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Die Verbandsgemeinden Wittlich-Land und Traben-Trarbach machen bei der Ver- und Entsorgung gemeinsamen Sache.

Versorgung : Zwei Werke, ein Servicebetrieb

Die Verbandsgemeinden Wittlich-Land und Traben-Trarbach machen bei der Ver- und Entsorgung gemeinsamen Sache.

Die Verbandsgemeinden Wittlich-Land und Traben-Trarbach wollen gemeinsam eine Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) gründen.

Der Zweck: Die AöR soll als Ver- und Entsorgungs-Servicebetrieb für die beiden VG-Werke dienen und am 1. Januar 2021 ihre Arbeit aufnehmen.

Wichtig für die Gebührenzahler: Die bestehenden Entgeltsysteme bleiben in den jeweiligen Verbandsgemeinden unverändert bestehen. Die beiden Werke beziehungsweise Verbandsgemeinden entscheiden weiterhin über die Investitionen innerhalb ihrer Gebiete. Das gesamte Vermögen verbleibt bei der jeweiligen Verbandsgemeinde. Der VG-Rat Traben-Trarbach hat bereits einen entsprechenden Grundsatzbeschluss für die Gründung einer AöR gefasst. Im Verbandsgemeinderat Wittlich-Land steht das Thema vermutlich nach der Sommerpause auf der Tagesordnung.

Dennis Junk, Bürgermeister der VG Wittlich-Land, hatte bereits im Juni 2016 in einem Interview mit dem TV einen entsprechenden Vorschlag gemacht. Seine Idee: Alle Werke innerhalb des Kreises Bernkastel-Wittlich sollten in einer einzigen Versorgungs- und Entsorgungseinrichtung zusammengefasst werden. Die nun geplante AöR auf Ebene der Verbandsgemeinden Wittlich-Land und Traben-Trarbach könnte also der Beginn für einen noch größeren Servicebetrieb sein, an dem sich noch weitere Verbandsgemeinden und die Stadt Wittlich beteiligen. Die beiden Bürgermeister Dennis Junk und Marcus Heintel versprechen sich von dem gemeinsamen Servicebetrieb unter anderem Personaleinsparungen, Kostensenkungen durch den Einkauf größerer Mengen, geringere Lagerhaltungskosten, bessere Spezialisierung der Mitarbeiter und bessere Vertretungsmöglichkeiten, wenn Mitarbeiter in Urlaub oder krank sind.

Junk: „Auf die Werke kommen immer größere Herausforderungen zu. Wir brauchen immer mehr Spezialisten – zum Beispiel Chemiker. Dass jede kleine VG einen Chemiker einstellt, macht sicherlich keinen Sinn.“ Die Strukturen: In der VG Wittlich-Land leben 30 200 Einwohner in 45 Gemeinden, das Kanalnetz hat eine Länge von 390 Kilometer. Die VG betreibt Kläranlagen mit einer Größenordnung von 40 510 Einwohnergleichwerten. Im Bereich der Wasserversorgung betreiben die VG-Werke Wittlich-Land keine eigenen Gewinnungsanlagen und Hochbehälter. Das Trinkwasser wird komplett vom Zweckverband Wasserversorgung Eifel-Mosel bezogen.

In der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach leben 19 036 Einwohner in 16 Gemeinden. Das Kanalnetz hat eine Länge von 270 Kilometer. Die VG betreibt Kläranlagen mit einer Größenordnung von 73 236 Einwohnergleichwerten.

Die Struktur der Trinkwasserversorgung in der VG Traben-Trarbach ist kompliziert. Die Orte in der ehemalien VG Kröv-Bausendorf sowie die Orte Burg und Enkirch erhalten ihr Trinkwasser über den Zweckverband Wasserversorgung Eifel-Mosel, die Gemeinde Starkenburg über den Wasserverband Hunsrück I. Das Trinkwasser für die Stadt Traben-­Trarbach einschließlich Wolf und Kautenbach wird aus eigenen Brunnen und Quellen gewonnen.