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Die Schääl-Saidt bläst zum Halali - Wittlicher Moritatensänger werben fürs Vereinsjubiläum

Die Schääl-Saidt bläst zum Halali - Wittlicher Moritatensänger werben fürs Vereinsjubiläum

An einem Werktag im Oktober ziehen zwei karnevalistisch gekleidete Gestalten in "Schwarz-Grün" mit Zylinder und Melone durch die Wittlicher Innenstadt. Was hat es damit auf sich?

Wittlich. "Oh, wie schön!" wurden die beiden begeistert von einer wildfremden Passantin vor der Schloss-Galerie begrüßt. Diese zückte sofort ihr funkelnagelneues Smartphone, um ein Foto zu machen. Andere Passanten in der Burg- und Neustraße rieben sich verwundert die Augen. Für Fastnacht war es ja noch etwas arg früh, auch wenn am 15. Oktober im Eventum Wittlich die Jubiläumssitzung der Narrenzunft Rot-Weiß und der Schääl-Saidt steigt. Schnell war ausgemacht, Zielgruppe der beiden waren die Wittlicher Geschäftsleute.

Auch einige von denen schauten verdutzt auf den Kalender an der Wand. "Habt ihr euch im Datum vertan?" meinte zum Beispiel Gregor Fischer in der Drogerie Fischer oder Sandra Jobst im Salon Gerwalin. "Wir sind die Wittlicher Moritatensänger", gaben sich die beiden schließlich zu erkennen, und schnell war allen klar, mit wem sie es zu tun und was die beiden vor hatten. Der Präsident der Schääl-Saidt, Hermann (Till) Barzen, und seine Partnerin Elisabeth Reuter (Foto), die in den vergangenen Jahren zusammen die Texte für die traditionelle Hobelbank in Wittlich schreiben, bliesen bereits zum Halali für die traditionelle Sessionseröffnung im nächsten Monat. Die beiden wollten die Wittlicher Geschäftsleute für die Schääl-Saidt gewinnen und machten kräftig Werbung für den 11.11. Sie überreichten über 25 Mal persönlich eine schriftliche Einladung vom Vorstand der Schääl-Saidt, an diesem Tag um 18.11 Uhr auf den Wittlicher Markplatz zu kommen und mit der Schääl-Saidt das 22-jährige Vereinsjubiläum zu feiern.

Die Wittlicher Moritatensänger haben sich nämlich für diesen Tag etwas ganz Besonderes einfallen lassen. "Wir werden die etwas altbackene Hobelbank, die in Wittlich schon Kult ist, etwas aufpeppen", verrieten die beiden mit einem verschmitzten Grinsen und weckten so das Interesse der Passanten in der Stadt, vor allem aber der Urwittlicher Geschäftsleute - ohne dabei zu vergessen, diese noch ganz spitzbübisch auf die Möglichkeit einer kleinen Spende hinzuweisen. "Wenn das nicht möglich ist, wird das nicht negativ in der Hobelbank erwähnt", beteuerten Hermann Barzen und seine Partnerin jedes Mal mit einem närrischen Augenzwinkern.
Mit der schelmischen Bemerkung, die Geschäftswelt hätte ja schon den einen oder anderen "Stoff" für die Hobelbank geliefert, verleiteten sie den damit sichtlich überrumpelten Hans Gelz sogar zu einer kleinen, spontanen Barspende. red