Diese Kandidaten wollen Bürgermeister in Bernkastel-Wittlich werden

Kommunalwahl : Diese Kandidaten wollen Bürgermeister im Kreis Bernkastel-Wittlich werden

Bürgermeisterwahl: In manchen Orten haben die Menschen die Qual der Wahl, in anderen gibt es gar keinen Kandidaten.

Die Bewerbungsfrist der Kandidaten für die Bürgermeister und die Stadtbürgermeister bei der Kommunalwahl ist in dieser Woche abgelaufen. Jetzt steht fest, wer am 26. Mai antritt, in welchen Orten mehrere Kandidaten um die Gunst der Bürger wetteifern und wer sich überhaupt zur Wahl stellt. Die Redaktion hat große Orte und Städte im Kreis – mit Ausnahme der verbandsfreien Stadt Wittlich – ausgesucht und die Kandidaten, die dort antreten, nach ihrer Motivation und ihren Zielen befragt.

VG Bernkastel-Kues

Bernkastel-Kues: „Die Arbeit als Stadtbürgermeister macht mir viel Spaß, und diese Stadt liegt mir am Herzen.“ Das sagt der amtierende Stadtchef von Bernkastel-Kues, Wolfgang Port. Und das ist auch seine Begründung auf die Frage, warum er erneut antritt. Einen Gegenkandidaten hat der 65-Jährige, der von der CDU nominiert wurde, übrigens nicht. Der Diplomingenieur ist Stadtratsmitglied seit 1999, Verbandsgemeinderats- und Kreistagsmitglied seit 2004. Der Ehemann und Vater von zwei erwachsenen Kindern hat sich für die nächsten fünf Jahre in der Doppelstadt einiges vorgenommen. Im Bereich Jugendfürsorge will er den Bernkasteler Kindergarten sanieren, „nach jetzigem Stand“ möglicherweise in Andel eine Kita neu bauen und einen Jugendraum in die Turnhalle Wehlen integrieren. Auch im Rahmen der Stadtentwicklung gibt es aus seiner Sicht viel zu tun: die Neukonzeption des Moselvorgeländes in Bernkastel und Kues mit entsprechender Verkehrsführung, Aufenthaltsflächen und Parkleitsystemen. Weiter Projekte: die Sanierung von Kanalisation und Straßenbau der für die Stadt wichtigen Lebensader Cusanusstraße, weitere Sanierungsvorhaben in den Bereichen der Altstadt von Bernkastel und Kues zur Stabilisierung des Wohnungsmarktes sowie die Unterstützung von Einzelhandel und Gewerbe und die Inwertsetzung des Kurparkes auf dem Kueser Plateau.

Neumagen-Dhron: Kein unbeschriebenes Blatt ist Dirk Doppelhamer, der einzige Kandidat für den Bürgermeistersessel in Neumagen-Dhron um die Nachfolge von Michael Thomas. Der 48-Jährige ist seit 15 Jahren Mitglied im Gemeinderat und seit zehn Jahren im Verbandsgemeinderat Neumagen-Dhron beziehungsweise nach der Kommunalreform in Bernkastel-Kues. Er ist Industriekaufmann und betreibt im Nebenerwerb Weinbau. Mit seiner Partnerin und zwei Kindern lebt er im Doppelort und ist von der SPD für das Amt nominiert worden. Er kandidiert, weil er die Geschicke von Neumagen-Dhron mitgestalten möchte. Er wolle den Fremdenverkehrsort touristisch sowie weinwirtschaftlich voranbringen und das römische Erbe noch besser vermarkten. Ein wichtiges Ziel sei es zudem, im Ort Arbeitsplätze zu schaffen. Mit wenigen Gewerbeflächen sei das allerdings schwierig.

Piesport: Der Amtsinhaber Stefan Schmitt aus Piesport will es erneut wissen. Der amtierende Ortsbürgermeister (seit 2004) wurde von der CDU nominiert, der er auch angehört. Der Diplomverwaltungswirt ist Fachbereichsleiter für Schulen, Bildung und Kultur bei der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich. Der 35-Jährige engagiert sich seit 2004 als Ratsmitglied in Piesport, von 2009 bis 2011 als Fraktionsvorsitzender im Verbandsgemeinderat Neumagen-Dhron sowie stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Verbandsgemeinderat Bernkastel-Kues seit 2012. Schmitt möchte die positive Entwicklung von Piesport fortsetzen, begonnene Projekte zu Ende führen sowie Zusammenhalt, Gemeinschaftssinn und Ehrenamt im Ort stärken. Für die nächste Wahlperiode hat sich der Ehemann und Vater eines Kindes einiges vorgenommen: Die Kindertagesstätte soll erweitert werden, der Schulstandort soll erhalten bleiben und Gewerbeflächen sollen erschlossen werden. Gestärkt werden sollen Weinbau, Tourismus, Handel, Gewerbe und Arbeitsplätze im Ort. Die Gemeinde solle Dienstleister für Bürger, Betriebe und Verein sein und bleiben.

Zeltingen-Rachtig: Mit Bianca Waters könnte die Doppelgemeinde Zeltingen-Rachtig erstmals von einer Frau geführt werden. Zumindest ist sie die einzige Kandidatin für das Amt. Die 48-Jährige ist Geschäftsführerin der Entwicklungsagentur Bernkastel-Kues und für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt zuständig. „Ich bin nicht selbst auf diese Idee gekommen“, sagt die Ehefrau und Mutter zweier Kinder. Ein Bürger habe sie darauf angesprochen. Nach dem Gespräch habe sie festgestellt, dass sie „tatsächlich Lust“ auf die Aufgabe habe. Die drei im Rat vertretenen Fraktionen haben ihr nach Angaben von Waters Unterstützung zugesagt. Man habe über eine Arbeitsteilung mit den drei Beigeordneten gesprochen. „Das macht Sinn“, sagt Waters, die keiner Partei angehört. Kommunalpolitische Erfahrung im eigentlichen Sinne habe sie nicht, aber das Thema sei ihr aus der Zeit, in der sie als freie Journalistin gearbeitet hat, nicht fremd. Wichtige Themen in Zeltingen-Rachtig seien Tourismus und  ein Neubaugebiet. Sie verstehe sich eher als Moderatorin. Die erste weibliche Ortsbürgermeisterin in der VG Bernkastel-Kues ist sie übrigens nicht. Vor Jahren war Inge Schell Dorfchefin in Gornhausen.

EG Morbach

Hundheim: In Hundheim bewerben sich vier Kandidaten um das Amt des Ortsvorstehers.

 Joachim Gutweiler war in Morbach-Hundheim bereits von 1999 bis 2014 Ortsvorsteher. Nach fünf Jahren Pause kandidiert der Landwirt im Ortsteil der Einheitsgemeinde Morbach erneut. „Das war nicht meine Absicht“, sagt der Vater von drei Kindern und Großvater dreier Enkel. Aber dann sei er von vielen gefragt worden, ob er nicht nochmal antreten wolle. Insgesamt wetteifen in Hundheim vier Kandidaten um das Amt des Ortsvorstehers. Der 62-Jährige ist zwar CDU-Mitglied, geht aber als Einzelbewerber ins Rennen. Auch im Landwirtschaftsausschuss der Gemeinde Morbach hatte er sich in der Vergangenheit engagiert. Für ihn hat ein Neubaugebiet Priorität. Das sei den jungen Leuten schon vor Jahren zugesagt worden. Es gebe derzeit lediglich Bauplätze im Ortsinnern. Auch die Dortmitte rund um das Kriegerdenkmal soll neu gestaltet werden.

Dass gleich vier Kandidaten in Hundheim Ortsvorsteher werden wollen, sieht Andreas Hornberg sportlich: „Konkurrenz belebt das Geschäft.“ Seit rund zehn Jahren ist der Ehemann und Vater eines Sohnes im Ortsbeirat aktiv, seit sechs Jahren engagiert er sich zudem im Senioren- und Behindertenbeirat. Der 56-jährige Frührentner bezeichnet sich selbst als „Vereinsmensch“. Er ist zweiter Vorsitzender im SV Hundheim und Vorstandsmitglied in der Spielgemeinschaft Baldenau. Zu seiner Motivation sagt er: „Ich möchte etwas bewegen und setze mich gern für Menschen ein.“ Aufgrund seiner Sehbehinderung und seiner daraus resultierenden Frühverrentung „habe ich Zeit, mich um die Menschen und ihre Anliegen zu kümmern“. Einsetzen wolle er sich für ein Neubaugebiet, für Straßenbau, Gehwege und Parkplätze im Ort. Hornberg geht als Einzelkandidat ins Rennen, hat allerdings das CDU-Parteibuch. Er kandidiert auch für den Morbacher Gemeinderat. Der Grund: „Man muss in Morbach präsent sein, wenn man für Hundheim etwas erreichen will.“

Elmar Weber (53) ist ein weiterer Kandidat, der in Morbach-Hundheim ins Rennen geht. Der parteilose Gärtnermeister ist seit acht Jahren im Hundheimer Ortsbeirat aktiv und war in der ablaufenden Amtsperiode zweiter stellvertretender Ortsvorsteher. Er möchte den Ort weiterbringen und traue sich zu, Zukunftsaufgaben anzugehen. „Wir haben ein starkes Vereinsleben. Da kann man gut darauf aufbauen.“ Wichtig ist für ihn dabei der Zukunfts-Check Dorf, eine Initiative der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich. Bei dieser Bestandsaufnahme ergeben sich, so sagt er, Initiativen, die er voranbringen bringen wolle. Er wolle Hundheim fit für den demografischen Wandel machen. Natürlich wolle er auch Chancen nutzen. Zum Beispiel die Tatsache, dass Hundheim mit der B 50 neu in zwei Kilometern Entfernung einen Autobahnanschluss bekommt und die Eifel inklusive Wittlich erheblich näher rücke.

Auch der amtierende Ortsvorsteher Ulrich Wilbert (parteilos) wirbt um die Gunst der Hundheimer Wähler. Er hat das Amt seit fünf Jahren inne und ist seit zehn Jahren kommunalpolitisch aktiv. Er kandidiert erneut, weil „mir die Arbeit Spaß macht und ich das Dorf voranbringen will“. Seine wichtigsten Ziele sind die Umsetzung des geplanten Baugebietes, die Umgestaltung der Dorfmitte und die Erhaltung der Hundheimer Infrastruktur. Der 57-Jährige ist Verwaltungsangestellter, verheiratat und Vater zweier Kinder.

VG Traben-Trarbach

Stadt Traben-Trarbach: In der Doppelstadt ist der amtierende Stadtbürgermeister Patrice Langer der einzige Kandidat. Der 65-Jährige ist der Meinung: „Wir haben in den vergangenen fünf Jahren einiges angestoßen, und das möchte ich noch zu Ende bringen.“ Als Beispiel nennt er die Verkehrssituation in Traben-Trarbach, die Grevenburg, das Mittelmosel-Museum und den Blockbereich hinter dem Rathaus Trarbach. Außerdem habe sich die politische Stimmung in den vergangenen fünf Jahren gebessert, und die Kommunikation finde mittlerweile auf einem ganz anderen Level statt als früher. Vor fünf Jahren kam er „plötzlich und unerwartet“ zur Bürgermeister-Kandidatur, weil die SPD damals keinen Kandidaten hatte. Nun tritt der ehemalige Mitarbeiter des Amts für Geoinformationswesen der Bundeswehr wieder für die SPD an. Langer ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Kröv: In Kröv bewerben sich vier Kandidaten um das Amt des scheidenden Ortsbürgermeisters Günter Müllers(CDU).

Der 59-jährige Winzer Bernd Ketter mit eigenem Betrieb engagiert sich seit 30 Jahren bei der FDP, für die er auch am 26. Mai antreten wird. Er ist kein politischer Neuling, engagiert sich bereits seit Jahren im Gemeinderat, fünf Jahre davon auch als Beigeordneter. Nachdem er seinen Betrieb etwas umgestellt hat und mehr maschinell arbeitet, habe er nun mehr Zeit, die er dazu nutzen will, sich für seine Heimatgemeinde zu engagieren. „In den vergangenen Jahre ist viel liegen geblieben“, sagt der Selbstständige. Und er möchte seine Mitbürger mortivieren, sich mehr einzubringen und mitanzupacken. Er ist überzeugt: „Gemeinsam kann man was bewirken.“ Ein Projekt, das er angehen möchte, ist die Instandsetzung der Weinbergswege, außerdem müsse das Weinfest modernisiert werden. Ketter: „Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß.“ Ketter ist verheiratet und hat eine erwachsene Tochter.

Seit der pensionierte Sparkassenbetriebswirt Rüdiger Löwen im Ruhestand ist, hat er mehr Zeit,  und nun möchte er Kröver Ortsbürgermeister werden. In einer so großen Gemeinde wie Kröv sei es nicht möglich,  dieses Amt nebenher zu führen, begründet der Einzelbewerber seine Kandidatur. Im Gemeinderat ist Löwen seit 15 Jahren, zehn Jahre lang war er erster Beigeordneter. „Ich kenne die Arbeitsweise und Strukturen, die notwendig sind“, sagt der Vater dreier erwachsener Kinder, der auch dreifacher Opa ist. Löwen: „Ich bin ein Ur-Kröver, bin hier geboren, habe mein ganzes Leben hier verbracht, und meine Heimatgemeinde liegt mir am Herzen“, sagt der 64-Jährige, der mehr als 46 Jahre bei der Sparkasse Mittelmosel Eifel Mosel Hunsrück gearbeitet hat. Er hat die Zukunft seiner Gemeinde fest im Blick und möchte daher, dass Kröv am Programm Zukunftscheck Dorf teilnimmt. Die Entscheidung darüber stehe noch an, da der jetztige Rat sie zurückgestellt habe.

Als Einzelbewerber tritt auch der 52-jährige Thomas Martini an. Bereits vor einem Jahr hat der politische Neuling seine Kandidatur angekündigt. „Ich bin ein waschechter Kröver Nacktarsch“, sagt Martini. Und deshalb möchte er sein Dorf voranbringen. „Ich mache viel für Kröv und will, dass es weitergeht“, schildert er seine Motivation. Das Zusammengehörigkeitsgefühl in Kröv habe in den vergangenen Jahren sehr gelitten. Das will er ändern. „Früher wurden wir von vielen beneidet, für die Sachen gemeinsam angepackt haben“, erinnert sich der Gebietsverkaufsleiter des Linus-Wittich-Verlags. Er plant regelmäßige Treffen mit den Gewerbetreibenden und Infoveranstaltungen für alle Bürger. Martini ist seit fast 30 Jahren verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn und eine erwachsene Tochter.

Der ehemalige Winzer Otto Schnitzius, der vor seiner Rente einen eigenen Betrieb hatte, tritt für die CDU an. Der 66-Jährige sitzt seit der letzten Kommunalwahl im Gemeinderat. Zudem hatte er sich schon einmal von zwei Jahrzehnten auf kommunaler Ebene engagiert. Außerdem war er 20 Jahre lang im Ortsverein des Kreisbauern- und Winzerbands und im Weinbauverband aktiv. Seine Motivation sich zu bewerben  formuliert er so: „Seit Jahren gab es keine Bürgerversammlung mehr. Die Bürger müssen besser informiert werden.“ Außerdem ist er der Meinung, dass die Gemeinde nach außen hin besser vertreten werden müsse, vor allem gegenüber der Verbandsgemeinde und dem Kreis. Schnitzius ist geschieden und hat drei erwachsene Kinder.

VG Thalfang

Thalfang: Mit Burkhard Graul (61) geht in Thalfang ein alter Hase ins Rennen. Der Pensionär wurde von der SPD nominiert, ist seit 2011 Ortsbürgermeister in Thalfang und hat keinen Gegenkandidaten. Zuvor war er 20 Jahre lang Ortsvorsteher von Bäsch. Er ist seit 1979 kommunalpolitisch aktiv. Als erster Beigeordneter vertritt er derzeit den erkrankten Verbandsgemeindebürgermeister Marc Hüllenkremer. Er möchte auch das Amt des Ortsbürgermeisters weiter bekleiden, „weil es mir Spaß macht und weil wir eine so gute Zusammenarbeit in Thalfang haben“. Und weil es noch Dinge gibt, die „wir gemeinsam geplant haben“. Allen voran geht es ihm um die Umsetzung der Kommunal- und Verwaltungsreform. Er wolle alles daran setzen, dass die entsprechenden Beschlüsse und der Bürgerentscheid umgesetzt werden. Außerdem wolle man in Thalfang 1,5 Millionen Euro in die Anbindung des Neubaugebietes „In den Mühlenfeldern“, einen Kreisel und die Innerortsstraßen investieren. Graul ist verheiratet, hat zwei Kinder und fünf Enkel.

VG Wittlich-Land

Hetzerath: Werner Monzel (61) ist seit 2011 Ortsbürgermeister in Hetzerath und will es auch für die nächste Wahlperiode bleiben. Der Verwaltungsfachwirt wurde von der Freien Bürgerliste nominiert. Der Ehemann und Vater einer Tochter stellt sich wieder zur Wahl, „weil es Spaß macht und man etwas bewegen kann“. Vor allem aber möchte er Projekte zu Ende bringen, die bereits angestoßen wurden. „Wir wollen im Ort eine Einrichtung für Betreutes Wohnen schaffen.“ Auch die Erweiterung des Industrieparks Region Trier (IRT) in Richtung Hetzerath ist geplant. Und im Rahmen des Zukunfts-Checks Dorf geht es darum, wie sich der Ort in Zukunft weiterentwickeln will.