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Diplomatisches Geschick ist gefragt

Diplomatisches Geschick ist gefragt

Die Wahl der Feuerwehr-Leitung Wittlich-Land war ein Spiegelbild der neu gebildeten Verbandsgemeinde: Stephan Christ (Osann-Monzel) ist neuer Wehrleiter, Andreas Becker (Laufeld) und Heiko Ensch (Burg/Salm) sind seine Stellvertreter. Somit sind Wehrleute aus Manderscheid und aus der alten VG Wittlich-Land vertreten.

Greimerath. In den Gesichtern der Feuerwehrvertreter der ehemaligen Verbandsgemeinde Manderscheid zeigte sich Enttäuschung, als Bürgermeister Dennis Junk das Ergebnis der ersten Wehrleiter-Stellvertreterwahl der Verbandsgemeinde (VG) Wittlich-Land bekannt gab. Zu der durch die Kommunalreform neu gebildeten Verbandsgemeinde gehört auch das Gebiet der ehemaligen VG Manderscheid. Deren ehemalige Wehr verfügte über 18 Stimmen. Aber nur eine Stimme mehr erhielt der Manderscheider Kandidat Andreas Becker bei der Wahl in Greimerath. Das reichte nicht. Die Wahl zum ersten Stellvertreter gewann stattdessen der 41-jährige Heiko Ensch aus Burg/Salm mit 23 Stimmen (ein ungültiger Stimmzettel, eine Enthaltung).
Es wäre ein Signal für das Zusammenwachsen der Feuerwehren in der neuen Verbandsgemeinde gewesen, wenn Becker gleich die Abstimmung zum ersten stellvertretenden Wehrleiter gewonnen hätte. Daran ändert sich auch nichts, dass der 44-Jährige bei der Wahl zum zweiten Stellvertreter als alleiniger Kandidat 37 Ja-Stimmen erhielt, und Bürgermeister Junk betonte, dass die Vertreter des Wehrleiters gleichberechtigt sind.
Dass noch viel zu tun ist, um die 26 Feuerwehren der ehemaligen VG Wittlich-Land und die 18 Teams der ehemaligen Verbandsgemeinde Manderscheid zusammenzubringen, liegt auf der Hand. Stephan Christ, der alte und neue Wehrleiter, bezweifelt das auch gar nicht. Mit 26 Stimmen gewann er zum Auftakt der Wahlveranstaltung die geheime Kampfabstimmung gegen Becker (18 Stimmen). Letztendlich sei die Zusammensetzung der neuen Wehrleitung aber so, wie man sie sich gewünscht habe, sagte Christ.
In den kommenden Monaten wird sich der 49 Jahre alte Familienvater aber wohl noch einige Male an die Worte des scheidenden Kreisfeuerwehrinspektors Willi Herres erinnern: "Der Wehrleiter muss mittlerweile ein Diplomat sein." Sozusagen als unabhängige Instanz forderte Herres Verständnis für den neuen Wehrleiter. "In einer so großen Verbandsgemeinde kann er nicht jedem gerecht werden. Er wird sich in einem Spannungsfeld bewegen", sagte er.
Zumal es auch finanziell schwierig wird, alle Wünsche zu erfüllen. Sich erst über das Notwendige im Klaren werden, dann könne man gegebenenfalls über Wünschenswertes nachdenken, sagte Junk mit Blick auf die anstehenden Haushaltsberatungen. Diese vorzubereiten und die Wünsche der Feuerwehren einzubringen, das werde eine der ersten Aufgaben für die neue Wehrleitung sein, sagte Christ. Das Trio muss sich also schnell zusammenfinden.

Meinung

Nach vorne blicken
Der Vertreter der Manderscheider im Führungstrio der fusionierten Wehr ist bei der Wahl "nur" zweiter Stellvertreter geworden. Der Frust ist deshalb verständlich, aber letztlich sind der zweite und dritte Mann in der Leitungsebene gleichberechtigt. Nun gilt es, nach vorne zu schauen und eine einsatzbereite Wehr für das gesamte Gebiet der neuen VG aufzustellen. Da ist Teamwork auf Augenhöhe gefragt. Der VG-Rat hat übrigens unlängst ein Zeichen gesetzt: Er hat beschlossen, ein neu angeschafftes Tanklöschfahrzeug in Landscheid zu stationieren, damit auch das Manderscheider Gebiet schnell zu erreichen ist. hp.linz@volksfreund.de