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Die Stadt hat eine neue Kulturamtschefin

Die Stadt hat eine neue Kulturamtschefin

Leitung und Führung des Kulturamts ist die neue Aufgabe von Elke Scheid, die zudem Leiterin der Wittlicher Stadtbibliothek bleibt. Sie übernimmt damit Aufgaben, die zuvor Justinus Maria Calleen innehatte. Dessen Stelle als Kulturamtsleiter hatte der Stadtrat 2009 gestrichen.

Wittlich. Sie ist die unangefochtene Herrin der Bücher und Medien in Wittlich. Elke Scheid ist Leiterin der Stadtbücherei und hat mit dafür gesorgt, dass die Bücherei zahlreiche Preise einheimsen konnte. Nun hat die Diplom-Bibliothekarin eine weitere Aufgabe, bei der sie ihre Erfahrung einbringen kann: Am 1. Juli hat sie die Leitung des Kulturamts der Stadt übernommen. Zwei Verwaltungsmitarbeiterinnen sind derzeit diesem Amt zugeordnet.Personal wird aufgestockt

Nach Auskunft von Ulrich Jacoby, Sprecher der Stadtverwaltung Wittlich, wird Scheid "halbtags die Leitung und Führung des Kulturamts übernehmen". Diese Regelung gilt zunächst für die kommenden zwei Jahre. In der Stadtbücherei wird Scheids Stellvertreterin Anette Münzel mehr Verantwortung übernehmen. Zudem wird das Personal der Bücherei um eine halbe Stelle aufgestockt. Mit dieser Personalentscheidung gibt es somit faktisch eine Nachfolgerin von Dr. Justinus Maria Calleen als Kulturamtsleiter. Dessen Ende der 90er Jahre geschaffene Stelle hatte der Stadtrat Anfang 2009 aus dem Stellenplan gestrichen. Den entsprechenden Antrag dazu hatte der heutige Beigeordnete Jörg Hosp (FDP) begründet: Die Arbeit im Kulturamt werde von der Kooperation mit Fremdveranstaltern, die sicherlich ein Schwerpunkt sei, bis zur Organisation der Säubrennerkirmes von den beiden Mitarbeitern des Kulturamtes bewältigt. Auch sei festzustellen, dass die geförderten Vereine vieles leisteten und die Wittlicher Kulturtage sowie die Eifel-Kulturtage ohne Beteiligung des Kulturamtsleiters funktionierten, hatte Hosp damals festgestellt. Was danach folgte, war erst die Entlassung Calleens, eine emotional aufgeladene Diskussion um die Entscheidung sowie gerichtliche Auseinandersetzungen. Am Ende einigten sich Stadt und Calleen auf die Zahlung einer Abfindung. Meinung

 Neue Leiterin des Kulturamts ist Elke Scheid. Foto: TV-Archiv
Neue Leiterin des Kulturamts ist Elke Scheid. Foto: TV-Archiv

Spätes EingeständnisEs ist egal, wie man es umschreibt oder welchen verwaltungstechnischen Kunstgriff man anwendet: Still und leise ist die Stelle des Kulturamtsleiters in Wittlich wieder besetzt worden. Dabei war sich eine Stadtratsmehrheit im Februar 2009 doch so sicher gewesen, dass diese Stelle überflüssig ist. Die offensichtliche Kehrtwende ist aus zwei Gründen ein spätes Eingeständnis. Einerseits zeigt sich, dass der Kulturbetrieb doch kein Perpetuum mobile ist, das aus sich heraus funktioniert. Andererseits wird deutlich, dass das Streichen der Kulturamtsleiterstelle nichts anderes als der Versuch war, den missliebigen Stelleninhaber loszuwerden. So etwas kann man als klassisches Armutszeugnis bezeichnen. Es taugt jedoch trotz Neubesetzung immer noch nicht für krude Verschwörungstheorien rund um Nazizeit, Berufsverbot für Meistermann und Scherl-Ausstellung. Es war schlichtweg eine öffentliche Abrechnung mit einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung. h.jansen@volksfreund.dePeru-Ausstellung: 2502 Besucher haben sich in den vergangenen Monaten die Ausstellung mit 300 altperuanische Plastiken sowie Textilien im Alten Rathaus angesehen. Das hat die Stadtverwaltung mitgeteilt. 35 000 Euro hat die Schau die Stadt gekostet. Das entspricht Kosten von 14 Euro pro Besucher. Ab Anfang Oktober wird es eine Jubiläumsausstellung mit Werken von Georg Meistermann geben. cst