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Donnerstags kracht es besonders oft

Donnerstags kracht es besonders oft

Jetzt liegen sie auf dem Tisch: die Zahlen der Verkehrsunfälle, der Toten und der Verunglückten. Zufrieden ist Gregor Steffes, der die Statistik erstellte, nicht, denn es gibt wieder mehr Unfälle. Die Zahl der Verunglückten stagniert jedoch, die Personenschäden und die Zahl der Toten gingen zurück.

Morbach. Die Holzkreuze mit Kerze und Gesteck am Wegesrand sollten Mahnung sein. Zu 673 Unfällen wurden die Beamten der Inspektion Morbach 2007 gerufen - ein Anstieg um sechs Prozent. "Die Tendenz nach unten hat sich leider nicht fortgesetzt", bedauert Gregor Steffes. Die Hauptursache sieht der Beamte in der steten Zunahme des Verkehrs zwischen dem Flughafen Hahn und Luxemburg.Am gefährlichsten ist es donnerstags im Hunsrück, denn dieser Wochentag "überholt" mit 116 Unfällen sogar den Freitag mit 111 Zusammenstößen. Besondere Sorgen macht Gregor Steffes die steigende Zahl der Wildunfälle. Im Laufe der Jahre ist er zum Spezialisten geworden, was Unfälle zwischen Mensch und Tier angeht. Mit 259 Zusammenstößen von Auto, Wildschwein und Reh machen diese "Begegnungen" 40 Prozent des gesamten Unfallgeschehens bei der Polizei Morbach aus. Das ist umso bitterer, weil damit die Zahl der verletzten Personen steigt. Aber es gibt auch Positives zu melden: Die Verkehrsüberwachung der Polizei mit 120 Radar- und Lasereinsätzen macht sich positiv bemerkbar. Die Unfallursache "Geschwindigkeit" wurde um 16 Prozent verringert. Obwohl rückläufig, bleibt Alkohol am Steuer ein Problem. 72 Blutproben hatten 2007 67 Ordnungswidrigkeits-Anzeigen und fünf Strafanzeigen zur Folge.Ein weiteres Sorgenkind bleibt der LKW-Verkehr, der durch die "Achse Luxemburg-Hahn" stetig zunimmt. Hier haben die Beamten nicht nur das Tempo, sondern auch die Ladungssicherung im Auge: "Eine Gefahr, die oft unterschätzt wird", weiß Steffes. Den streckenweisen mehrspurigen Ausbau der Hunsrückhöhenstraße sieht der Beamte positiv. "Verpönt ist bei den Brummilenkern weiterhin das Anschnallen, womit die Unfallfolgen zumindest gemildert werden könnten", so seine Kritik.Zweiradfahrer zwischen 14 und 18 Jahren stehen, wie die 35 bis 50-jährigen, mit jeweils sieben Unfällen in der Statistik. Hinter die tatsächliche Zahl der Motorradunfälle wird die Polizei wohl nie kommen. Sogenannte "Alleinunfälle" können ja nicht erfasst werden."Weiterhin sind die 18- bis 24-Jährigen mit 34 Prozent am häufigsten in Unfälle verwickelt", bedauert Steffes. Die Zahl der Kinderunfälle hat sich verdoppelt. In zehn Unfällen wurden vier Kinder verletzt. Rückläufig ist die Zahl der verunglückten Senioren von 88 auf 69. Von den zwei Unfalltoten im vergangenen Jahr erlitt einer eine Herzattacke am Steuer.Jeder neunte Unfallbeteiligte suchte das Weite. Die Aufklärungsquote beträgt 41 Prozent.Extra Die wichtigsten Zahlen 2006/2007: Unfälle insgesamt: 632, plus 6 Prozent, gestiegen auf 673. Tote: 4 gesunken auf 2. Verletzte: 114 gestiegen auf 115. Unfälle mit Personenschäden: 89 gesunken auf 83. Schwerverletzte: 35 gesunken auf 33 Leichtverletzte: 75 gestiegen auf 80. Wildunfälle: 244 gestiegen auf 259, davon Rehe 40 Prozent, Wildschweine 15 Prozent. LKW-Unfälle: 100 gestiegen auf 108. Motorradunfälle: 17 gesunken auf 16.