Die Weinlese 2019 an der Mosel hat begonnen

Kostenpflichtiger Inhalt: Start der Weinlese : So sind die Aussichten für den 2019er an der Mosel

Die Weinlese hat mit der Ernte der frühen Rebsorten unter idealen Bedingungen begonnen. Die Reife der Trauben ist schon weit fortgeschritten.

Es ist sonnig und trocken, die Nächte sind kühl, und tagsüber ist es nicht zu warm. Das sind ideale Bedingungen für die Reife und begünstigt die Aromabildung in den Trauben. Die Winzer an Mosel, Saar und Ruwer haben begonnen, die frühreifenden Rebsorten wie Müller-Thurgau – auch Rivaner genannt – und Dornfelder zu ernten und aus dem Most Traubensaft oder Wein zu machen.

Diese Sorten wachsen vor allem in den flachen Lagen. Dort kommt immer mehr der Traubenvollernter zum Einsatz. Die Mostgewichte, das heißt der Zuckergehalt der Trauben, haben in den vergangenen Tagen enorm zugelegt. Das gilt auch für die wichtigste Rebsorte der Mosel, den Riesling. Das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel in Bernkastel-Kues führt regelmäßig Reifemessungen durch. Anfang dieser Woche ermittelten die Weinbauberater in den Spitzenlagen der Mittelmosel beim Riesling Mostgewichte im Schnitt von über 85 Grad Oechsle. Innerhalb nur einer Woche sind die Mostgewichte um über zehn Grad gestiegen.

Was kaum jemand erwartet hätte: Der aktuelle Reifegrad ist zum jetzigen Zeitpunkt etwa mit dem 2018er vergleichbar. Allerdings – und das freut die Winzer – sind die Säurewerte etwas höher, was spritzigere und damit „moseltypischere Weine“ erwarten lässt.

Die Lese des Rieslings, der über 60 Prozent der Rebflächen an Mosel, Saar und Ruwer ausmacht und vor allem in den Steillagen wächst, wird wohl erst Anfang Oktober beginnen. Entscheidend für den Lesetermin ist jetzt das Wetter. Zu hohe Tagestemperaturen und Nässe könnten die Erwartungen deutlich dämpfen. Die Winzer hoffen auf einen goldenen Oktober.

Bei den großen Spitzenweingütern, die fast ausschließlich Riesling anbauen, ist man noch entspannt, beobachtet aber die Wettervorhersagen ganz genau. Das Weingut Karthäuserhof an der Ruwer bewirtschaftet 24 Hektar, davon 22,5 Hektar Riesling. Kellermeister Sascha Dannhäuser: „Ende September holen wir den Weißburgunder, dann geht’s wohl übergangslos in den Riesling. Es sieht sehr gut aus, die Trauben sind sehr gesund.“

Die ersten Ernteergebnisse der frühen Sorten deuten darauf hin, dass die Erntemenge etwas geringer ausfallen wird als im Vorjahr. Weinbauberater Markus Scholtes vom DLR Mosel: „Der Fruchtansatz im Frühjahr war etwas schlechter, das heißt, es hängen weniger Trauben am Stock. Außerdem gab es mancherorts im Frühjahr Frostschäden.“

Dennoch sind die Winzer mit der Menge sehr zufrieden, zumal die sehr heißen Sommertage in vielen Lagen Sonnenbrand an den Trauben verursacht haben und man zunächst größere Ernteausfälle befürchten musste.

Nach Angaben des Deutschen Weininstituts wird der 2019er Weinjahrgang nach den aktuellen Ertragsschätzungen voraussichtlich nicht ganz das Niveau einer durchschnittlichen Erntemenge von rund neun Millionen Hektolitern erreichen. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Erntemenge an Mosel, Saar und Ruwer beträgt etwa 0,8 Millionen Hektoliter.

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