Die Passion Christi wird in Zell zur emotionalen Reise

Die Passion Christi wird in Zell zur emotionalen Reise

Die Geschichte von der Kreuzigung und Wiederauferstehung Christi an Ostern sollte jedem bekannt sein. In der St.-Jakobus-Gemeinde in Zell-Kaimt können sich Gäste noch bis Freitag, 29. März, durch den Ostergarten im Gemeindehaus führen lassen und dabei die Geschichte scheinbar hautnah miterleben.

Zell-Kaimt. Die Führung durch den Ostergarten beginnt mit dem Einzug nach Jerusalem. Es scheint einem Triumphzug gleich, den Jesus da antritt. Die Besucher in Zell erleben einen gedämpft beleuchteten kleinen Raum. Auf dem Boden liegen verschiedene Kleidungsstücke. In der Ecke steht ein Esel aus Pappmaché, die Wände sind mit Malereien verhüllt, die den Einzug Jesu in die Stadt zeigen. Die Stimme aus dem Lautsprecher verrät, dass auch Palmzweige ausgebreitet werden für den wahren König. Im Ostergarten geht es weiter. Ein Mann mit Königsmantel und Krone lädt die Gäste zum Passahfest. An einem langen Tisch nehmen alle Besucher Platz. Auch dort ist das Licht gedämpft. Jesus spricht über das Brot, das gebrochen wird wie sein Leib, und den Wein, der vergossen wird wie sein Blut. Es gibt Oblaten und Traubensaft aus Tongefäßen für alle. Jeder kann die Geschichte riechen, sehen, hören und schmecken.
Wer die Szenen bisher noch weitgehend emotionslos erlebt hat, wird bei der nächsten Station neu gefordert. Der Garten Gethsemane empfängt die Besucher. Dort, wo Jesus seinen Vater anruft und verzweifelt ist. Die Stimme aus dem Lautsprecher gibt die Emotionen wieder. "Vater, lieber Vater, lass mich nicht allein", fleht die Stimme. Im Verlauf des Gesprächs ändert sich der Tonfall. Was zunächst verzagt und ängstlich klingt, wird zunehmend fester und mutiger. Jesus ist bereit, sich seiner Aufgabe zu stellen.
Weiter geht es durch den Garten: Jesus wird verhaftet, Pontius Pilatus wäscht seine Hände in Unschuld. Jesus wird gekreuzigt.
Hinweise auf moderne Zeit


Gemeindereferent Ivo Ivanovic, der durch den Ostergarten führt, begleitet die Reise durch den Garten mit Hinweisen auf die moderne Zeit und macht deutlich, dass die Geschichte nach wie vor sehr aktuell ist. Das zeigt auch das kreativ gestaltete Kreuz. Verschiedene Zeitungsartikel und Schlagzeilen über Ausbeutung, Tod, Misshandlung und vieles mehr deuten auf die Sünden der Menschen hin. Jetzt legen alle Teilnehmer den Stein vor dem Kreuz ab, den sie beim Eintritt in den Ostergarten in die Hand genommen haben. Er steht symbolisch für Schuld und Belastungen, die den Menschen das Leben erschweren. Am Kreuz Jesu können sie diese Schuld ablegen. Eine Stimme aus dem Lautsprecher lässt die Besucher an den Gedanken eines römischen Hauptmannes teilhaben, der Jesus zunächst quält und verlacht, später aber mit Entsetzen feststellt, dass er tatsächlich Gottes Sohn ans Kreuz genagelt hat.
Doch diesen trüben Gedanken hängen die Ostergartenbesucher nun nicht länger nach. Sie gehen durch einen dunklen Tunnel, der das Grab Christi darstellt, ins Licht und ins Leben. In diesem Raum zeigt sich das Leben in ganzer Vielfalt. Es gibt Kräuter zum Riechen, Gegenstände wie Fell, Muscheln und anderes zum Fühlen. Bunte Blumen zeigen das Leben, Musik regt zu einem Freudentanz an. Das gemeinsame Vaterunser beendet den Rundgang. Hinter den Besuchern liegt ein intensives emotionales Erlebnis. Ostern kann kommen. nojExtra

Wegen des begrenzten Platzes ist vor dem Besuch des Ostergartens eine Anmeldung bei Gemeindereferent Ivo Ivanovic erforderlich: Telefon 06542/961175, E-Mail: ivo. ivanovic@gmx.de Statt eines Eintrittsgeldes wird eine Spende erbeten. Der Ostergarten wird alle zwei Jahre geöffnet und ist ein beliebtes Ziel auch für Kindergruppen aus der Umgebung. noj