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Die zwei Gesichter eines Touristenstädtchens

Die zwei Gesichter eines Touristenstädtchens

Traben-Trarbach hat touristisch viel zu bieten. Die imposanten Jugendstilbauten, die einmalige Lage und der hervorragende Wein locken Jahr für Jahr zahlreiche Gäste in die Doppelstadt. Doch es gibt auch Schattenseiten. Die Hoteliers Dieter Mallmann und Georg Bauer äußern sich zu den Zukunftsperspektiven der Stadt.

Traben-Trarbach. Georg Bauer führt seit rund 20 Jahren das Hotel Moseltor. Sein Kollege Dieter Mallmann ist seit April 2006 als geschäftsführender Gesellschafter des Hotels Moselschlösschen verantwortlich.

Die Stadt, da sind sich beide einig, hat ein sehr großes touristisches Potenzial. Mallmann: "Traben-Trarbach ist mit seiner Architektur, seiner Lage und seiner großen Geschichte ein ganz besonderer, ein einzigartiger Standort."

Doch Mallmann und Bauer machen sich Sorgen um die Zukunft. Sie kritisieren den Mangel an einer gemeinsamen Interessenausrichtung. Es gebe keine Strategie und kein Ziel. Dies werde auch in der vom Stadtrat vor zwei Jahren in Auftrag gegebenen Studie deutlich ausgeführt.

Traben-Trarbach, so Mallmann, sei wegen seiner Historie gespalten. Daher gebe es ein nur schwach ausgeprägtes Gemeinschaftsgefühl. Mallmann: "Es gab in der Zeit, als Traben-Trarbach mit die bedeutendste Weinhandelsstadt Europas war, viele reiche Familien und gleichzeitig viele Hilfsarbeiter, die für die Händler geschuftet haben. Es fehlte stets ein starker Mittelstand. Dies ist heute noch zu spüren."

Kritisch setzt sich Mallmann außerdem mit der Infrastruktur auseinander. Es fehlten beispielsweise direkte Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Flughafen Hahn, es gebe zahlreiche Bausünden in der Stadt, und zwischen den vielen wunderschönen historischen Gebäuden fielen vernachlässigte Häuser ins Auge.

"Es fehlt eine Person mit Visionen"



Und es fehle an Erlebnisbereichen in der Stadt, an geschlossenen Zonen zum längeren Verweilen für Gäste und Einheimische. Negativ schlage ferner die prekäre Verkehrssituation in der Stadt zu Buche. Beide Stadtteile würden sehr stark unter dem Schwerlast-Verkehr leiden.

Ein besonders schädlicher Umstand ist Mallmann, seitdem er dauerhaft in Traben-Trarbach wohnt, gleich aufgefallen. Die Müllentsorgung seitens des Kreises, seien es der Sperrmüll oder die "Gelben Säcke", sei in der jetzigen Form nicht hinnehmbar. Mallmann: "An manchen Tagen prägen Berge von Sperrmüll und aufgerissene Müllsäcke das Stadtbild.

Georg Bauer, er ist auch Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes Traben-Trarbach, bemängelt eine "fehlende Kommunikation" zwischen Stadtpolitikern und den Bürgern. Und er vermisst eine "Person mit Visionen, die alle zusammenführt und die Leute motiviert".

Viele der angesprochenen Themen fallen in den Bereich der Tourist-Information Traben-Trarbach. Mallmann ist überzeugt, dass dort gute Arbeit geleistet wird. Aber es gebe leider in der Stadt Leute, die gegen den Leiter der Tourist-Information arbeiten.

Dieter Mallmann: "Aus der Tourist-Information kommen sehr viele innovative Ideen. Aber der Leiter darf in seinen Aktivitäten nicht gebremst werden, er muss vielmehr unterstützt werden."