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Die Wittlicher Bibel soll an Pfingsten erscheinen

Kirche : Wittlicher Bibel erscheint an Pfingsten

Autoren gesucht: Die evangelische Gemeinde will eine Wittlicher Bibel veröffentlichen. Pfingsten soll das Werk präsentiert werden.

Viele Kinder sind  dabei, Konfirmanden, Wittlicher Bürger und auch der  Bürgermeister: Derzeit entsteht unter der Federführung der evangelischen Kirchengemeinde die erste Wittlicher Bibel. „Die Idee kam uns im vergangenen Jahr beim ökumenischen Gemeindefest“, erzählt Pfarrerin Susanne Triebler. Zwischen der evangelischen Christuskirche in der Trierer Landstraße und der St.-Bernhards-Kirche wurde im Luther-Jahr gefeiert, „und da kam der Gedanke auf, etwas zu machen, was das Jubiläum überdauert“.

Und so entstand die Idee zur ersten Wittlicher Bibel, die schon konkrete Formen angenommen hat, denn die ersten Texte liegen vor. „Kitas haben mitgemacht, Schulen und viele Privatpersonen“, sagt Triebler. Auch Bürgermeister Joachim Rodenkirch hat seinen Beitrag bereits abgegeben: Er habe sich „Suchet der Stadt Bestes“ aus dem Buch des Propheten Jeremia (Kapitel 29, Verse 5 - 7) ausgesucht. Bisher sind rund 100 Seiten zusammengekommen, die die Einsender kreativ gestalten können, mit Fotos, Bildern, Grafiken oder Malerei zum Beispiel. „Eine Frau hat alleine 26 Seiten geschrieben“, sagt Triebler erfreut, alle kommen in die Bibel. Auch ein Beitrag auf Wittlicher Platt, geschrieben von Albert Klein, ist schon eingegangen. Ohnehin sei die Resonanz groß auf das Projekt, viele brächten sich ein. Die Beiträge hingen eng mit den Einsendern zusammen, sagt die Pfarrerin: „Viele schauen auf ihre Lebensgeschichte zurück und schreiben etwas auf, was sie mit sich selbst verbinden.“ Dazu gehörten zum Beispiel der eigene Trauspruch oder andere Verbindungen zwischen Kirche und Alltag. „Es macht sehr viel Spaß, das alles zu sehen und zu lesen“, sagt Susanne Triebler.

Einen eigenen Text einsenden können Menschen aller Konfessionen, jeden Alters, jeden Geschlechts, jeder Herkunft, egal wie schön oder unschön die Handschrift ist.  „Es geht nicht um Schönheit,  es geht um Vielfalt“, betont Triebler. Besonders beliebt unter den Einsendungen seien bisher die Psalmen oder das Kinderevangelium gewesen. „Wir würden gerne das Neue Testament möglichst breit gestreut abbilden.“

Den Einband des Werks gestaltet Pia Müller von der Malschule Wittlich. „Das ist nicht so einfach, denn er darf nicht aus einem schweren Gegenstand sein“, sagt die Pfarrerin, „denn wir  wollen die Bibel später auch in den Gottesdiensten verwenden und daraus lesen.“ Und das Buch soll erweiterbar sein.

Die  Premiere in einem Gottesdienst feiert die Bibel an Pfingsten, mitten in der Altstadt: „Wir feiern dann zum zehnjährigen Bestehen der ökumenischen Partnerschaftsvereinbarung in Wittlich einen Gottesdienst  auf dem Marktplatz“, sagt Pfarrerin Triebler.

Nicht die einzige Veranstaltung der Kirchengemeinde im öffentlichen Raum: Am 23. Juni soll eine Tauffeier auf  dem neuen Wasserspielplatz an der Lieser gefeiert werden. Einsendeschluss für die Texte der Bibel (siehe Info) ist jedoch schon etwas früher: Damit die Seiten noch zusammengefügt und gebunden werden können, sollen die Texte  bis Ostern eingesendet werden. „Aber wenn es Ende  April wird, drücken wir auch mal ein Auge zu“, sagt Triebler, lacht und verspricht: „Wir werden sie alle verwerten.“