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Die Verbandsgemeinden Hermeskeil, Thalfang und Birkenfeld wollen touristisch stärker miteinander zusammenarbeiten.

Tourismus : Gemeinsam weg vom Kirchturmdenken

Die Verbandsgemeinden Hermeskeil, Thalfang und Birkenfeld wollen touristisch stärker miteinander zusammenarbeiten. Der Service für die Feriengäste soll dadurch besser werden.

Die Verbandsgemeinden Birkenfeld, Hermeskeil und Thalfang wollen im touristischen Bereich enger miteinander Zusammenarbeiten . Der Thalfanger Verbandsgemeindebürgermeister Marc Hüllenkremer, sein Birkenfelder Kollege Bernhard Alscher und Hartmut Heck, Beauftragter der VG Hermeskeil, haben im Hunsrückhaus am Erbeskopf eine entsprechende Interessenbekundung unterschrieben, um ein gemeinsames Tourismus Service Center (TSC) aufzubauen.

Das Ziel: Durch die Zusammenarbeit soll die touristische Arbeit leistungsfähiger und der Service für Gast, den Gastgeber und die Einwohner der Region verbessert werden. Zudem soll der Wirtschaftsfaktor Tourismus gestärkt werden.

Alle vier bis sechs Wochen soll sich ein Arbeitskreis treffen, bestehende aus den jeweiligen Leitern der Tourismusbüros, um sich zu beraten und Aufgaben miteinander abzustimmen. Die gemeinsamen Arbeitsfelder betreffen Organisation und Planung, Innenmarketing und  Qualität, die Außenkommunikation mit dem Bezug auf Pressearbeit und gemeinsame Angebote wie Urlaub mit dem Hund (der TV berichtete).

Darüber hinaus sind weitere Punkte in der Zusammenarbeit geplant. Beispiele dafür sind  Absprachen beim Online-Marketing, Schulungsabende für Gastgeber, Abstimmung bei überregionalen Presseanfragen und die Entwicklung gemeinsamer Basistexte und Fotoarchive.

Vorangegangen war eine Untersuchung des Beratungsunternehmens BTE Tourismus- und Regionalberatung mit Büro in Mainz. Geschäftsführer Alexander Schuler hat die Ergebnisse vorgestellt, auf deren Grundlage die Interessenbekundung für ein TSC vereinbart worden ist. Die Stärken der Region liegen in hohen Tagestourismuszahlen, insbesondere am Erbeskopf, in den bereits bestehenden und erprobten Kooperationen der Verbandsgemeinden im Bereich Touristik und bereits bestehender Aufgabenteilungen.

Die derzeitigen Schwächen liegen in den knappen Personal- und Finanzressourcen, den fehlenden strategischen Grundlagen und der geeigneten Strukturen, obwohl gemeinsame Visionen vorhanden sind. „Ihre größte Stärke ist ihr Bewusstsein, dass Sie sich verändern müssen“. sagt Schuler.

Den Gästen sei die kleinteilige kommunale Struktur egal. Gäste in Ferienwohnungen fahren oft bis zu 100 Kilometer rund um ihren Standort. „Es ist daher wichtig, etwas zusammen  zu machen. Gemeinsamkeit ist das Zauberwort“, sagt Schuler.

Und das  insbesondere, weil mit der Hunsrücktouristik und der Nahelandtouristik zwei Gesellschaften für die Nationalparkregion zuständig sind. „Die Aufgabenteilung auf lokaler Ebene braucht es auch regional“, sagt er.

„Wir haben jetzt eine Aufgabenbeschreibung, an der wir uns orientieren können“, sagt der Birkenfelder Bürgermeister Alscher. Die Gemeinden vorm und hinterm Wald hätten viel gemeinsam. „Wir reden miteinander, das hat es vor dem Nationalpark nicht gegeben“, sagt er. „Wir sind lokal auf dem richtigen Weg“, sagt Hartmut Heck von der VG Hermeskeil. „Wir müssen weg vom Kirchturmdenken“, fordert er. Alle Akteure hätten ein gemeinsames Ziel. Wobei Tourismus mehr sei als nur der Nationalpark, betont er.