Die Scherl-Säue sind wieder da

WITTLICH. Die Sau ist aus dem Sack: Sieger des Wettbewerbs für das Kirmesplakat wurde Roland Jeske. Die neue Version zeichnet sich durch eine verblüffende Ähnlichkeit mit der alten aus.

Es kommt einem bekannt vor, das neue Kirmesplakat, für das sich Jury und Kulturausschuss nun entschieden haben. Als Blickfang in der Mitte die hängenden Schweine des Künstler-Sohnes der Säubrennerstadt Hanns Scherl, weiterhin in plakativem Feuerwehr-Rot gehalten. Unaufdringlich in einem zarten Grau dahinter gelegt die Konturen einiger typischer Wittlicher Stadtansichten. Darunter Platz für das Programm, das allerdings, so lautet der Beschluss des Kulturausschusses weiter, nur noch in einigen wenigen Schlagworten auf dem Plakat präsent sein wird: "Riesenrad", "Festumzug", "Handwerkermarkt", "Live-Musik auf drei Bühnen" könnte dort beispielsweise zu lesen sein. Genaueres muss der Besucher in Zukunft den im gesamten Landkreis ausliegenden Flyern entnehmen. Der Aufschrei war groß, als im vergangenen Jahr die etwas andere Version eines Kirmesplakates ausgehangen hatte. Die meisten Kritiker wollten partout nicht auf die guten alten Scherl-Schweine verzichten - warum auch, fragte man sich an nicht nur an den Theken der Stadt. Seit Jahrzehnten hatte Wittlich seine Identifikationsfigur, nach der andere Städte händeringend suchen müssen. Wittlich hat sie, die Sau, und etwas Neues ist schließlich nicht immer gleich bedeutend mit etwas Besserem. So hatten sich denn auch die insgesamt 62 Wettbewerbsteilnehmer an enge Vorgaben halten müssen. Dass die dennoch Raum genug für eigene Kreativität ließen, beweist ein Blick auf das Sortiment aller eingegangenen Plakatentwürfe, die momentan sicher in den Händen von Tanja Winter, einer Mitarbeiterin des Kulturamtes, liegen. Da zwinkert zum Beispiel die Sau auf Nummer 18, eingesandt von einem geborenen Wittlicher, der auf der Insel Borkum lebt, dem Betrachter verschmitzt zu. Knallbunt wie eine Wiese mit Ostereiern kommt Nummer 25 daher, und von Nummer 30 blickt gar eine fotografierte Sau herab. "Saustark" steht in dicken Lettern darüber.Anerkennungspreis für die einzige Schule

Trotz ausdrücklicher Einladung beteiligte sich nur eine einzige Schule am Wettbewerb: Die Klasse 5c der Schweicher Stefan-Andres-Hauptschule hat sich damit einen Anerkennungspreis verdient. Sie darf sich über einen Betrag für die Klassenkasse freuen. Vielleicht ist diese Zurückhaltung seitens der Schulen ja ein Indiz dafür, dass die diffizilen Ansprüche, die von vornherein an die Entwürfe gestellt worden sind, die Möglichkeiten des technischen Equipments von Schülern bei weitem gesprengt haben. Der Beschluss für das Plakat von Roland Jeske, übrigens einem Vollprofi in Sachen Design, wurde einstimmig gefasst. Er habe die von vielen Einwohnern geäußerte Kritik berücksichtigt und für den, für die Kunstform des Plakates notwendigen, Wiedererkennungseffekt gesorgt, lautete die Begründung. Platz zwei ging an die farbenprächtige und sicher äußerst zeitaufwändige Version von Christian Marmann und Stephan Weber; auf Platz drei landete der Entwurf von Claudia Lehnen.Nebenbei einigten sich die Wittlicher Honoratioren auf eine einheitliche Schreibweise des Festes "Säubrenner-Kirmes". Aus Gründen der Übersichtlichkeit soll es in Zukunft beim Bindestrich bleiben. Im April wird der Reigen der eingereichten Plakate im Stadthaus zu sehen sein. Zuvor wird noch schriftlich die Erlaubnis der einzelnen Teilnehmer eingeholt.