"Die Schlossgalerie muss sich entwickeln"

"Die Schlossgalerie muss sich entwickeln"

Die letzten beiden leerstehenden Ladenflächen in der Wittlicher Schlossgalerie sollen noch in diesem Jahr einen Mieter bekommen. Nach Aussage der Betreiberfirma Florana ziehen demnächst ein Optiker und eine Schmuck-Boutique in das Einkaufszentrum ein.

Wittlich. Bis auf zwei Leerstände sind bislang alle Ladenlokale im Einkaufszentrum an der Wittlicher Schlossstraße vermietet. Bis Ende des Jahres sollen auch diese Lücken in der Schlossgalerie mit einem Optiker und einer Schmuck-Boutique geschlossen werden. Derzeit sei man in Abschlussverhandlungen mit den beiden Interessenten, erklärt Alexander Marx, der sich um die Vermietungsgeschicke der Betreiberfirma Florana aus Weimar kümmert. "Die Vermieter sind mit ihren Umsätzen zufrieden", sagt Marx. Das bestätigt auch Leo Kappes, Leiter des Fachbereichs Wirtschaftsförderung der Stadt Wittlich: "Die Mieter der Läden, insbesondere die Ankermieter C&A, Müller und Reno, sind mit ihren Umsätzen sehr zufrieden. Die Erwartungen wurden übertroffen."
Noch Luft nach oben


Zufrieden mit der Strahlkraft des Einkaufszentrums für den Einzelhandel in der Wittlicher Innenstadt sind laut Dieter Born auch die übrigen Einzelhändler. Born, Inhaber des Optikergeschäfts Geuter und Sprecher der Initiativgruppe des Stadtmarketings "Kaufleute werben gemeinsam": "Ich sehe viele Leute mit Drogerie-Müller-Taschen, die in der Stadt weiter einkaufen." Das zeige, dass die Galerie als Kundenmagnet für die gesamte Innenstadt fungiere. "Wir sind mit der Situation sehr zufrieden", sagt Born. Ausschließlich zufriedene Gesichter allerorten?
Ein wenig differenzierter sieht das Echo bei sämtlichen 81 Einzelhändlern der Wittlicher Innenstadt aus. Eine Umfrage der Stadtmarketing-Mitarbeiterin Ulrike Kelle hat ergeben, dass 36 Prozent der Einzelhändler die Wittlicher Schlossgalerie als Bereicherung der Innenstadt ansehen. 25 Prozent der Befragten bewerteten das weniger euphorisch bis neutral, wie Leo Kappes auf TV-Nachfrage mitteilte. Es gibt also noch Luft nach oben, was die Frequentierung der Schlossgalerie angeht. "Die Galerie muss sich entwickeln", sagt Marx. Akzeptanz bei den Kunden müsse man sich erarbeiten, und das brauche seine Zeit. "So was geht nicht von heute auf morgen."
Es liege nicht an der mangelnden Nachfrage, dass seit der Eröffnung im November 2009 Ladenflächen verwaist geblieben seien, betont Marx. "Aber wir wollen natürlich auch eine vernünftige Produktpalette dort haben." Mitunter gäbe es "fantastische Vorstellungen" von Interessenten, deren Produktsortimente allerdings eher an Ramsch-Basare erinnerten. "Wir wollen etwas anderes dort haben. Nicht noch einen Schuhladen - und vor allem keine Produkte aus dem Niedrigpreissegment", sagt Marx. Kurzum: keinen Schrott, sondern höherwertige Waren.
Die Planungen für ein Café in der Mall sind derweil abgeschlossen. Nun sucht die Firma Florana einen Betreiber für dieses Café. Die Einrichtung und das Mobiliar will Florana bereitstellen.
Nach zahlreichen technischen Pannen und vielen verärgerten Kunden ist das Parkdeck der Schlossgalerie nicht besonders gelitten. Vor allem aber auch, weil direkt gegenüber dem Einkaufszentrum ein kostenloser Parkplatz zu Verfügung steht.
Liebe Leser! Welche Wünsche haben Sie für die Wittlicher Schlossgalerie? Was fehlt Ihnen? Was stört Sie? Mailen Sie uns Ihre Meinung oder Anregung an mosel-echo@volksfreund.de (Name und Wohnort bitte nicht vergessen).
Geschäfte in der Schlossgalerie: Derzeit gibt es in der Wittlicher Schlossgalerie 14 Geschäfte. Neben den Modegeschäften Henkel, Ernsting\\'s Family, C&A, Mister Lady gibt es auch die Textil-Discounter kik und NKD sowie einen Laden für Telekommunikation heinzbauer, Drogerie Müller, Goldankauf Maas, Frisör Essanelle, Bäckerei Ambrosius, Reno, Dekorationsshop Depot und das Blumen-Land. Gebaut wurde die Schlossgalerie von der Firma Florana aus Weimar, die sich weiterhin um die Vermietung kümmert. Baukosten: 15 Millionen Euro. Besitzer des Einkaufszentrums ist ein englischer Investmentfonds mit Sitz in Luxemburg, der die Verwaltung an ein Berliner Unternehmen übergeben hat. cweb/zad

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