1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Die Vorbereitungen für Impf-Kampagne laufen

Corona : So könnte eine Corona-Impfung im Kreis Bernkastel-Wittlich ablaufen

Ob auch der Kreis Bernkastel-Wittlich ein Impfzentrum bekommen wird, ist noch offen.

Bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Covid-19-Virus zählt das Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech zu den führenden Herstellern. Der Impfstoff BNT162 gilt als vielversprechend und ist schon weit entwickelt. Von ihm könnten noch vor Jahresende 100 Millionen Dosen bereit gestellt werden, teilt das Unternehmen auf seiner Homepage mit. Medienberichten zufolge soll Mitte November die US-Zulassung beantragt werden, währenddessen die Produktion schon begonnen habe. Wie würde dann eine Impfkampagne in Deutschland ablaufen? Bereits im Sommer berichteten Insider der Mainzer Landesregierung, dass erste Planungen für eine Impfkampagne laufen. Diese solle noch vor Jahresende beginnen und die Gesundheitsämter sollen dabei mit eingebunden werden.

Inzwischen steht fest: Der öffentliche Gesundheitsdienst wird bei einer solchen Impfkampagne eine koordinierende Funktion haben. Das bestätigt Manuel Follmann, Pressesprecher der Kreisverwaltung in Wittlich.

Land legt Impfzentren fest: Inwieweit das Wittlicher Gesundheitsamt daran beteiligt werde, sei jedoch noch nicht klar. „Die Örtlichkeit der Impfzentren wird das Land festlegen. Deshalb kann der Landkreis noch nicht konkret planen. Die Impfstoffe sollen auf die einzelnen Impfzentren verteilt werden,“ erklärt Follmann. Noch warte man auf genauere Abstimmungen zwischen Bund und Ländern, um dann die jeweiligen Aufgaben der Impfkampagne zu erhalten.

Wer zuerst geimpft wird: In Abhängigkeit von der Zulassung des Impfstoffs könnte es frühestens zum Jahreswechsel losgehen. Wer könnte zuerst geimpft werden? „Die Priorität wird nach der Verfügbarkeit des Impfstoffs und der zeitlichen Abläufe festgelegt. So ist es denkbar, dass zuerst medizinisches Personal und besonders gefährdete Personen geimpft werden. Die Menge und die Zielgruppe sind dabei entscheidend“, sagt Follmann. Neben den Impfzentren könnten auch mobile Teams eingesetzt werden, die ältere Menschen, die nicht mehr mobil sind, zu Hause besuchen und impfen.

Eintragung im Impfpass: Neben den Ärzten dürfte grundsätzlich auch das medizinische Personal impfen. Allerdings müsse auch ein Aufklärungsgespräch – und das zwingend mit einem Arzt - erfolgen. Daher müssten an allen Impf-Stationen Ärzte vor Ort sein. Die Eintragung der Impfung würde dann im regulären Impfpass erfolgen. Auch eine Unterstützung der Bundeswehr, sowohl im medizinischen als auch in anderen Bereichen, sei möglich.

Bestehende Planungen nutzen: Generell gelte: Bund und Länder machen die Grundplanungen, dann erfolge die Aufgabenverteilung an Kreise und Städte. Das ist kein Neuland für die Verwaltung. Beim Irak-Krieg 2003 gab es Befürchtungen, dass in Deutschland Terroristen tödliche Pockenviren freisetzen. Damals wurden deshalb schon Planungen für eine breite Massen-Impfung gemacht. „Wir werden schauen, ob man auf diesen bereits vorhandenen Planungen aufbauen kann. Wir fangen nicht bei Null an,“ versichert Follmann.