Diese Mauer ist sehr lang

Mit einem Spezialverfahren bauen Fachkräfte am Damm des Bostalsees eine 600 Meter lange und etwa einen Meter dicke Betonmauer. Sie spielt bei der Abdichtung des Staudamms eine wichtige Rolle.

Nohfelden. (vf) Fast jeder Hausbesitzer hat schon einmal eine Mauer betoniert. Auch an der Staumauer am Bostalsee wird zurzeit eine solche Betonmauer hochgezogen - aber auf der imposanten Länge von 600 Metern. Wer hier eine Holzverschalung sucht, tut dies vergebens. Eine Spezialmaschine ist im Einsatz, die den mächtigen Betonbalken mit Hilfe einer sogenannten Gleitschalung herstellt.Drei Meter lang ist diese mobile Schalung, die den mächtigen Drahtkorb einige Meter unterhalb der Dammkrone umfasst. In diese Schalung fließt dann der Spezialbeton, wird automatisch gerüttelt und verdichtet, erklärt Kreisbaudirektor Klaus Bonaventura. An einem Tag schaffen sie bis zu 200 Meter. Das heißt, die Arbeiten werden diese Woche fertig. Zwischen den Betonklotz und die Betonmauer an der Dammkrone wird später die mineralische Dichtungsschicht aufgetragen. Auf diese kommen dann Erdmassen und zum Abschluss sogenannte Wasserbausteine. Für all diese Materialien dient der Betonbalken als unterer Haltepunkt. Zunächst aber wird in einem weiteren Arbeitsschritt am Fuße der Damm-Betonmauer ein Betonkeil über die komplette Länge betoniert. Parallel dazu laufen auf der Bosener Seeseite beim Verwaltungsgebäude die Arbeiten zum Bau der Promenade. Die künftige Eislauffläche ist schon hergestellt, der Damm der Seepromenade aufgeschüttet. Damit sind die großen Erdarbeiten abgeschlossen. Jetzt geht es an den Ausbau der Promenade. Versorgungsleitungen müssen verlegt, Treppen zur Eislauffläche gebaut werden.4,5 Millionen Euro kostet der Umbau der Dammkrone und der Bau der Seepromenade. Die Abdichtung des Staudamms wird dabei in Höhe der Wasseroberfläche in das Innere des Damms verlegt. Dadurch sollen sich später die ständigen Kosten für die Unterhaltung des Asphaltbelages verringern.