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Die Wittlicher Weihnachtstage fallen aus - Schausteller äußern sich

Weihnachten : Die Gemütlichkeit fehlt

Die Wittlicher Weihnachtstage fehlen – den Standbetreibern und den Besuchern. Der TV hat nachgefragt, wie einige der Schausteller in diesem Winter über die Runden kommen.

Der Duft von Glühwein, Bratwurst und Crêpes würde zu dieser Jahreszeit über die Stadt ziehen. Kollegen würden sich in der Mittagspause und Freunde nach der Arbeit treffen, Kinder auf dem Karussell ihre Runden drehen. Doch in diesem Jahr ist wegen der Corona-Pandemie alles anders. Die Wittlicher Weihnachtstage fallen ausDie Händler und Schausteller sind nicht da.

Carmine und Sandra Di Napoli wären mit ihrem historischen Kinderkarussell dabei. Sandra Di Napoli sagt: „Natürlich vermissen wir Wittlich! Wir fühlen uns so wohl bei den Weihnachtstagen und in der Stadt sehr gut aufgenommen. Es ist festlich geschmückt und die Menschen sind nett. Für uns ist das immer eine schöne Vorweihnachtszeit.“ Aktuell ist ihre Situation schwierig. Sie hatten ihr Karussell in Koblenz in der Innenstadt aufgestellt, aber durch die strengen Corona-Regeln war es ein zu großer Aufwand, der sich nicht gerechnet hat. Inzwischen haben die Di Napolis Mandeln gebrannt, die in verschiedenen Läden angeboten werden. Sollte die Corona-Pandemie es im nächsten Jahr zulassen, wären sie gerne wieder in Wittlich dabei.

Ähnlich geht es Simone Mertes vom Weingut Mertes aus Wittlich. Auch sie denkt immer wieder daran, dass sie sich eigentlich warm anziehen müsste, um ihren Dienst hinter dem Glühweinstand anzutreten. „Ich mache das ja schon zig Jahre und vermisse die Atmosphäre. Die Besucher, mit denen man sich am Stand unterhält, die Weihnachtsmusik. Man nimmt die Vorweihnachtszeit ganz anders wahr.“ In ihrem Weingut läuft aktuell das Weihnachtsgeschäft, mit dem sie zufrieden ist. Sie freut sich auch schon auf das kommende Jahr, wenn es vielleicht wieder möglich ist bei den Weihnachtstagen mitzumachen. Zum nächsten Jubiläum wird sie sich wieder etwas einfallen lassen, wie das Winterpaket, in dem der Wittlicher „Stäcken“, eine Wittlich Tasse und Glühwein sind.

Nancy Warmerdam aus Eisen­schmitt wäre mit dem „Kibbeling“ Wagen auf dem Platz an der Lieser. „Das Einkommen und die Gemütlichkeit fehlen. Man hat ja in diesen traurigen Zeiten gar keinen Spaß“, sagt sie. Froh ist sie, dass sie in Piesport und Salmtal einen Standplatz an zwei Tagen in der Woche hat, damit ein bisschen Geld reinkommt. „Wir nehmen jeden Tag, wie er kommt, aber wir hatten schon im Sommer gehofft, dass es klappen könnte mit den Weihnachtstagen“, erklärt sie und ergänzt: „Ein bisschen Gemütlichkeit ist in diesen Zeiten sehr wichtig.“ Auch sie wäre im nächsten Jahr gerne wieder dabei.

Für die Schaustellerfamilie Gombold aus Bausendorf ist es ebenfalls eine sehr schwere Zeit. „Unser Mandelwagen stand ein Jahr in der Garage. Mit dem Crêpes-Stand waren wir in Sprendlingen auf dem Marktplatz. Aktuell findet aber nirgendwo etwas statt.“ Sie vermissen ihre Kundschaft sehr und hoffen dass alle die Pandemie gut überstehen.

Weihnachtsbäume kann man bei Klaus Neubürger dieses Jahr in seiner Kultur in Lüxem bekommen. Normalerweise wären seine Mitarbeiter an zwei Wochenenden bei den Weihnachtstagen und würden Nordmanntannen und Nobilis-Zweige anbieten. „Die Kollegen vermissen das. Sie sind gerne da. Es ist wirklich schade“, sagt er. „Es sind sehr umsatzstarke Tage und klar, sind wir nächstes Jahr wieder dabei.“

 Sandra und Carmine Di Napoli wären mit ihrem historischen Karussell in Wittlich.
Sandra und Carmine Di Napoli wären mit ihrem historischen Karussell in Wittlich. Foto: Christina Bents
 Weihnachtsbäume und Schmuckreisig hätte Klaus Neubürger  bei den Weihnachtstagen angeboten.
Weihnachtsbäume und Schmuckreisig hätte Klaus Neubürger  bei den Weihnachtstagen angeboten. Foto: Christina Bents

Mathias Lambrecht, der eigentlich hinter der Vesperhütte stehen würde, hat sich Arbeit über den Winter gesucht, und hofft, dass er im Frühjahr wieder zu Märkten und Veranstaltungen fahren darf. Die Weihnachtstage in Wittlich vermisst er sogar sehr, denn sie sind für ihn, der Abschluss der Saison und die Einstimmung auf Weihnachten. Die Wildbratwurst, die gut ankam, will er wieder anbieten.