Die Parkplatzfrage in Bernkastel-Kues geht in die nächste Runde

Archiv März 2019 : Die Parkplatzfrage in Bernkastel-Kues geht in die nächste Runde

Die Entscheidung über die Umgestaltung des großen Geländes am Bernkasteler Moselufer steht bevor. Ein neuer Antrag der Unabhängigen Bürgerunion wird von den anderen Fraktionen im Stadtrat abgelehnt.

Preisfrage: Welches Thema beschäftigt Bernkastel-Kues am meisten? Wer jetzt die Parksituation ins Feld führt, dürfte nicht so ganz falsch liegen. Stellplätze für Anwohner, Stellplätze für Kunden, Stellplätze für die Urlauber und Tagesgäste. Parken – die unendliche Geschichte. Ob sie am 16. April ein Ende findet? Zumindest wird man dann etwas klarer sehen können, was auf dem großen Parkplatz am Bernkasteler Moselufer möglich ist, um aus dem Chaos, das sich vor allem in der Saison dort oft einstellt, ein halbwegs geordnetes Treiben zu machen. Dann werden Ergebnisse eines Ideen-Wettbewerbs vorgestellt. Eine Jury wird aus den vermeintlich besten Vorschlägen der teilnehmenden Architekten ihren Favoriten aussuchen. Tut sie das nicht, können die Pläne, die auch eine Reduzierung der Parkplätze beinhalten, auch einmal in die Tonne gestampft werden. Denn dann, das hat die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) bereits mitgeteilt, wird es auch keine Förderung des millionenschweren Projekts geben. Und ohne Fördergeld kann die Stadt nicht tätig werden. Sie will den möglichen Verlust von Parkplätzen an der Thanisch Spitz im Stadtteil Kues kompensieren. Hier läuft aber noch die Planungsphase.

Zurück ans andere Moselufer: Wie mehrfach berichtet ist der große Parkplatz, der sich an der gesamten Peripherie von Bernkastel entlang zieht, vor allem zwischen Ostern und dem Spätherbst ein Verkehrsmoloch. Autos, Busse, Motorräder, Radfahrer und Fußgänger sind dort unterwegs. Es werden nicht nur Parkplätze gesucht, ein Teil des Geländes dient auch noch als Durchgangsstraße in Richtung Graach/Zeltingen-Rachtig. Die Diskussionen über eine Umgestaltung füllen schon ganze Bände. Natürlich könnte alles auch so bleiben, wie es ist. Das will aber auch niemand so richtig. Die Hoffnung geht dahin, dass das Gelände auch eine gewisse Aufenthaltsqualität bekommt, zum Beispiel durch mehr Grün und/oder eine kleine Flaniermeile am Wasser. Doch genau da beginnt das Dilemma. Solche Platzänderungen, wie sie die ADD fordert, würden den Wegfall von etwa 100 der 540 Parkplätze bedeuten.

Alle Fraktionen im Stadtrat haben vergangenes Jahr für den Ideenwettbewerb gestimmt. Die Unabhängige Bürgerunion (UBU) wollte nun noch einen Schritt weiter gehen. Axel Weber beantragte, dass eine Studie für ein Parkkonzept für die ganze Stadt in Auftrag gegeben wird. Eine Ist-Analyse und ein Ausblick auf die kommenden 30 Jahre, inklusive einer Kostenermittlung für dieses Konzept.

Die übrigen vier Fraktionen lehnen dieses Ansinnen ab. Solche Studien liefen schon, sagt Marc Spaniol (CDU) mit Blick auf den laufenden Wettbewerb und Pläne für das Anwohnerparken. „So lange wir nicht wissen, wie das Ergebnis des Wettbewerbs aussieht und wie viele Parkplätze letztendlich unter Einbeziehung des neuen großen Parkplatzes in Kues zur Verfügung stehen, ist alles andere Kaffeesatzleserei”, weist Robert Wies (FDP) das Ansinnen zurück. Auch Grüne und SPD sprechen dem UBU-Antrag derzeit den Sinn ab. Die UBU hat ihn auch zurückgezogen.

„Es gibt einen einstimmigen Beschluss. Danach fallen Parkplätze weg”, sagt Stadtbürgermeister Wolfgang Port (CDU). Bedenken seien verständlich, aber man müsse Kompromisse eingehen. „Und wir suchen nach ortsnahem Ersatz”, fügt er an. Die Stadt habe auch selbst die Logistik dafür in der Hand. Es sei möglich, die Urlauber und Tagesgäste auf den geplanten Parkplatz in Kues zu leiten. Diese Klientel habe Zeit für einen Spaziergang der Mosel entlang in die Altstadt oder zu anderen Zielen. Schmackhaft gemacht werden könne ihnen dies mit einer verminderten Parkgebühr. Wer weit außerhalb der Stadt an der Straße in Richtung Graach parke, nehme, so Port, auch einen weiteren Weg in Kauf. Der große Moselparkplatz könne dann mehr von Bürgern, Angestellten und Kunden genutzt werden. „Denn die haben Not”, sagt das Stadtoberhaupt.