Die Wunderwaffe der Steinzeitmenschen

Die Wunderwaffe der Steinzeitmenschen

Die vielleicht wichtigste Erfindung der Steinzeit, der Jagdbogen, war Thema eines Kurses für Kinder und Jugendliche im Holzmuseum Weiperath. Die Waffen aus der Frühzeit der Menschheit wurden mit historischen Werkzeugen nachgebaut. Die Kinder erfuhren dabei viel über die Lebensweise der Steinzeitmenschen.

Weiperath. (doth) "Die Umstellung vom Lanzenwurf auf Pfeil und Bogen war in der Steinzeit eine revolutionäre Entwicklung", erklärt Marcus Rebensburg, Restaurator aus Bad Kreuznach den Kindern.

Kinder ab acht Jahren konnten Bögen und Pfeile aus mesolithischer Zeit nachbauen. Die Form und das Material geben 17 600 Jahre alte Funde vor. "Naturvölker jagen heute noch so", ergänzt Kirsten Rebensburg, Expertin für experimentelle Archäologie.

Mit Werkzeug, wie es seit Jahrhunderten benutzt ist, wurden die Rohlinge bearbeitet. Die Bogensehne ist aus flämischem Spleiß. Die Holzpfeile wurden mit Naturfedern befiedert und mit einer Knochenspitze versehen.

Als "Steinzeitkleber" wurde Birkenteer verwendet, ein Destillat der Birkenrinde, das die Menschen aus der Mittelsteinzeit durchaus als sehr intelligent und erfindungsreich ausweist.

Mit jeder Stunde Arbeit an Pfeil und Bogen wuchs der Respekt vor den Vorfahren. Immerhin wurden damals Erfindungen gemacht, ohne die eine weitere Entwicklung der Menschheit undenkbar gewesen wäre.

"Es ist interessant, wie die Menschen damals gelebt haben und wie anstrengend es war, mit diesen Bögen zu jagen", weiß jetzt der junge Bogenbauer Fabian (11). "Die Bearbeitung mit Feuerstein ist ziemlich schwer. Da muss man viel üben", stellt Kurteilnehmerin Julie (10) fest.

Am Schluss des Kurses gab es noch einen kleinen Bogenschützenwettbewerb - auf Naturstrohscheiben versteht sich. Denn immer wieder wurde den Kindern klar gemacht, dass es sich nicht um ein Spielzeug, sondern um eine Waffe handelt, die tödlich sein kann.