"Die schönen Momente überwiegen"

Landscheid · Die Ausbildung ist komplizierter, die Gefahr bei Einsätzen größer geworden: Vieles hat sich bei den Freiwilligen Feuerwehren geändert.

Landscheid. "Du hast mir das Leben gerettet": Diesen Satz hört Manfred Schönhofen noch immer hier und da. Größer könnte das Lob für seine aktive Zeit bei der Feuerwehr nicht sein - eine lange aktive Zeit.
Allein 25 Jahre lang war er Wehrleiter der Verbandsgemeinde Wittlich-Land, 15 Jahre stellvertretender Kreisfeuerwehrinspekteur.
Und was hat sich im Gegensatz zu früher am meisten verändert? "Als Feuerwehrmann muss man heute viel Freizeit und Idealismus haben", sagt der 72-Jährige aus Landscheid-Burg. Die Ausbildung nehme heute deutlich mehr Zeit in Anspruch. Zudem seien die Gefahren größer, beispielsweise wegen der Gefahrstoffe, die auf den Straßen transportiert werden und nicht immer korrekt ausgezeichnet seien.
Besonders die Technik hat sich gewandelt. Schönhofen erinnert sich noch daran, als Landscheid-Burg in den 70er Jahren das erste Tragkraftspritzenfahrzeug bekam. Zu dieser Zeit waren noch die Ortsgemeinden zuständig für die Feuerwehren, jetzt sind es die Verbandsgemeinden. Zuvor arbeiteten die Brandschützer in erster Linie mit Handdruckspritzen.
Als Schönhofen in die Feuerwehr eintrat, gab es hier zudem noch keine Jugendorganisationen. Das Mindestalter lag also bei 18 Jahren. Gleich bei seinem ersten Einsatz mussten er und seine Kameraden ein Pärchen bergen, das verbrannt war. Viele Unfälle mit tödlichem Ausgang erlebte er seitdem mit; auch Kollegen kamen ums Leben.
Dennoch: "Die schönen Momente überwiegen." Und es wurde auch viel gefeiert, "wir Feuerwehrleute sind ja lustige Kerle".
Seit zwölf Jahren ist Schönhofen nun in Feuerwehr-Ruhestand. "Die erste Zeit war schon komisch, das Funkgerät am Bett hat gefehlt. Aber der Mensch gewöhnt sich ja an alles." uq