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Diskussion ohne Jugendliche über Jugendliche

Diskussion ohne Jugendliche über Jugendliche

In meist selbst verwalteten Jugendräumen und bei verschiedenen Organisationen können Jugendliche auf dem Land auch außerhalb von Vereinen ihre Freizeit gestalten.

Hilscheid. Jung sein auf dem Land war ein Thema bei den Teilnehmern der Hunsrück-Regionaltagung. Eine Delegation war deshalb nach Hilscheid gereist, um sich vor Ort mit Jugendlichen über deren Jugendraum zu unterhalten. Nur war leider kein Jugendlicher aus dem Dorf anwesend.
Fruchtbare Diskussion


Warum? Ein Missverständnis, sagt Ortsbürgermeister Detlef Haink. "Der Verantwortliche des Jugendraums konnte wegen beruflicher Verpflichtungen nicht da sein, und wir haben uns gegenseitig darauf verlassen, dass die Jugendlichen informiert werden", sagt er.
Trotzdem ergab sich im Hilscheider Jugendraum eine fruchtbare Diskussion, da junge Leute aus Neunkirchen gekommen waren und sich den Fragen der Tagungsteilnehmer gestellt haben. "Zwischen 20 und 25 junge Leute zwischen 13 und 24 Jahren besuchen den Jugendraum in Neunkirchen, auch aus den umliegenden Gemeinden", sagte Philipp Auler.
Eine Zahl, die die Teilnehmer ob der mit 140 Menschen relativ geringen Einwohnerzahl von Neunkirchen sichtlich beeindruckte. Der Raum sei vor drei Jahren eingerichtet worden und werde von den jungen Leuten selbst verwaltet, sagte Auler. Die Teilnehmer der Tagung interessierten sich insbesondere für organisatorische Regelungen des Jugendraums.
Wie wird der Raum verwaltet? Wie sauber gemacht? Gibt es feste Angebote, und wie ist der Einfluss der Jugendlichen im Dorf? "Unser Bürgermeister sagt, wir sollen uns zu Wort melden, ihm sei unsere Meinung wichtig", sagte Auler. Der Jugendraum werde jeweils zur Hälfte von Jungen und Mädchen besucht. Generell bestehe Alkohol- und Rauchverbot im Jugendraum, bei unter 18-Jährigen sei eine Aufsichtsperson dabei.
Die Kosten wie Strom, Heizung und Wasser würden von der Ortsgemeinde getragen. Dazu stelle diese jährlich 500 Euro für Anschaffungen zur Verfügung, sagte Auler. In den kommenden Monaten plane man eine Veranstaltung zum Thema Drogen. "Dies ist ein wichtiges Thema, denn Drogen bekommt man hier an jeder Ecke", sagte er. Stephan und Silke Hubert gaben anschließend Einblick in das Programm des CVJM Thalfang. In der Folge entspann sich zwischen den Tagungsteilnehmern eine allgemeine Diskussion über die Situation der Kinder auf dem Land.
"Viele Vereine werben um Kinder und Jugendliche, aber wer spielt im Dorf noch auf der Straße?" fragte der Thalfanger Ortsbürgermeister Burkhard Graul. Man überfrachte die jungen Leute, fürchtete er. Diese benötigten auch ungezwungene Treffs ohne Leistungszwang. cst