Die „Pfarrei der Zukunft Wittlich“ nimmt Gestalt an

Kirche : Die „Pfarrei der Zukunft Wittlich“ nimmt Gestalt an

Der Volksfreund hat mit Mitgliedern des Leitungsteams gesprochen.

Mit dem Start der  „Pfarrei der Zukunft Wittlich“ zum Jahreswechsel wird die Kreisstadt künftig wohl einen bedeutenderen Ort auf der spirituellen Landkarte der katholischen Kirche darstellen als bislang: Durch die Zusammenlegung der sechs Pfarreiengemeinschaften mit 40 Pfarreien wird aus dem Dekanat Wittlich eine Großpfarrei mit rund 42 000 Katholiken. „Wittlich mit seiner zentralen Lage wird womöglich auch der Dienstsitz des gerade vom Bistum bekanntgegebenen Leitungsteams“, wie Kaplan Carsten Scher von der Pfarreiengemeinschaft Wittlich erklärt.

Welche Änderungen die „Pfarrei der Zukunft Wittlich“, wie sie das Bistum nennt, für die Gläubigen haben wird, dazu sind derzeit noch keine Details in Erfahrung zu bringen. In das hauptamtliche Leitungsteam berief der Trierer Bischof Stephan Ackermann den 57-jährigen Pfarrer Matthias Veit, der derzeit noch Dechant im Dekanat Mayen-Mendig ist. Ihm zur Seite stehen die 35-jährige Journalistin Sarah Engels aus Piesport und der 48-jährige Bankbetriebswirt Marco Brixius aus Maring-Noviand. Die Namen der beiden Ehrenamtlichen stehen noch nicht fest. Die sogenannten Pfarreien der Zukunft werden somit nicht mehr nur von einem Pfarrer allein geführt, sondern von einem Team, bestehend aus drei Hauptamtlichen und zwei Ehrenamtlichen. „Obwohl ich anfangs Bedenken hatte, macht sich mittlerweile vorsichtige Zuversicht breit“, kommentiert Kaplan Scher von der Pfarreiengemeinschaft Wittlich die künftige „Pfarrei der Zukunft“. „Natürlich stehen viele Ängste im Raum“, sagt auch Engels als hauptamtliches Mitglied der Leitung, „und diese Ängste werden auch wahrgenommen. Liebgewordenes wird zu betrauern sein. Diese Trauerphase muss sein. Aber Gottesdiensträume, die immer leerer werden, sind ja auch nicht schön. Man muss auch die Chance auf etwas neues sehen. Wir werden auf jeden Fall viel Pionierarbeit zu leisten haben. Das wird spannend.“ Zuversichtlich zeigt sich auch Marco Brixius aus Maring-Noviand. Der gelernte Bankbetriebswirt  ist bereits seit Jahren als Verwaltungsrat in der Pfarreiengemeinschaft rechts und links der Mosel tätig. „Ich bin zuversichtlich, dass wir mit der Pfarrei der Zukunft Erfolg haben werden, sonst würde ich mich der Aufgabe nicht stellen“, sagt Brixius.Die drei hauptamtlichen Leiter haben nun drei Monate Zeit, als Team zusammenzufinden und sich auf ihre neue Aufgabe vorzubereiten. Pfarrer Matthias Veit, der sich derzeit in Israel befindet und für Presseanfragen nicht zur Verfügung steht, und seine beiden Kollegen hatten bereits die Gelegenheit, sich in einem Teamfindungs-Workshop kennenzulernen. „Ich habe beide als kommunikativ und für die Sache sehr engagiert wahrgenommen“, sagt Engels. Die 35-Jährige war bislang als freie Journalistin und PR-Beraterin tätig. Als gebürtige Saarländerin lebt sie mittlerweile in Piesport an der Mosel.

„Meine Stärke ist die Kommunikation. Herr Brixius als gelernter Bänker hat eher eine kaufmännischen Hintergrund und wird die Finanzen im Blick haben. Es ist ein toller Mix. Wir alle sind für die Sache sehr engagiert.“ Dabei schaue jeder aus seinem Fachbereich auf die Aufgabe, „wobei es um Management geht. Es ist gut, ein multiprofessionelles Team zu haben.“

An die Stelle der Pfarrgemeinderäte werde ein neues Gremium treten, erklärt Engels. „Die bereit sind mitzuwirken und sich als Ort von Kirche definieren, kommen in der Synodalversammlung zusammen, um sich zu engagieren.“ Die Synodalversammlung werde eine Art Aufsichtsratsgremium der Pfarrei.

Sie rechne zunächst mal schon mit einer gewissen Skepsis der Gläubigen gegenüber der „Pfarrei der Zukunft“, sagt Engels.

„Ich weiß aber nicht, ob sich mit der Pfarrei der Zukunft das Gemeindeleben für die Gläubigen um 180 Grad drehen wird. Ob diese strukturellen Veränderungen jetzt Auswirkungen für die Gläubigen haben werden.“ Im Pfarrbüro der Pfarreiengemeinschaft Wittlich klingele jedenfalls seit Bekanntwerdung des Leitungsteams ununterbrochen das Telefon, sagt Kaplan Scher. „Dabei sind die Pläne ja eigentlich schon seit Jahren bekannt und auch, dass sie umgesetzt werden.“

Grafik: Bistum Trier. Foto: Bistum Trier
Foto: Bistum Trier. Foto: Bistum Trier
Foto: Bistum Trier. Foto: Bistum Trier

Gut drei Monate vor dem Start der ersten 15 neuen Großpfarreien hat das Bistum Trier nun die personelle Besetzung der Leitungsteams bekanntgegeben, die nun drei Monate Zeit haben sich aufzustellen. und vorzubereiten. Wirklich los geht es erst zum 1. Januar 2020. Dann gehen die 40 Pfarreien und das Dekanat Wittlich in der „Pfarrei der Zukunft Wittlich“ auf.

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