Die Rosenbergschule in Bernkastel-Kues feiert mit vielen Gästen ihren 50. Geburtstag.

Jubiläum : Ein Tag mit Torte und Emotionen

Die Rosenbergschule in Bernkastel-Kues feiert mit vielen Gästen ihren 50. Geburtstag. Auch viele Ehemalige kommen.

Rollbraten? Längst ausverkauft. Von dem mehrstöckigen Fest-Torten-Turm ist auch fast nichts mehr übrig. Gott sei Dank reichen die Getränke an diesem Tag mit viel Sonne und sommerlichen Temperaturen. Aber das ist ja alles nur das Beiwerk. Im Mittelpunkt steht das Geburtstagskind. Die Rosenbergschule auf dem Kueser Plateau wird 50. Und es kommen viele Gäste. „Mehr als 1000“, schätzt Rektor Holger Schäfer. Schüler, Eltern, Ehemalige, Ehrengäste, an der Spitze Landrat Gregor Eibes, aber auch Leute, die zum ersten Mal einen Fuß in die Rosenbergschule setzen. Die Lehrer und Erzieher präsentieren ein vielfältiges Programm. Viele Eltern sind mit der Bewirtung der Besucher beschäftigt.

„Das ist eine ganz, ganz tolle Schule“, sagt der Landrat. Und: „Ich ziehe den Hut davor, wie die Kinder hier auf das Leben vorbereitet werden. Das ist mit das beste Geld, das wir als Kreis ausgeben können.“ Der Kreis ist Träger der Schule mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung.

Auch Klaus Isenbruck, Regierungsschul-Direktor bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, outet sich als Fan der Schule. „Ich bin mächtig stolz auf sie. Es gibt weit und breit keine bessere Schule. Sie hat eine tolle Entwicklung genommen“, sagt er.

Das spiegelt sich in manchen Ehemaligen wider. Nina Fell, die 2009 die Schule verlassen hat, steht im Beruf und ist eine Karatekämpferin mit nationalen und internationalen Erfolgen. Mit fünf ebenfalls beeinträchtigten Mannschaftskollegen des VfL Traben-Trarbach, von denen einige auch die Rosenbergschule besuchten, zeigt sie ihr Können. „Ich habe mich früher viel geärgert. In der Schule habe ich Selbstbewusstsein bekommen “, erzählt sie.

Selbstbewusstsein: Auch Brigitte Maßem, seit 1980 Förderlehrerin, benutzt das Wort. Sie spricht von der „Herausforderung“, sich auf die Kinder und Jugendlichen, die teilweise zwölf Jahre betreut und unterrichtet werden, einzulassen. Sie sei siebeneinhalb Stunden pro Tag mit den gleichen Schülern zusammen. Da entstehe auch eine emotionale Bindung.

Wie zum Beweis kommt die 40-jährige Ramona Werland mit ihrer Mutter in die Klasse. Die Umarmung zwischen Lehrerin und ehemaliger Schülerin ist herzlich. „Frau Maßem“, antwortet die Frau mit Down-Syndrom auf die Frage, an was sie sich besonders erinnert. „Eine solche Schule ist sehr wichtig. Es gibt hier individuelle Förderung“, sagt Jutta Werland.

Frank Thullen hat eine 15-jährige Tochter, ebenfalls mit Down-Syndrom. Sie besucht die Schule seit acht Jahren. „Sie kommt sehr gerne hierher“, berichtet er und hebt auch die individuelle Förderung hervor. An Wochenenden und in den Ferien vermisse seine Tochter die Schule. Thullen spricht von einer „tollen Schulgemeinschaft“.Marita Sedlaczek, Vorsitzende des Schulelternbeirats, fasst es so zusammen. „Es sind besondere Kinder, und es ist eine besondere Schule. In ihr machen Leben und Lernen Spaß.“

Zu einem Geburtstag gehört eine Torte. Für die Rosenbergschule gibt es sogar eine mit mehreren Stockwerken. Foto: Schule

Zurück zu Nina Fell. Die hat auch im Donnerwetter-Chor gesungen. „Das war schön“, erinnert sie sich. Donnerwetter und die Band aus Lehrern, Erziehern und Pädagogen sind schon oft aufgetreten. Doch erstmals stehen sie in der Schule auf der Bühne. Leiterin Manuela Kappes treibt Sänger, Musiker und Zuhörer zur Höchstform. Andreas Bouranis „Ein Hoch auf uns, auf dieses Leben“, gehört zum Repertoire. Das passt zu dieser Schule – nicht nur an diesem Tag.