Die spinnen wohl, die Schweine

In Traben-Trarbach sind die Wildschweine los. Die Schwarzkittel machen sich auf dem Trabener Friedhof breit. Die meinen wohl, die Gräber würden nur deshalb hergerichtet, damit sie sich drin suhlen können.

Unverschämt. Anstatt dass sie sich mal die neue Wildbrücke angucken, die der Bund extra für zwei Millionen Euro über die A 1 bei Wittlich baut. Aber nein, da, wo extra für sie gebaut wird, gehen sie nicht hin. Stattdessen machen sie sich da breit, wo sie nun wirklich keiner will. Ein klassischer Fall für diese Tier-Nannys, die fürs Privatfernsehen verzogene Viecher bearbeiten, sagt Wilma. Aber ein Wildschwein ist doch eine andere Liga als ein kläffender Pudel. Da helfen keine Tier-Nannys. Da hilft nur eins: Eine Kirmes. Traben-Trarbach braucht eben eine Wildsäubrenner-Kirmes. Wildschwein soll ja auch nicht schlecht schmecken. Denn an der Mosel wissen die Sauen wohl noch nicht, was die Stunde geschlagen hat. Bevor das Vieh wagt, den um den Friedhof installierten Elektrozaun zu ignorieren, sollte es sich mal mit seinen Fast-Artgenossen aus Wittlich zu einer Krisensitzung treffen. Die haben nämlich mit Grenzüberschreitungen schlechte Erfahrungen gemacht. Die Geschichte ist bekannt: Ein Stadttor musste einst mit einer Möhre verschlossen werden, weil der Bolzen verschwunden war, die Schweine fraßen die Möhre, der Feind eroberte Wittlich, die Schweine mussten büßen. Und zwar bis heute. Zu hunderten wird ihnen am Grill jedes Jahr Feuer unter dem Hintern gemacht. Damit kein Schwein je vergisst, was es darf und was nicht. Und es wirkt: Oder wer hat in Wittlich je noch mal ein Schwein gesehen, das eine Möhre aß? Bis dann, Euer

Mehr von Volksfreund