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Die Salmfurt von Esch, ein besonderes Kulturdenkmal

Die Salmfurt von Esch, ein besonderes Kulturdenkmal

Bis 1560 war Esch Sitz der Herren von Esch und bis 1604 Sitz des Amtes Udenesch. Außerhalb von Esch erinnern noch kunstvolle Grabplatten an die Escher Ritter. Doch im Ort gibt es nur wenige Zeugnisse der bedeutenden Vergangenheit: den Ostchor der Dorfkapelle, das sogenannte Escher Burghaus und die Escher Salmfurt am alten Weg nach Hetzerath.

Esch. Wenn man am südöstlichen Ausgang nach Hetzerath wandern will, gelangt man zur alten Escher Furt, wo der Salmbach heute noch mit Fahrzeugen überquert werden kann. Die Fußgänger können den massiven Brückensteg benutzen, der nicht leicht davonschwimmen kann, wie das in alten Zeiten öfter der Fall gewesen ist.
Dorf- geschichte(n)


Hier verlief seit dem Mittelalter die Landstraße, die von der "Langen Straße" Trier - Koblenz abbog und über Esch, Krames, Klausen, Osann und Lieser nach Bernkastel führte. Von der Salmfurt aus war auf der Anhöhe das Escher Wirtshaus zu sehen, an dem die Fuhrleute Halt machen konnten, um den Zugtieren Ausspann und sich selbst Trank und Herberge zu gönnen. Diese alte Herberge ist das heutige Wohnhaus Römerstraße 4/6; ehemals ein Hofgut mit Wirtshaus, Scheunen, Stallungen und dazugehörigen Ländereien. Der steile Anstieg zur Escher Anhöhe und der Brückensteg an der Salm sind schon in einem Weistum des Jahres 1428 erwähnt. Es war Gotfried, Herr zu Esch, Amtmann zu Bernkastel und Udenesch, dessen Ländereien sich dort befanden.
Im Jahre 1790 plante Hofrat de Gavarelle, ein kurfürstlicher Beamter, den Abriss des gesamten Hofgutes. Die anfallenden Steine wollte er zum Bau eines neuen Wirtshauses am Ortseingang verwenden.
In einem Brief teilte er dem Kurfürsten Clemens Wenzeslaus in Ehrenbreitstein die Gründe zum Abriss mit: das Wirtshaus sei schlecht eingerichtet, es habe zu wenig Raum, um einen Gast zu bewirten, und im Umland keinen guten Ruf, und er finde auch keinen geeigneten Pächter als Wirt. Zum Glück entschied der Kurfürst, das Gebäude bald zu verkaufen. Johann Meyer aus Esch erwarb es am 21. August 1790 für 700 Reichstaler, zahlbar binnen sieben Jahren. Meyer war Bauer und zugleich Richter des Escher Schöffengerichtes.
Heute geht es darum, dem markanten Haus auf der Anhöhe über der Salmfurt wieder eine neue Zukunft zu sichern. Dies ist auch das Ziel einer umfangreichen Ausstellung (siehe Extra).
Gerda Hoffmann
Extra

Ausstellung: Nachdem die achttägige Ausstellung "Altes Burghaus und Ortsgeschichte Esch" mit rund 80 Exponaten einen guten Zuspruch gefunden hat, wird sie verlängert und kann am Sonntag, 30. Oktober, von 13 bis 18 Uhr im Bürgerhaus Esch, Römerstraße 1, besucht werden. red