Dieser Platz soll schöner werden

1,6 Millionen Euro will Wittlich ins Stadtbild investieren. Ziel ist eine Neuordnung und räumliche Gestaltung des Parkplatzes Oberstadt sowie des sich anschließenden Bereichs zwischen Schlossgalerie und Busbahnhof.

Wittlich. Sauwetter wie bestellt: Der Parkplatz vor dem Fürstenhof ähnelte gestern wieder mal einer Seenlandschaft voller brauner Pfützen. Das ist irgendwann nächstes Jahr vorbei, wenn alles glattläuft. Das hat der Stadtrat am Tag bevor der Regen kam beschlossen. Ziel: Schlitzrinnen (schmale Rinnen, in deren Schlitz ein Gefälle liegt) sollen das Wasser ableiten, und das Säubrenner-Spezial-Pflaster "Wittlich hell" und "Wittlich dunkel", das schon vorm Eventum und im Passagenprojekt an der Altneugasse liegt, für "Eleganz" am Boden von 137 Parkplätzen sorgen. Dazwischen wachsen Silberlinden und am Rand Christusdorn. Diese Bäume gelten nicht nur als recht anspruchslos, sondern auch als "sehr transparent", wie Christoph Heckel, BGHplan Trier, dem Stadtrat erklärte. Der hörte auch, dass dieses Grün an der Seite der Schlossgalerie wachsen soll und darunter eine Feldahornhecke. Das dient der Optik, denn: Der einst teils bejubelte Zweckbau gilt nun den Planern als "dominantes Gebäude, dem man die Schärfe nehmen muss", weshalb ein "transparenter Baumschirm" helfe. So könnten auch die immer wieder mal zerschlagenen rostroten Kacheln am Sockel der Schlossgalerie verdeckt werden. Davor solle es noch eine Rampe gen Schlossplatz geben, plus eine Treppenanlage, auf der man sitzen kann. Und es wird noch mehr "aufgeräumt": Der Taxistand wechselt dafür auf den Schloßplatz in etwa vors Haus Mehs.
Auch am heutigen Pfützenparkplatz wird "aufgeräumt": Auf den geht es künftig ausschließlich rauf und runter über die jetzige Trasse neben dem Haus der Jugend.
Davor liegt auf der Kurfürstenstraße, was die Planer "den Clou" nennen. Denn Zebrastreifen war einmal: Künftig gibt es eine 40 Meter lange Fläche für Fußgänger, die die Straßenseite wechseln wollen. Weiterhin soll für die geplanten 1,6 Millionen Euro auch der Parkplatz hinter dem Haus der Jugend (121 Plätze) umgestaltet werden.
Fehlt noch was? Das Licht! Beziehungsweise die geplanten "Lichtatmosphären". Da, wo Fußgänger die Kurfürstenstraße queren, sollen viele Lichtstelen stehen. Eine Simulation, wie das bei Nacht aussieht, gab es schon für den Stadtrat. Dem hat alles gut gefallen: Er hat einstimmig zugestimmt. Nach der Kirmes geht\'s los: Zunächst mit dem kleineren Parkplatz hinter dem Haus der Jugend. Der Pfützenplatz wird 2014 angepackt.Meinung

Wittlich hell und dunkel
"Stadtentwicklung wird entscheidend von der Qualität öffentlicher Räume abhängen." Damit hat der Planer sicher zum Teil recht. Natürlich gehören weitere Faktoren von den Arbeitsplätzen bis zur ärztlichen Versorgung dazu. Fehlen sie, hilft auch der schönste Raum nicht. Den leistet sich nun Wittlich zwischen Fürstenhof und Schlossplatz als Planung aus einem Guss. Das ist sinnvoll, auch wenn die dafür eingesetzte Summe kein Pappenstiel ist, und auch nicht nur fürs Gröbste reichen soll, sondern auch für sogenannte Lichtatmosphäre. Noch besser wäre es, wenn so etwas gesponsort würde, etwa von den RWE, die ja tatsächlich Geld zu verschenken haben, wie sie das in Aktionen wie "Aktiv vor Ort" ja tut. Nur mal so weitergesponnen: Dann hätte Wittlich ja Geld übrig und könnte sich endlich Licht am Weg von der Ohling zur Schloßstraße leisten, das Bürger seit Jahren wünschen. Diese 20 000-Euro-Investition nebst Folgekosten wie Strom wollte sich die Ratsmehrheit nicht leisten: Das sei eine Luxusdiskussion und wecke auch Begehrlichkeiten für Beleuchtungen an anderer Stelle. Die Lichtstelen vorm Einkaufszentrum sind dagegen überhaupt kein Problem. Jedenfalls fiel dazu kein Wort in der öffentlichen Sitzung. Sie sehen ja auch einfach schön aus. s.suennen@volksfreund.deExtra

"Besser kann man's nicht machen. Und wir wollten vor vier, fünf Jahren noch einen Riesenkreisel um den Busbahnhof legen." Michael Wagner, Bündnis 90/Die Grünen. "Das bietet sich für unsere Kleinkunst, also Rapper oder was es da so gibt, an", Joachim Gerke, SPD, zur Freitreppe, an der ihn der davor liegende ZOB stört. Zu der Freitreppe, auf der auch Sitzbänke platziert werden: "Es wird ein hochinteressanter Aufenthaltsbereich für jeden, der das Stadtleben beobachten will. Die jetzigen Trampelpfade zeigen, dass da was nicht funktioniert hat", Christoph Heckel, BGHplan Trier, und: "Es ist mehr, als dass nur Parkplätze gebaut werden. Hier werden Räume, Adressen geschaffen."