Die Straße ist ein gefährliches Pflaster

Die Straße ist ein gefährliches Pflaster

WITTLICH. (red) 1561 Verkehrsunfälle registrierte die Polizeiinspektion (PI) Wittlich im Jahr 2005 (Vorjahr: 1599 Verkehrsunfälle). Die PI Wittlich ist zuständig für den nördlichen Bereich der Verbandsgemeinde Kröv-Bausendorf, die VG Manderscheid und Wittlich-Land sowie das Stadtgebiet Wittlich.

Jürgen Riemann, stellvertretender Dienststellenleiter der PI, hat die Zahlen des vergangenen Jahres zusammengestellt. Demnach wurden zwar fast sechs Prozent weniger verletzte Personen gezählt, allerdings gab es acht Unfälle mit tödlichem Ausgang, darunter fünf motorisierte Zweiradfahrer. Mit 30 Prozent sind die motorisierten Zweiradfahrer ohnehin überproportional an Verkehrsunfällen mit verletzten Personen beteiligt. 477 Unfällen passierten mit 15- bis 24-Jährigen. Bei 84 davon wurden 117 junge Menschen verletzt. Insgesamt lag die Zahl der verletzten Verkehrsteilnehmer bei 291. Der überwiegende Teil der jungen Erwachsenen verunglückte mit eigenen oder als Insasse im fremden PKW. Spezialteams stellten außerdem bei Überwachungsmaßnahmen bei 58 jungen Erwachsenen Drogeneinfluss fest. Dabei überwog nachgewiesener Konsum von Haschisch und Marihuana. In einigen Fällen wurde auch der Konsum von Amphetaminen und Opiaten nachgewiesen. Neben der verkehrsrechtlichen Verfolgung führt das auch automatisch zu einer Überprüfung des Fahrers durch die Führerscheinstelle. Eine weitere Zahl, die Jürgen Riemann mitteilt: Bei 27 Unfällen mit Beteiligung von Kindern wurden insgesamt 30 Kinder verletzt, Fünf Kinder schwer und 25 Kinder leicht. Letztere mussten ambulant behandelt werden. In jeder Altersgruppe waren die meisten verunglückten Kinder (insgesamt 15, also mehr als die Hälfte) Mitfahrer in Fahrzeugen, was den Schluss zulässt, das die Sicherheitseinrichtungen in vielen Fällen nicht zweckbestimmt oder gar nicht benutzt wurden. Dieses Ergebnis stimmt mit den polizeilichen Kontrollfeststellungen an Kindergärten und Schulen überein.Verkehrserziehung ist erfolgreich

Positiv ist die seit Jahren konstant niedrige Zahl der anderen festgestellten Unfallursachen zu betrachten. Bemühungen der Jugendverkehrsschule, Verkehrserziehungsmaßnahmen an Kindergärten und Schulen sowie die Ausbildung von Schülerlotsen durch die Beamten der Jugendverkehrsschule und Bezirksbeamten zeigen, dass jungen Menschen das nötige Rüstzeug für die Teilnahme am Straßenverkehr mitgegeben wird. Bei der Gruppe der Verkehrsteilnehmer über 65 Jahre ist ein leichter, aber nicht besorgniserregender Anstieg um 16 Verkehrsunfälle auf 191 gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Hiervon ereigneten sich 40 Unfälle mit Personenschäden. Die Zahl der Verletzten hielt sich mit 56 (2004: 53) nahezu konstant, wobei sowohl 2004, wie auch im vergangenen Jahr, jeweils ein älterer Verkehrsteilnehmer ums Leben kam. Bei der täglichen Unfallaufnahme ist das Aufkommen der Wildunfälle mit 428 (2004: 414) seit Jahren auf einem sehr hohen Stand. Obwohl in vielen Fällen die Geschwindigkeit in den gefährdeten Gebieten nicht immer angemessen gewählt wurde, waren viele Zusammenstöße unvermeidbar. Insbesondere das Waldstück auf der B 49 zwischen Neuerburg und Bausendorf und das Waldstück auf der L 141 zwischen Salmtal und Abfahrt Dreis, sind solche Gefahrenstellen, an denen mit Wildwechsel gerechnet werden muss. Weitere "Dauerbaustellen" befinden sich im Stadtgebiet Wittlich. So gab es auf der B 50 von Wengerohr kommend bis zum Omnibusbahnhof 68 Verkehrsunfälle, einzelne waren an so genannten Unfallhäufungsstellen. Sie sind vorwiegend an Ampel-Kreuzungen und an Zu- und Abfahrten von Geschäften, Märkte und anderen Straßenzufahrten, wie im Bereich der B 50 zur A 48. Durch gezielte Verkehrsüberwachungsmaßnahmen konnte solche Unfallschwerpunkte in der Schloßstraße/Hela-Marktes und eine weitere durch Aufbringen eines anderen Fahrbahnbelages auf der L 52 im Kurvenbereich unterhalb des Krankenhauses entschärft werden. An beiden Stellen ereigneten sich weniger Unfälle.

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