Kommunalpolitik Diskussion um Verwaltungssitz der VG Traben-Trarbach: Politik der kleinen Schritte

Traben-Trarbach · Die Diskussion über die Zukunft des Verwaltungssitzes der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach kommt nur langsam voran. Der Ältestenrat soll im Januar die Kriterien festlegen.

Das Rathaus der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach im Herzen des Stadtteils Trarbach.

Das Rathaus der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach im Herzen des Stadtteils Trarbach.

Foto: Ursula Schmieder

Wie die Zeit vergeht! Es sind schon achteinhalb Jahre her, dass die Verbandsgemeinden Traben-Trarbach und Kröv-Bausendorf aufgelöst wurden und die angehörenden 16 Orte sich zur neuen Verbandsgemeinde Traben-Trarbach zusammenschlossen. Etwa fünf Kilometer liegen zwischen den beiden Hauptorten Traben-Trarbach und Kröv. Die Verwaltungsgebäude standen recht nahe beisammen und das ist auch immer noch so. Mit dem Bürgeramt in der Trarbacher Brückenstraße gibt es noch einen dritten, wenn auch kleinen Standort.

Im zu Ende gehenden Jahr ist bereits mehrfach in Sitzungen über die Zukunft des Verwaltungssitzes der VG Traben-Trarbach geredet und diskutiert worden. Der Hintergrund: Nicht alle Standorte sind barrierefrei, zudem herrscht besonders im Traben-Trarbacher Rathaus ein hoher energetischer Sanierungsbedarf und die Kapazitäten aller Standorte reichen nicht mehr aus.

In diesem Zusammenhang von einer Politik der kleinen Schritte zu reden, ist sicher nicht falsch. Der Stand vor der letzten Sitzung des VG-Rates im Jahr 2022: Das Gremium ist nach seiner Zusammenkunft Anfang Oktober der Auffassung, dass zunächst die organisatorischen und wirtschaftlichen Belange der Unterbringung der Verwaltung untersucht werden sollen. Anschließend seien gegeben­enfalls bauliche Überlegungen anzustellen. Zu diesem Zweck soll von der Verwaltung der Untersuchungsumfang definiert werden. Der Ältestenrat könne dann eine Entscheidung treffen.

„Bisher ist erst ein Angebot für eine Beratung eingegangen“, berichtet Bürgermeister Marcus Heintel (SPD) in der letzten Sitzung des Jahres. Das ist allein aus Gründen der Vergleichbarkeit nicht ausreichend. Er geht von weiteren Angeboten aus und wiederholt die Auffassung, dass der Ältestenrat Anfang 2023 den Auftrag vergeben soll.

Nicht alle im Rat teilen diese Meinung. „Es ist nicht so eilig, der VG-Rat soll entscheiden“, sagt Gerhard Lettl (Grüne). Hajo Weinmann (SPD) geht nochmal ins Grundsätzliche: „Das Thema ist nicht neu. Wir wollen es bearbeiten, das wissen wir schon lange.“ Die Situation in den zwei Hauptgebäuden sei nicht gut. „Wir müssen einen Kriterienkatalog erarbeiten, damit wir eine Beratung bekommen können“, sagt er. Und weiter: „Wir müssen mal irgendwas machen.“ Man solle ergebnisoffen diskutieren. „Die Grünen wollen schon einschränken“, sagt er mit Blick darauf, dass die andere Fraktion keinen Neubau wolle.

„Wir sollten uns alle Optionen offenhalten und den Spielraum nicht einengen“, sagt Bürgermeister Heintel vor allem zum Thema Neubau oder Sanierung. „Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion verlangt eine Studie mit Alternativen“, erläutert er. Günter Föllenz (CDU) favorisiert eine Diskussion im „kleinen Kreis“.

Die wird es nach der Abstimmung im Rat geben. Der Ältestenrat wird im Januar den Untersuchungsumfang festlegen. Interessant bei der letzten Runde zu diesem Thema im Jahr 2022: Kein einziges Mal werden die Orte Traben-Trarbach und Kröv genannt, obwohl die Diskussion sich auf die beiden zentralen Standorte konzentriert. Allerdings drängt auch die Zeit: Eine Sanierung oder Erweiterung des Rathauses in Traben-Trarbach muss auch das benachbarte Sanierungsgebiet „Blockbereich“ berücksichtigen.

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