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Diese Unternehmen wollen sich im Industriepark Region Trier ansiedeln

Großes Interesse : Alte Bekannte und neue Nachbarn wollen in den erweiterten Industriepark Region Trier

Welche Unternehmen wollen sich auf der Erweiterungsfläche des Industrieparks Region Trier ansiedeln? IRT-Chef Reinhard Müller und Ortsbürgermeister Werner Monzel erklären, was auf den 40 Hektar passieren soll.

Nach mehreren Bürgerversammlungen samt hitzigen Diskussionen und zu guter Letzt auch einer Bürgerbefragung steht fest: Der Großteil der Hetzerather Bürger kann sich eine Expansion des Industrieparks Region Trier (IRT) in Richtung der Ortsgemeinde vorstellen (der TV berichtete). Denn das Abstimmungsergebnis der Bürgerbefragung war eindeutig: 729 Ja-Stimmen gegenüber 477 Nein-Stimmen.
Allerdings steht die letztgültige Entscheidung des Hetzerather Ortsgemeinderates zur Übertragung der Planungshoheit auf den IRT noch aus. Angesichts der Mehrheit in der Bevölkerung für die Expansion ist wohl damit zu rechnen, dass auch der Ortsgemeinderat grünes Licht gibt.

Aber wie soll die Erweiterung konkret aussehen und welche Firmen wollen sich dort ansiedeln oder vergrößern? IRT-Geschäftsführer Reinhard Müller erklärt im TV-Gespräch, dass bereits für die gesamte Erweiterungsfläche Anfragen vorlägen. „Klar ist aber, dass nicht aus allen Anfragen auch Ansiedelungen werden.“ Hetzeraths Ortsbürgermeister Werner Monzel sagt, Ziel sei es, möglichst großflächige Betriebe anzusiedeln, anstatt die Flächen kleinteilig zu vergeben.

Wie viele Unternehmen sich dort ansiedeln würden, hinge von der jeweiligen Fläche ab, welche die Betriebe anfragen würden. Denn das Areal wird nicht, wie es bei Baugebieten für private Bauherren üblich ist, vorab in Parzellen mit festgelegten Grundstücksgrößen eingeteilt. Wie viele Unternehmen sich auf den 40 Hektar ansiedeln, ist zum jetzigen Zeitpunkt also noch nicht absehbar.

Fest steht hingegen, dass es sich bei einigen der Unternehmen, die Interesse nach frischem Bauland im IRT bekundet haben, um alte Bekannte handelt.
Denn einige Betriebe, die bereits im IRT angesiedelt sind, platzen an ihren bisherigen Standorten aus allen Nähten und brauchen Platz, um ihre Expansionspläne zu verwirklichen. Andere wiederum beabsichtigen, dort ihre in der Region verstreuten Standorte zusammenzuführen.

IT-Haus Aktuell unterhält die IT-Haus GmbH 26 Niederlassungen mit mehr als 300 Mitarbeitern in Deutschland: Der Hauptstandort mit über 200 Mitarbeitern ist der IRT. Seit mehreren Jahren hat das Unternehmen bereits angemietete Lagerflächen außerhalb des Industrieparks, weil vor Ort keine Flächen für einen weiteren Unternehmensausbau verfügbar sind. Derzeit befindet sich die Logistik des Unternehmens an drei Standorten in der Region. IT-Haus beabsichtigt, diese in der Erweiterungsfläche in einem neuen Logistikzentrum zu vereinigen.

Vet Concept Der Tiernahrungshersteller Vet-Concept möchte in der Erweiterung, die gegenüber seines aktuellen Standortes liegt, hauptsächlich Raum für Mitarbeiterparkplätze und Platz für die Pausen seiner Angestellten schaffen. Das hat auch etwa mit Tierliebe zu tun: Denn Vet-Concept möchte seinen Mitarbeitern künftig die Möglichkeit geben, ihre Hunde mit zum Arbeitsplatz zu bringen – und Vierbeiner brauchen nun mal Auslauf. Darüber hinaus beabsichtigt das Unternehmen, seine regionalen Dienstleistungen aus Schulungen von Mitarbeitern, Kunden und Tierärzten am Standort auszubauen.

Proxxon Im Verteilzentrum des Werkzeugherstellers Proxxon herrscht Platzmangel. Dabei hatte das Unternehmen erst im Jahr 2011 sein Zentrallager von Niersbach in den IRT verlegt. Doch auch dort platzt Proxxon nun wieder aus allen Nähten. Deshalb benötigt das Unternehmen in der IRT-Erweiterung Bodenflächen zum Bau neuer Lagerhallen.

Schoenergie Ohne Platz für Erweiterung sähe es für das Solar-Unternehmen Schoenergie am Standort Föhren/Hetzerath, wo derzeit die Kapazitätsgrenze erreicht ist, schlecht aus. Denn das Unternehmen, das mit neuer Energie Geschäfte macht, möchte wachsen und neue Mitarbeiter einstellen, um seine Leistungen einem größeren Kundenkreis zur Verfügung zu stellen. Ohne IRT-Erweiterung wäre das jedoch nicht möglich, Schoenenergie müsste dem IRT und der Region den Rücken kehren.

Lehnen Das Tiefbau-, Straßenbau- und Baustoffunternehmen Lehnen mit Stammsitz in Sehlem ist ebenfalls an einer Fläche in der Erweiterung des IRT interessiert, wo das Unternehmen unter anderem bereits eine Recycling-Anlage betreibt. Der Unternehmensgruppe gehört darüber hinaus der Großteil der geplanten IRT-Erweiterungsfläche. Das Familienunternehmen mit rund 220 Mitarbeitern will sich auf die Erweiterungsflächen Richtung Hetzerath konzentrieren.  Dort sollen alle Unternehmensstandorte wie die Verwaltung in Sehlem, die Werk- und Lagerstätten in Wittlich-Dorf sowie die Bauhöfe zusammengeführt werden.

Fliesen-Zentrum Mit dem FliesenZentrum Kenn bekennt auch schon ein potenzieller Neuankömmling seinen Willen, sich in der Erweiterung des IRT niederlassen zu wollen. Jeder, der regelmäßig auf der A 602 fährt, kennt das Fliesen-Zentrum. Deutschlands nach Unternehmensangaben größter unabhängiger Fliesengroßhandel mit 150 Mitarbeitern möchte von Kenn nach Hetzerath/Föhren umsiedeln. Denn das Unternehmen benötigt für seine geplante Standortoptimierung Expansionsflächen. Dieses Vorhaben ist in Kenn aus verschiedenen Gründen nicht möglich. In der IRT-Erweiterung möchte das Unternehmen einen Neubau zur Fliesenausstellung sowie für eine moderne Verwaltung errichten. Mit dem Fliesen-Zentrum Kenn findet sich also selbst unter den Neuankömmlingen ein bekanntes Gesicht.

Weitere Unternehmen, die in den IRT wollen, sagt IRT-Geschäftsführer Müller, dürften laut Absprache mit den Firmen noch nicht öffentlich gemacht werden.