1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Die Veranstaltung „Eine Stadt – ein Fest“ ist für Fans des Entenrennens ein Erlebnis.

Feste : Auf die Enten, fertig, los!

Die Veranstaltung „Eine Stadt – ein Fest“ ist für Fans des Entenrennens ein Erlebnis. 1152 der Plastiktierchen schwimmen eine 500 Meter lange Strecke in der Lieser. Die Siegerin war nach 20 Minuten im Ziel.

Die vierjährige Mia-Sophie ist fasziniert von den Enten, die in der Schaufel des Radladers von Eric Daus an der Brückenmühle liegen. Einige haben Schwimmbrillen auf, andere Matrosenhütchen, und es gibt sie auch nur in Gelb. Nachdem Mia-Sophie sie sich genau angesehen hat und die Jugendfeuerwehrmänner unten in der Lieser fertig sind,  beginnt Karsten Mathar, Geschäftsführer des Stadtmarketings, mit dem Countdown. Viele Schaulustige zählen mit, bis die 1152 Enten ins Wasser gekippt werden. Derweil sitzen 500 Meter weiter, am neugestalteten Lieserufer, mehrere Hundert Menschen, die entspannt auf das erste Tierchen warten.

Sie genießen das herrliche Sonnenwetter, gönnen sich ein Getränk oder ein Eis und schauen gespannt, ob sich auf der Lieser schon was tut. Denn schließlich gewinnt der Pate des Siegerentchens eine Reise nach Disneyland für vier Personen. Die Paten der „lahmsten“ Ente bekommen eine Fahrt auf der Mosel. Claudia Jacoby, Vorsitzende des Stadtmarketings, sagt: „Der Entenverkauf war gigantisch. Wir hätten bestimmt noch 200 bis 300 Entenpatenschaften mehr verkaufen können.“

Das sieht auch Uwe Hamacher so, der aus Viersen stammt und in der Region Urlaub macht. „Wir waren schon enttäuscht, dass wir keine Ente mehr bekommen haben. Aber die Stimmung hier ist toll, und das Ufer schön gemacht – das entschädigt“, sagt er lächelnd.

Der Erlös des Entenrennens geht an den Kinderschutzbund und die Jugendfeuerwehr Wittlich. Die hat vor, während und nach dem Rennen kräftig mit angepackt. Sie hat die gelben Tierchen auf ihrem Weg in der Lieser begleitet, und wenn mal eins von der Strömung in die Böschung oder zwischen Steinen gestrandet war, haben es die Aktiven mit einem kräftigen Schwung wieder auf die Spur zu den anderen gebracht.

Nach knapp 20 Minuten ist es dann soweit. Die erste Ente ist in der Flussbiegung zu erkennen. Auf dem Weg hatte sich ein dichtes Verfolgerfeld gebildet, aber sie konnte sich absetzen. Doch dann kommt sie von ihrer Ideallinie ab und bleibt an einem Stein hängen. Eine andere, mit der Nummer 531, nutzt die Situation aus und zieht  an ihr vorbei ins Ziel.

Auf den letzten Metern wird sie von Kindern am Ufer begleitet. Die Zuschauer erheben sich von den Steinstufen, um den Zieleinlauf genau beobachten zu können. Mit kräftigem Applaus wird die Ente im Ziel begrüßt. Das Verfolgerfeld kommt kurze Zeit später an. Die Enten werden von den Feuerwehrmännern mit Köchern und einer Schlängelsperre, die normalerweise für Öl, dass auf Gewässern schwimmt eingesetzt wird, gestoppt und in Bottichen gesammelt. Sie werden wieder an ihren Anbieter zurückgeschickt und nehmen in anderen Städten an Entenrennen teil.

Martin Schmitt von der  Feuerwehr Wittlich-Stadtmitte sagt: „Für unsere Jugendfeuerwehr ist das eine sehr schöne Sache, denn sie können mithelfen, sich zeigen, bekommen etwas vom Erlös,  und es ist eine schöne Abwechslung.“

Doch damit ist das Programm des Stadtfestes noch nicht zu Ende. Für die kulturell Interessierten gibt es Führungen in der Galerie des Alten Rathauses und der Casa M. Dort erklärt Diana Lamprecht die Werke Toni Munzlingers  und was er  Wittlich geschenkt hat: vom Prozess einer Radierung bis hin zu Zeichentrickfilmen über die Antike.  Derweil amüsieren sich auf dem Marktplatz Kinder und Jugendliche beim Lebendkicker des Jugendparlaments.

 Ganz schön was los am Fluss: Hunderte Zuschauer verfolgen am neugestalteten Lieserufer das Entenrennen. 1152 der gelben Plastiktierchen ziehen an ihnen vorbei.
Ganz schön was los am Fluss: Hunderte Zuschauer verfolgen am neugestalteten Lieserufer das Entenrennen. 1152 der gelben Plastiktierchen ziehen an ihnen vorbei. Foto: Klaus Kimmling
 Junge Feuerwehrleute kippen die Enten vor dem Start in eine Baggerschaufel. Von dort geht es in die Lieser.
Junge Feuerwehrleute kippen die Enten vor dem Start in eine Baggerschaufel. Von dort geht es in die Lieser. Foto: Klaus Kimmling

Am Abend haben der Musikverein Bombogen und die Gruppe „Bombo-Brass“ einen besonderen Auftritt. Aus verschiedenen Ecken und Straßen  kommen einzelne Musiker und Instrumentengruppen. Am Lieserufer angekommen, spielen sie eine Stunde für die Besucher.