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Die Sonne bringt die gewünschte Energie

Die Sonne bringt die gewünschte Energie

Wittlich setzt nicht nur an der Georg-Meistermann-Schule auf die Kraft der Sonne mit einer Photovoltaikanlage. 2012 gründete die Stadt mit RWE die "Renergie Stadt Wittlich", die drei Anlagen auf öffentlichen Dächern betreibt. Die Bilanz der Startjahre ist positiv.

Wittlich. "Analog zu der Schuldenuhr des Bundes der Steuerzahler könnte eine CO{-2}-Reduktionsuhr für Wittlich im oder am neuen Rathaus installiert werden." Das war 2009 eine Idee des damaligen SPD-Fraktionssprechers im Stadtrat. Sie wurde nicht umgesetzt, was keineswegs am bekanntlichen Scheitern der Pläne für ein neues Rathaus liegt. Und noch weniger daran, dass die Stadt keine Erfolge in Sachen CO{-2}-Reduzierung vorzuweisen hätte.
Im Gegenteil. Denn am Vorhaben, etwas zum Klimaschutz beizutragen, sind Stadtrat und Verwaltung auch ohne Reduktionsuhr dran geblieben, und es gibt seit 2009 Fortschritte zu vermelden.
Zur Erinnerung: Damals war nur Wittlichs älteste Photovoltaikanlage auf einem öffentlichen Gebäude im Betrieb: die auf den Dächern der Georg-Meistermann-Grundschule. Sie war so rentabel, dass sie bereits erweitert wurde und vielleicht auch dazu beitrug, dass Wittlich weiter auf CO{-2}-neutrale Energieerzeugung setzte.Im September 2012 ging eine neue Anlage auf dem Dach des Servicebetriebs (Rudolf-Diesel-Straße) ans Netz, im Oktober eine zweite auf dem Eventum und im Mai 2013 die bislang letzte auf der neuen Kita im Vitelliuspark. Damit war das dritte Projekt der extra gegründeten Renergie Stadt Wittlich GmbH im Betrieb und zwar in Kooperation mit RWE, die zu 30 Prozent beteiligt sind, der Rest ist städtischer Anteil.
Produktionsziel erreicht



Das damalige Ziel, nach eigenen Angaben der Renergie: Im Jahr rund 76 Tonnen CO{-2} sparen und insgesamt rund 140 000 Kilowattstunden Strom erzeugen.
Hat das geklappt? Das können die Wittlicher nicht auf einer Uhr ablesen, sondern erfahren es in Berichten für den Stadtrat.
Die Renergie-Bilanz ist positiv: 2013 wurden 135 000 Kilowattstunden (KWH) produziert, 2014 waren es 150 000 KWH und aktuell sind es für das halbe Jahr 2015 schon 78 000 KWH.
Am besten schneidet die Anlage auf der Kita ab. In der Halbjahresbilanz zählt sie 38 310 KWH, das Eventum hat 22 740 KWH und der Servicebetrieb 13 990 KWH. Unterm Strich liege das Produktionsergebnis um 4,37 Prozent über dem errechneten Soll, das man für dieses Jahr auf 156 000 Kilowattstunden schätzte, steht im Bericht.
Das wären 441 000 Kilowattstunden in drei Jahren. Und das wären mehr als 230 Tonnen CO{-2}-Ersparnis, die eine Reduktionsuhr der Renergie Stadt Wittlich zeigen könnte. Sie müsste naturgemäß mit Solarstrom betrieben werden.
Zur Geldfrage antwortete man damals, die Stadt erwarte ein gutes Geschäft. Die Renergie wollte sich zwar "nicht zur konkreten Höhe der geleisteten Investition äußern", hieß es 2012. Man habe sich aber auf einen "sehr günstigen Preis" einigen können.
Geliehenes Geld verleihen


Weiterhin hatte zur Finanzierung der Stadtrat einem Gesellschafterdarlehen über 250 000 Euro zugestimmt. Das Geld hat die Stadt zu den günstigen Bedingungen, die für Kommunalkredite gelten, geliehen und dann der Renergie als Darlehen weitergegeben.
Das sei rentabel für die Stadt, denn die Renergie bedankt sich sozusagen finanziell für das geliehene Geld, indem sie der Stadt höhere Zinsen zahle, als sie selbst für ihren Ursprungskredit leisten müsse. sos