Die Zukunft hat begonnen

In Maring-Noviand hat die Zukunft im Weinberg begonnen. Ehemals in Gefällrichtung bebaute Weinberge wurden zur Bewirtschaftung in Querterrassen umgebaut.

Maring-Noviand. (red) Hintergrund ist das Flurbereinigungsverfahren Maring-Noviand P1, in dem auf Wunsch von beteiligten Winzern die erforderlichen Flächen arrondiert und mit öffentlichen Zuschüssen die Anlagen hergestellt werden.Da die Stilllegungen entlang der Mosel teilweise unkontrolliert erfolgen und dadurch die Kulturlandschaft ihr Gesicht verändert, haben die Gemeinden großes Interesse an der Weiterbewirtschaftung mit kontrollierter Aufgabe oder alternativen Konzepten zum Erhalt der Kulturlandschaft.Bereits im Jahr 2004 fanden Gespräche zwischen dem DLR Mosel und der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues statt. Gegenstand war die unkontrollierte Flächenaufgabe mit Rodung der Rebflächen in den Weinbaugemeinden. Alle Beteiligten waren sich über die Konsequenzen für die Kulturlandschaft und somit auf das Bild, das der Gast an der Mosel erwartet, bewusst. Es galt schnell zu handeln und Perspektiven für die Folgenutzungen zu finden.Verschiedene Alternativen für eine Folgenutzung

Im Steillagenkonzept des DLR Mosel sind verschiedene Alternativen für eine Folgenutzung oder Extensivierung aufgezeigt. Um die Wirksamkeit in der Praxis zu erproben, wurde ein beschleunigtes Zusammenlegungsverfahren in der Gemarkung Maring-Noviand eingeleitet. Dieses Verfahren bildet den Rahmen, in dem auf Wunsch von Beteiligten die Möglichkeiten einer natur- und landschaftsbezogenen Entwicklung von Weinbergsbrachen, aber auch die Extensivierung oder Anschlussnutzung von Weinbergsflächen dargestellt werden.Als erster Akteur kam Hans-Dieter Bollig, Weingut Mühlenhof mit dem Vorschlag, eine teilweise aufgegebene Fläche durch Querterrassen wieder in Bewirtschaftung zu nehmen. Dieses kann aus rechtlichen und fördertechnischen Gründen nur in einem Flurbereinigungsverfahren geschehen. Ein solches wurde vom DLR nach Abstimmungen mit den beteiligten Grundstückseigentümern im März formal eingeleitet. Das Flurbereinigungsgebiet hat eine Gesamtfläche von circa einem Hektar. Es umfasst teilweise brachliegende Weinbergssteillagen. Die Rebfläche gehört zur Weinlage "Römerberg" und hat ein Gefälle von 38 bis 50 Prozent. Im Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues sind diese Flächen als Weinbergsflächen dargestellt. Dank der großen Unterstützung der Akteure vor Ort, der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, der Weinbau-Fachverbände und nicht zuletzt der Naturschutzverbände konnte die Aufsichts- und Dienstleitungsdirektion schon sechs Wochen nach Einleitung des Verfahrens den vom DLR Mosel aufgestellten Wege- und Gewässerplan, der die rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen des Vorhabens regelt, genehmigen. Eine Firma aus Steinach (Breisgau) erledigte die Arbeiten in nur zwei Tagen. Das ging so schnell, das vielen interessierten Winzerkollegen keine Zeit blieb, den Umbau der Weinbergsflächen im "Maringer Römerberg" zu verfolgen.