Natur : Pilzfans warten auf den großen Regen

Wenn das Wetter mitspielt, kann bald die Pilzsaison beginnen. Die Suche nach essbaren Exemplaren ist dabei nicht immer einfach und nicht immer ungefährlich. Der TV hat mit einem Experten gesprochen, um Tipps für eine erfolgreiche Suche zu bekommen.

Wenn der Herbst beginnt freuen sich Pilzfreunde eigentlich darauf, dass der Waldboden bald wieder voll mit Speisepilzen steht. Das Wetter verhindert bisher aber, dass die Pilzsaison so richtig starten kann. Klaus Rödder, Leiter der Arbeitsgemeinschaft für Pilzkunde Vulkaneifel, gibt im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund Tipps für Hobby-Pilzsucher und verrät, wo man vielleicht auch jetzt schon den einen oder anderen Steinpilz finden kann.

An kaum einer Stelle im Kreis Bernkastel-Wittlich gab es dieses Jahr schon über 600 Millimeter Niederschlag. Zum Vergleich: Zur gleichen Zeit vor zehn Jahren bewegte sich der Niederschlag in der Region größtenteils bei 700 bis 800. Das schadet nicht nur den großen Waldbewohnern, sondern auch den kleinen Pilzen, die den Waldboden eigentlich bevölkern sollten. Wer aktuell selbst Pilze sammeln will, muss Glück haben, oder sich sehr gut auskennen.

Wer jetzt schon Pilze finden will, muss sich dahin orientieren, wo es geregnet hat, so Klaus Rödder. „Da, wo Feuchtigkeit im Boden ist, stehen die Chancen gut.“ Der pensionierte Berufssoldat leitet die Arbeitsgemeinschaft für Pilzkunde Vulkaneifel (APV) und ist bereits seit seiner Jugend Pilzsammler. Er bietet außerdem auch Seminare und Pilzwanderungen für alle an, die sich für Mykologie interessieren. Und jedem, der plant, auf Pilzsuche zu gehen, legt er zur eigenen Sicherheit eine solche Veranstaltung ans Herz: „Es gibt keine eindeutige Regel, einen Speisepilz von einem Giftpilz zu unterscheiden. Man muss sich streng an die Beschreibungen im Buch halten“, warnt Rödder, der oft bei der nachträglichen Bestimmung verzehrter Giftpilze aushelfen muss. Wann die Saison jetzt wirklich beginnen wird, lässt sich allerdings schwer voraussagen. „Wenn es kräftig regnet, dauert es noch eineinhalb bis zwei Wochen“, schätzt Rödder. Blickt man auf den Wetterbericht, weckt das zumindest aktuell eher wenig Hoffnung.  Rödder erinnert sich an einfachere Jahre: Früher seien die Jahreszeiten zuverlässiger gewesen, da habe man die Saison besser abschätzen können. Der Wandel führt aber auch zu ungewöhnlichen Sammelerfolgen: Letztes Jahr habe man aufgrund des milden Winters sogar im Dezember noch Champignons finden können, berichtet Rödder. Wenn die Saison dann endlich richtig losgeht, hat Rödder noch einige wertvolle Tipps für Pilzsammler und die, die es noch werden wollen: Am wichtigsten natürlich: Nur das Sammeln, was man sicher als Speisepilz erkennt. Außerdem eignen sich zum Sammeln am besten offene Behältnisse wie ein geflochtener Korb.

Plastiktüten hingegen seien schlecht, dort könnten die Pilze anfangen zu schimmeln. Außerdem solle man sich nicht in Dickungen bewegen, wo das Wild seine Ruhe sucht, und vor allem nicht mehr als für den Eigenbedarf sammeln, das ist nämlich verboten.

Eine genaue Menge, die erlaubt ist, sei nicht definiert, sagt der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Pilzkunde, allgemein gelte aber maximal ein bis zwei Kilo pro Person und Tag.