Die Volkshochschulen Morbach und Bernkastel-Kues werden wohl kooperieren.

Bildung : Kooperation der Volkshochschulen Morbach und Bernkastel-Kues ist angestrebt

In jüngster Zeit hatten Erwachsene wenig Möglichkeiten, sich im  Hunsrück weiterzubilden. Eine Kooperation der Volkshochschulen Morbach und Bernkastel-Kues soll die Angebote an beiden Standorten verbessern.

Die Volkshochschulen Bernkastel-Kues und Morbach sollen miteinander kooperieren. Diesen Vorschlag der Morbacher Verwaltung haben die Mitglieder des Morbacher Haupt- und Finanzausschusses in ihrer jüngsten Sitzung diskutiert.

Ziel der Kooperation ist, das Angebot in der Gemeinde Morbach zu verbessern. Die Kurse der VHS Morbach könnten in die der VHS Bernkastel-Kues und der Kueser Akademie für europäische Geistesgeschichte integriert werden. „Wir können so die Angebote in Morbach weiterentwickeln und neue schaffen“, sagt Bürgermeister Andreas Hackethal.

Denn die Kurse seien nicht so ausgeprägt, „wie wir uns das wünschen“, sagt der Bürgermeister. Dazu könnte die Angebote auch in den Amtsblättern der anderen Kommune beworben werden, um für  Lesungen und Vorträge ein weiteres Publikum zu erreichen. Beide Seiten könnten so von einer Kooperation profitieren. Zudem könnten Theaterfahrten gemeinsam organisiert werden. „Wenn der Bus von Bernkastel-kues nach Trier fährt, könnte Morbach auch angefahren werden“, sagt Hackethal. Die Kooperation soll unbefristet vereinbart werden, sei aber jährlich kündbar.

Die Ausschussmitglieder bewerten die beabsichtigte Zusammenarbeit positiv. Jürgen Jakobs von der CDU legt Wert auf „handfeste Angebote“, ein Ausdruck, der sich an diesem Abend bei den Sitzungsteilnehmern etabliert. Jakobs führt als Beispiel das klassische Zehn-Finger-Blind-Schreiben auf einer Schreibmaschine an, das er selbst einst in der Volkshochschule gelernt habe. Es gebe zu viele Menschen, die im PC-Zeitalter mit zwei Finger auf einer Tastatur arbeiteten.  Allerdings sei es problematisch, Referenten zu finden. Thomas Jakobs von den Freien Wählern wirbt ebenfalls für „handfeste Kurse“ wie Sprachen, Word und Excel, „mit denen man etwas anfangen kann“. Bärbel Anton von Bündnis 90/Die Grünen sagt, Weiterbildung werde immer wichtiger. Die Angebote müssten vor Ort stattfinden. Dazu mahnt sie, ein kulturelles Angebot nicht zu vernachlässigen. Theo Wagner von der SPD regt an, bei den neuen Lehrern der Morbacher IGS um Referenten zu werben.

All dies könne durch die Kooperation einfacher werden, sagt Hackethal. Referentenaus  Bernkastel-Kues könnten auch in Morbach Kurse geben und umgekehrt. Er hofft auf mehr PC-Kurse oder Sprachen wie Englisch und Französisch. „Handfeste Dinge, darum geht es“, sagt er.

Einstimmig beschließt der Ausschuss, dem Morbacher Gemeinderat die angestrebte Kooperation mit der Volkshochschule Bernkastel-Kues zu empfehlen. In Morbach entscheidet der Gemeinderat  am kommenden Montag über die Frage.

Matthias Vollet, Pädagogischer Leiter der Volkshochschule Bernkastel-Kues, sagt, seine VHS habe bereits mehrere Kurse in Morbach organisiert, unter anderem Deutschkurse in Bischofsdhron und Morbach. Oft kämen auch Nachfragen von Bürgern aus der Einheitsgemeinde nach Kursen der VHS Bernkastel-Kues. Jedoch sind  diese per Bus nicht erreichbar, so dass nicht jeder daran teilnehmen kann. Deshalb wolle man künftig mehr Kurse  in Morbach anbieten und gleichzeitig das Angebot und die Reichweite vergrößern. Vollet: „Als Volkshochschule hilft man einer anderen Volkshochschule gern.“

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