Die Suche nach dem richtigen Weg

ZELL. (hu) Auf der Marienburg haben die Proben für das internationale Jugendmusicalprojekt "Rachel" des Bistums Trier zum Weltjugendtag in Köln begonnen. 59 junge Künstler wurden in einem Casting für die Besetzung des Musicals ausgewählt.

"Die Marienburg wird in den kommenden Monaten zum Zentrum einer aufwändigen Musicalproduktion, die es in diesem Ausmaß in der katholischen Jugendarbeit in Deutschland noch nicht gegeben hat", sagte der Autor und Produzent Johannes Maria Schatz, zugleich Leiter des Jugendbildungszentrums Marienburg. In einem international ausgeschriebenen Casting hatten sich über 150 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von zehn bis 26 Jahren beworben. In dem anschließenden Auswahlverfahren verblieben 59 junge Künstler, darunter auch Jugendliche aus Frankreich, Luxemburg, Belgien, Spanien und der Schweiz. Insgesamt umfasst das Ensemble mit Chor, Instrumentalisten und Ressortleitern knapp 150 Personen. Thomas Gabriel, einer der wohl bekanntesten zeitgenössischen Kirchenmusiker in Deutschland, hat das Musical komponiert und übernimmt mit Rafael Klar, Dekanatskantor in Hermeskeil, die musikalische Gesamtleitung. Die Chorleitung obliegt Regionalkantor Helmut Bremm aus Zell. Die Regie führt Marlies Leibitzki. Der Zeller Kunstlehrer Martin Richerzhagen hat mit seinen Realschülern das Bühnendesign gestaltet.Geschichte um Aufbruch und Unterwegssein

Das in zwei Akten verfasste Musical "Rachel" greift das Thema des Weltjugendtags im August in Köln auf: "Wir sind gekommen, um ihn anzubeten." Der Vers entstammt dem zweiten Kapitel des Matthäus-Evangeliums und erzählt die Geschichte der drei Weisen aus dem Morgenland. Mehr als vom Darbringen der Geschenke an der Krippe handelt die Geschichte von Aufbruch und Unterwegssein. Analog zu den drei Weisen muss sich auch Rachel in diesem musikdramatischen Werk auf ihren Weg machen. Irgendwann zu Beginn des 19. Jahrhunderts wächst sie als jüngste Tochter in der sehr reichen Familie van Delpt auf. Die junge, hübsche und intelligente Rachel hat noch nicht viel von der Welt gesehen und glaubt - etwas naiv - an das Gute und Schöne, ohne sich des großen Elends um sie herum bewusst zu sein. Der "liebe Gott", an den sie glaubt, ist bequem und angenehm. Doch im Verlauf der immer dramatischer sich entwickelnden Geschichte wird auch Rachel auf ihre innere Stimme hören und ihren eigenen Weg machen müssen, um drohendes Ungemach zu verhindern. Bis zur Premiere am 11. August in der Trier-Arena werden die jungen Künstler noch viele Wochenenden und ihre Ferien mit Proben auf der Marienburg verbringen müssen. Ernst wird es dann am 17. und 19. August in Köln, wenn die Aufführungen vor Tausenden von Besuchern anstehen.