Die Windräder kommen
Bernkastel-Kues/Thalfang/Morbach · Auf den Gemarkungen Gornhausen und Veldenz errichtet das Unternehmen Juwi derzeit die ersten Windräder im Wald in der Nähe des Ranzenkopfs. Zwar stehen für zahlreiche weitere Anlagen Prüfungen und Genehmigungen noch aus, doch ist in dem Gebiet der Bau von insgesamt 52 Windrädern möglich.
Bernkastel-Kues/Thalfang/Morbach. Der Ausbau der Windenergie auf dem bewaldeten Höhenzug zwischen Haag und Elzerath in der Einheitsgemeinde Morbach, Horath in der Verbandsgemeinde Thalfang und den Moselgemeinden Piesport, Wintrich, Brauneberg, Veldenz und Gornhausen hat begonnen. Die Pfeiler der ersten Windräder sind bereits zu sehen: Sie ragen zusammen mit den Baukränen aus einem Waldstück bei Gornhausen über die Wipfel der Bäume hinaus.
In wenigen Wochen werden aus den beiden Türmen zwei von sechs Windrädern entstanden sein, die das Wörrstadter Unternehmen Juwi dort errichtet. Sie werden wohl nicht die einzigen bleiben: Bis zu 52 Windräder könnten in dem Waldgebiet rund um Haardt- und Ranzenkopf in den kommenden Jahren Strom erzeugen. Doch wie viele der insgesamt beantragten und geplanten Anlagen tatsächlich genehmigt werden können, kann jetzt wegen der Vielzahl erforderlicher Fachprüfungen nicht abgeschätzt werden, sagt Manuel Follmann von der Kreisverwaltung.
Je nach Standort werden auch an der Mosel Windkraftanlagen zu sehen sein, sagt er. Unbestritten werde hierdurch eine Veränderung des Landschaftsbildes eintreten. Die Meinungen hinsichtlich der Erheblichkeit der optischen Wirkung auf das Landschaftsbild seien jedoch subjektiv und könnten weit auseinander liegen. In Teilen würden Windkraftanlagen und die von ihnen ausgehenden Beeinträchtigungen von den Bürgern akzeptiert, weil sie einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende leisten und durch die regionale Wertschöpfung auch die Kommunen und je nach Betreibermodell die Bürger selbst profitieren.
Gornhausen/Veldenz: Dort errichtet die Firma Juwi vier Windräder: zwei auf Veldenzer Gemarkung und zwei auf Gornhausener Gebiet. Die Nabenhöhe der einzelnen Windräder beträgt bis zu 149 Meter, die Rotorblätter werden sich noch einmal 50 Meter höher drehen, so dass die Windräder bis zu 199 Meter hoch werden, sagt Wolfgang Hauth von den Werken Bernkastel-Kues. Zudem wird ein Umspannwerk gebaut, sagt Falko Bösing von Juwi. Die sechs Anlagen sollen zwischen September und November 2015 in Betrieb gehen. Weitere drei Windräder seien noch in der Prüfung. Pro Windrad werde etwa ein Hektar Wald gerodet, jedoch sollen diese Flächen nach Ende der Bauarbeiten etwa zur Hälfte wieder aufgeforstet werden, sagt Bösing.
Morbach/VG Bernkastel-Kues: Im Staatsforst will das Unternehmen Agro & Wea aus dem emsländischen Twist in Zusammenarbeit mit der Energie Bernkastel-Wittlich bis zu 17 Anlagen errichten, sagen Hauth und Agro & Wea - Geschäftsführer Wilhelm Wilberts. Der Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal sagt, es würde geprüft, ob acht davon auf dem Gebiet der Einheitsgemeinde stehen können.
Wintrich/Brauneberg/Piesport: Auch hier will die Agro & Wea abhängig von den Untersuchungen zum Natur- und Trinkwasserschutz bis zu 17 Anlagen errichten. "Wir planen, im kommenden Jahr die ersten Windräder zu bauen", sagt Wilberts. Dazu hat das Unternehmen die Windenergie Wintrich Planungsgemeinschaft gegründet, bei dem Agro & Wea mit den Kommunen zusammenarbeitet. Sowohl Wilberts als auch die Ortsbürgermeister von Wintrich, Brauneberg und Piesport sind Geschäftsführer, sagt er. Bürger und Kommunen sollen die Möglichkeit haben, sich an den Windanlagen in Form eines Bürgerwindparks zu beteiligen. Das gelte auch für die oben genannten Anlagen im Staatsforst. Wilberts kündigt zu den Beteiligungsmöglichkeiten eine Infoveranstaltung an, sobald die Baugenehmigungen vorliegen.
Horath: Das Unternehmen Abowind will neun Windräder nördlich der Ortslage errichten. Der Thalfanger Bürgermeister Marc Hüllenkremer verweist auf die noch nicht abgeschlossene Fortschreibung des Flächennutzungsplans und die ausstehenden naturschutzrechtlichen Prüfungen und kann in diesem Stadium noch keine Zahl nennen, wie viele Windräder tatsächlich gebaut werden. Das macht allerdings Alexander Koffka, Pressesprecher von Abo-Wind. Bei der Offenlage der Planungen im Frühjahr habe es keine Einwendungen gegeben, sagt er. Er hofft auf eine Baugenehmigung im Herbst und Baubeginn Mitte des kommenden Jahres.