistag und bildet zusammen mit Rainer Stablo von den Linken eine Fraktionsgemeinschaft.

„Der Umweltschutz ist uns wichtig“, nennt Schneider einen der Themenschwerpunkte der ÖDP. Zudem trete seine Partei, die bundesweit 6500 Mitglieder zählt, für eine starke Demokratie mit Volksabstimmungen und Volksbegehren ein. Wichtig seien der ÖDP auch soziale Aspekte. „Wir fordern Erziehungsgehalt und Pflegegehalt“, sagt Schneider. Erziehung von Kindern und die Pflege von Angehörigen solle bezahlt werden wie echte Arbeit und sozialversichert sein.

Doch was kann eine Partei auf regionaler Ebene bewegen, die lediglich mit einer Person im Kreistag vertreten ist? „Opposition gilt als zweitklassig, ist aber zweites Standbein der Demokratie“, sagt Schneider. Mit einem Mandat erhalte die Partei Informationen über das Geschehen im Kreis. Dazu seien Vertreter der Partei auch in Kreisausschüssen vertreten. So ist Schneider selbst Mitglied im Sozialausschuss. „Unsere Meinung wird gehört“, sagt der Kreis- und Landesvorsitzende der ÖDP, der zudem auf Platz acht der ÖDP-Liste fürs Europaparlament kandidiert.

„Das bringt die Projekte auch inhaltlich weiter“, ergänzt Weidemann. Zudem befasse sich die ÖDP mit der Müllverwertung. „Diese ist gut im Vergleich zu anderen Landkreisen, könnte aber noch besser sein“, sagt Schneider. Ein zweites Thema ist die bessere Selbstvermarktung der Landwirtschaft. Schlachtungen seien teuer bei sogenannten Kleinschlachtungen, also für Betriebe, die nur wenige Tiere verwerten. Dabei trete die ÖDP für kürzere Wege vom Landwirt zum Metzger oder zum Verbraucher ein, auch um eine dezentrale Versorgung zu gewährleisten. Schneider spricht sich zudem gegen das beabsichtigte Gewerbegebiet bei Maring-Noviand aus. „Es liegt in einem Landschaftsschutzgebiet, das nur bei überregionalem öffentlichem Interesse aufgegeben werden kann. Das ist hier nicht gegeben“, sagt er.

Erik Hofmann, zweiter der Kandidatenliste für den Kreistag, spricht sich zudem für eine Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) aus. „Es gibt viele Möglichkeiten“, sagt er. Weidemann führt als Beispiel eine bessere Abstimmung der Verbindungen an. Hofmann spricht auch das Bildungsangebot auf dem Land als Thema an. „Bessere Bildungsangebote ziehen junge Leute“, sagt er. „Grundschule bis Berufsschule wollen wir auf dem Land erhalten.“ Schneider: „Wir sind als Oppositionspartei nicht gegen alles. Sondern wir überlegen genauer, was dauerhaft nützlich ist und was schaden könnte.“

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