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Dorfgeschehen: Die Suche nach der zündenden Idee

Dorfgeschehen : Die Suche nach der zündenden Idee

Rund 80 Bürger aus Bergweiler haben viele Vorschläge gemacht, was künftig mit dem Heimatmuseum geschehen soll. Jetzt geht es noch um die Frage, was das Dorf hat und andere nicht.

„Sie haben hier einen Schatz“, mit diesen Worten schloss Thomas Zellmer vom Planungsbüro Stadt-Land-Plus die Versammlung im Bürgerhaus Bergweiler, zu der die Ortsgemeinde, die Kirchengemeinde, der Verein Dorftreff Bergweiler eingeladen hatten. Mit dem Schatz meinte Zellmer das Heimatmuseum, auch „Wax-Kabinett“ genannt, in dem der frühere Pfarrer der Gemeinde viele Ausstellungsstücke zusammengetragen hat.

Das Interesse an diesem „Schatz“ scheint groß zu sein. Rund 80 Menschen waren der Einladung gefolgt. Es entspann sich eine lebhafte Diskussion über Möglichkeiten und Chancen, die in dem alten Gebäudekomplex mitsamt seiner mitunter kuriosen Sammlung stecken.

Da ging es zunächst um ganz praktische Dinge wie einen barrierefreien Zugang oder neue Toilettenanlagen. Auch der Wunsch nach Gemeinschaftsräumen für die Dorfbewohner kristallisierte sich heraus. Vorgeschlagen wurden ein Treffpunkt für Jung und Alt, eine Werkstatt für alle oder ein Jugendraum. Andere schlugen vor, dort Theaterproben zu ermöglichen oder die Menschen bei einer Art Pub-Quiz, möglicherweise sogar in Platt, an einen Tisch zu bringen. Gewünscht wurden auch eine Arztpraxis, ein Instrumentenraum, eine Ergänzung zum Gemeindesaal, eine Pfarrbücherei oder eine Pilgerstation einzurichten.

Doch all das kostet Geld. Und um das von dem europäischen Leaderprogramm zu bekommen, mit dem Ideen im ländlichen Raum unterstützt werden können, reiche das noch nicht aus, sagte Dr. Martin Koziol. Er leitet das Maarmuseum in Manderscheid und das Vulkanhaus in Strohn und sitzt in dem Gremium, das über die Vergabe von Förderungen entscheidet. „Wir brauchen eine zündende Idee“, appellierte er an die Bürger von Bergweiler. Die bisherigen Vorschläge gebe es so und ähnlich auch in anderen Dörfern. Doch müsse noch herausgearbeitet werden, was in Bergweiler das ganz Besondere sei.

Auch da kamen einige Ideen zusammen. Man könne das Museum in Teilen erhalten und eine Ausstellung über die Fintenkapelle integrieren, war einer der Vorschläge. Ein anderer hob die besondere Kuriosität der Wax-Sammlung hervor, die es eben woanders nicht so gibt. Auch Ideen des früheren Pfarrers Wax wurden in den Raum geworfen: zum Beispiel ein Treffpunkt für die fünf Weltreligionen.

Diskutiert wurde auch darüber, wie man nicht nur für die Dorfbewohner, sondern auch für Menschen von außerhalb etwas bieten könnte. In diesem Zusammenhang wurde der geplante Klosterradweg von Klausen bis nach Himmerod angesprochen, der an Bergweiler vorbeiführen würde, wenn sich die Pläne dafür umsetzen lassen.

Nach zweistündiger lebhafter Diskussion zog Zellmer ein positives Fazit. „Ich glaube wir haben den Einstieg gefunden.“ Jetzt gelte es, das Bisherige weiter herauszuarbeiten. Dafür wurde direkt das nächste Treffen anberaumt. Am Montag, 25. Februar, um 19 Uhr sollen die Ideen im Bürgerhaus vertieft werden.