Die Wahl vor der Wahl

So wie in der Verbandsgemeinde Wittlich-Land wächst im Landkreis Bernkastel-Wittlich in mehrenen Kommunen die Zahl der Briefwähler. Das dafür notwendige Anforderungsformular bereitete vielen Bürgern Schwierigkeiten.

Wittlich. (har) Der Landeswahlleiter hatte ein Einsehen. "Anfangs hatten wir einen ganzen Stapel an Briefwahlunterlagen, bei dem wir nicht wussten, was wir damit anfangen sollen", sagt Herbert Billen. Er ist bei der Verbandsgemeindeverwaltung Wittlich-Land für die Kommunalwahl zuständig.

Was erst Billen und seinen Kollegen Kopfzerbrechen bereitete und anschließend dem Landeswahlleiter, ist ein Formular. Das muss jeder Bürger ausfüllen, um die Briefwahlunterlagen zu bekommen. Die Unterschrift muss dabei eigentlich an einer bestimmten Stelle stehen. Die ist jedoch von zig Wahlwilligen nicht erkannt worden. Das wiederum liegt wohl an der Gestaltung des Vordrucks.

Aufgrund der Einsicht des Landeswahlleiters sind nun die Formulare auch dann gültig, wenn die Unterschrift auch an anderer Stelle gemacht wurde. "Da ist uns allen ein Stein vom Herzen gefallen", sagt Billen. Und damit ist wohl den Verwaltungen auch viel Ärger erspart geblieben. Denn bisher haben rund 1700 Bürger aus der Verbandsgemeinde Wittlich-Land sich für die Briefwahl entschieden. Nicht auszudenken, wenn dieser Wahlwunsch unerhört geblieben wäre. "Wir haben in diesem Jahr mehr Briefwähler als 2004", sagt Billen. Denn bei der bisher letzten Kommunalwahl gab es nur 1496 Briefwähler. Und bei der VG-Verwaltung Wittlich-Land wird mit regem Betrieb bis Freitag, 5. Juni, 18 Uhr gerechnet. Denn bis dahin kann die Briefwahl beantragt werden. In begründeten Fällen sogar noch bis 15 Uhr am Wahlsonntag.

Bisher 1600 Briefwähler vermeldet die Stadtverwaltung Wittlich. Stadtsprecherin Simone Röhr schätzt, dass die Zahl am Ende größer sein könnte als noch vor fünf Jahren. Mit einem Anstieg rechnet auch die Verwaltung in Manderscheid. Dort sind bisher rund 530 Briefwähler registriert. Zwischen 600 und 700 werden es dort mutmaßlich werden.

Derzeit rund 2200 und am Ende 2700 bis 2800 Bürger wird es laut VG-Verwaltung Bernkastel-Kues geben, die lieber in ihren eigenen vier Wänden ihre Kreuze machen als in den Wahlkabinen. Das entspricht dem Wert der bisher letzten Kommunalwahl. 850 Briefwähler sind es derzeit in der VG-Traben-Trarbach. Rund 1000 werden es am Ende sein, schätzt die Verwaltung. Kröv-Bausendorf meldet derzeit rund 500 und erwartete 800. In Neumagen-Dhron sind es 400. In Thalfang liegt die Zahl bisher bei rund 260. Mit mehr als 400 wird gerechnet. Morbach vermeldet rund 590, 623 waren es 2004.