Die Orgel in St. Markus in Wittlich wird 250 Jahre alt

Jubiläum : Drei Konzerte zum Geburtstag

Die Orgel in St. Markus wird 250 Jahre alt. Internationale Orgelstars und viele Schüler haben schon auf dem Instrument gespielt.

Was wäre St. Markus ohne Orgel? Wenn zum Einzug, an hohen Feiertagen oder bei Andachten keine Orgelmusik wäre, würde etwas fehlen. Im Jahr 1769 hatten die Orgelbauer Peter und Nikel Schreiber aus Dusemond/Brauneberg die Orgel für St. Markus fertiggestellt, die die Hofrätin Maria Theresia Fier mit 1000 Thalern gestiftet hat.

Heute steht die Orgel, trotz ihres stolzen Alters, sehr gut da. Von der ursprünglichen Orgel ist das barocke Gehäuse, das sogenannte „Hamburger Prospekt“ bis heute erhalten, im Verlauf der Jahre kam es beim Instrument selbst zu einigen Veränderungen, Umbauten und Erweiterungen. Eine neue Setzanlage wurde im vergangenen Jahr während der Innenrenovierung des Gotteshauses eingebaut. Organist Reinhold Schneck erklärt: „So ist es möglich, verschiedene Klangfarben miteinander zu kombinieren. Man kann sie damit auch vorprogrammieren.“ Die Orgel hat drei Manuale, 38 Register und ist vom Klang her sehr vielseitig. „Man kann fast alles auf ihr spielen, alle Stilepochen sind möglich,“ sagt der Organist, der selbst einen intensiven Bezug zur Orgel in St. Markus hat, weil er an ihr groß geworden ist. Er berichtet: „Ich hatte schon meinen ersten Unterricht an dieser Orgel und habe bis jetzt, kurz vor der Rente, auf ihr gespielt.“ Neben Reinhold Schneck, der der zehnte festangestellte Organist ist, der an diesem Instrument spielt, haben auch Karl Richter, ein international gefragter Bachinterpret, der bereits verstorben ist, Professoren aus Leipzig und Organistenkollegen aus der Region auf der Orgel gespielt. „Als Karl Richter da war, das war schon ein sehr besonderes Konzert. Zudem gab es vom Kultursommer Konzerte und das Moselmusikfestival war ebenfalls schon zu Gast“, so Schneck stolz. Es haben aber nicht nur Experten die Orgel gespielt, sondern es wurde an der Orgel auch immer Unterricht gegeben. „Es waren durchgehend Schüler da, die gerne Orgel spielen wollten, das hat sich in all den Jahren nicht geändert. Es hatten auch immer viele Menschen Interesse an der Orgel, so dass es auch immer wieder Orgelführungen gab, auch für Kinder.“ Selbst Physikkurse, die sich mit Akustik, Frequenzen und Obertönen beschäftigt haben, kamen zu Reinhold Schneck und der Orgel, um sich das in der Praxis anzusehen und zu -hören.

Seit den 1990er Jahren gibt es den Orgelherbst, bei dem drei Konzerte gespielt werden. Zum diesjährigen Jubiläum kommt ein Organist aus Mayen, ein Kollege aus Magdeburg und Reinhold Schneck selbst wird spielen.

Reinhold Schneck wünscht seiner Orgel zum Geburtstag, dass es weiterhin Organisten gibt, die auf ihr spielen möchten, die ein Herz für die Musik haben und das an die Gottesdienstbesucher weitergeben.

 Das erste Orgelherbstkonzert findet am Sonntag, 13. Oktober um 18 Uhr in der St. Markuskirche statt. Thomas Schnorr aus Mayen spielt Werke von Buxtehude, Schmidt, Jongen und Francaix. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

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