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Die Sanierung der Blandine-Merten-Grundschule ist aufwendig, liegt aber im Zeitplan.

Infrastruktur : Sanierung der Grundschule in Morbach: Altes Gemäuer birgt viele Überraschungen

Die Sanierung der Blandine-Merten-Grundschule ist eine Herausforderung für Bauherren und Planer. Es ist das größte Projekt der Gemeinde in diesem Jahr.

Wer ein altes Haus saniert, erlebt viele Überraschungen. Davon können viele Bauherren ein Lied singen. Auch Matthias Schabbach, Bauamtsleiter der Gemeinde Morbach. Denn die Kommune saniert gerade die Blandine-Merten-Grundschule in Morscheid.

Der Bau des Schulgebäudes wurde offenbar vor dem Zweiten Weltkrieg begonnen. „An Baumaterialien wurde verwendet, was gerade vorhanden war“, sagt Andreas Hackethal, Bürgermeister der Gemeinde Morbach. Im Krieg solle das Gebäude als Stallung genutzt worden sein, sagt Ortsvorsteher Hans-Josef Rech. Was sich genau unter dem Putz verbirgt, wisse man erst, wenn er weg sei, etwa Bruchsteinmauern, rote Ziegel und Bimswände. Anders als bei Bauten aus den 1980er Jahren sei der Bau nicht dokumentiert. Das stelle die Mitarbeiter des Bauamtes und des Architektur- und Ingenieur­büros Jakobs Fuchs aus Morbach immer wieder vor Herausforderungen. Derzeit seien die Elektro- und Heizungsinstallationen sowie Sanitäranlagen dran, auch die Trockenbauer seien an der Arbeit.

Der Umbau ist derzeit die umfangreichste und größte Investitionsmaßnahme der Gemeinde Morbach. Die kalkulierten Kosten belaufen sich nach Auskunft des Bürgermeisters auf rund 1,9 Millionen Euro. Das Land Rheinland-Pfalz fördert die Maßnahme aus dem Schulbauprogramm mit 325 000 Euro und der Landkreis Bernkastel-Wittlich mit 53 000 Euro. Möglicherweise komme die Sanierung Morbach noch günstiger. Denn zur Verbesserung der Gesamtfinanzierung hat die Gemeinde Morbach zudem einen Antrag nach dem Bundesprogramm auf Förderung von Investitionen zum beschleunigten Infrastrukturausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder gestellt. Hinzu kommt, dass laut Schabbach die Ausschreibungen günstig ausgefallen seien.

Die Schule ist einzügig und wird üblicherweise von knapp 100 Kindern aus den Dörfern Morscheid, Riedenburg, Gutenthal, Hunolstein, Odert, Weiperath, Hoxel und Wolzburg besucht.

Derzeit ist das wegen der Großbaustelle nicht der Fall. Der Unterricht ist ausgelagert in die Räumlichkeiten der ehemaligen Grundschule Gutenthal. „Wir befinden uns voll im Zeitplan“, freut sich Bürgermeister Hackethal. Wenn es so weiter laufe, könne man die Osterferien 2022 für den Umzug nutzen und anschließend den Unterricht in Morscheid wiederaufnehmen.