Die Tradition aufrechterhalten

Mit der neuen "Sonnenlay" Beatrice I. hat in Mülheim eine Freundin der nach zwei Jahren aus dem Amt geschiedenen Sarah Faust das Sagen.

Mülheim. (urs) Die Vielfalt der "Grafschafter Weinprobe" hat erneut für ein volles Festzelt beim Mülheimer Markt gesorgt. Rund 450 Besucher - darunter viele junge Leute - haben 22 Weine von fast ebenso vielen Weingütern verkostet. Neben Riesling sind auch zwei Burgunder im Angebot. Außerdem schenken ehrenamtliche Helfer wie Christoph Bier, Winzerlehrling aus Sachsen-Anhalt, auffallend viele trockene Weine ein. Einen Gast aus Schwaben freut das sehr. Mit den Lieblichen müsse er sich noch anfreunden, gesteht Jürgen Hoffmann, dem aber dafür der Trockene sehr gut schmeckt. Andere Gäste schätzen den einen wie den anderen Tropfen. So wie der Idar-Obersteiner Reinhold Becker, der zum 50. Mal beim Mülheimer Markt dabei ist. Auch Rene Fauvel ist begeistert. Von den 20 Weinproben, an denen er in 20 Jahren teilgenommen habe, sei dies die beste.

Was die geladenen Weinhoheiten betrifft, scheinen sich aber alle Weinliebhaber einig zu sein. Zumindest dem Applaus nach zu schließen, der den Einzug der Repräsentantinnen von rund einem Dutzend Weinbaugemeinden begleitet. Mit dabei sind nicht nur die Weinköniginnen und -prinzessinnen der Grafschaft Veldenz. Mit den Hoheiten des Namensgebers sind Brauneberg, Burgen und Andel zur Krönung der neuen Mülheimer Sonnenlay gekommen. Aus Bernkastel-Kues ist zudem Mosella Janna I. mit ihrer Prinzessin angereist und aus Maring-Noviand, Lieser und Wintrich deren Kolleginnen. Ehrengäste des Abends sind Mosel-Weinkönigin Martina Servaty und die Schirmherrin, Landrätin Beate Läsch-Weber.

Für eine Weinmajestät heißt es an diesem Abend allerdings Abschied nehmen von Amt und Würden. Die scheidende "Sonnenlay" Sarah I. kann mit Beatrice I. aber immerhin eine Freundin krönen, eine ihrer beiden Weinprinzessinnen. Es habe ihr viel Freude gemacht, ihren Heimatort zu repräsentieren, versichert sie in ihrer Abschiedsrede. "Sonnenlay" Beatrice, die mit zwei Weinprinzessinnen namens Julia in Sarahs Fußstapfen tritt, hat sich wohlüberlegt für das Amt entschieden. "Ich finde es schön, die Tradition aufrechtzuerhalten und den Ort zu vertreten", begründet die 21-jährige Nicht-Winzerstochter. Schließlich habe sie sich bereits als Weinprinzessin wohl gefühlt, fügt die selbstständige Kosmetikerin hinzu, die nach dem Abitur auch ihre Berufentscheidung aus Überzeugung getroffen hatte.

Nach der vom Spielmannszug Mülheim angestimmten und von Dirk Richter kommentierten Weinprobe mit anschließender Krönung leiten die Burgener "Frohnbachtalern" zum gemütlichen Teil des Abends über.