Dorfer wollen Jugendraum behalten

Seit Jahren ist nichts mehr passiert im Jugendraum des Wittlicher Stadtteils Dorf. Der Dornröschenschlaf hat nun ein Ende: Ab 1. Oktober wird das ehemalige Feuerwehrhaus mindestens einmal in der Woche wieder geöffnet sein.

Wittlich-Dorf. Dass es so schnell gehen würde, damit hatte niemand gerechnet. Hans Floter, der Leiter des Wittlicher Hauses der Jugend, sagte zu, dass eine Praktikantin helfen werde, den Dorfer Jugendraum wieder mit Leben zu füllen. Von kommender Woche bis Dezember, jeweils dienstags ab 16 Uhr, soll die junge Frau vor Ort sein. Die Hoffnung von Floter, Dorfs Ortsvorsteher Thomas Simon und Kreisjugendpfleger Peter Caspers ist, dass dadurch der Anschub zu einer weiteren Nutzung des Jugendraums gegeben wird.
Jugend hat Priorität


Denn Interesse besteht. Mehr als 20 Kinder, Jugendliche und Eltern trafen sich am vergangenen Dienstag, um über das ehemalige Feuerwehrhaus zu reden. Eine Grundvoraussetzung: "Nur, wenn sich Leute engagieren, kann ein Jugendraum funktionieren", sagt Floter.
Das Problem: "Jugendräume sind für Jugendliche von 14 Jahren aufwärts gedacht. Jugendräume funktionieren nur mit Cliquen", erklärt Caspers. Doch Gruppen in diesem Altersbereich, wie die, die den Jugendraum in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrzehnts geführt hatten, gebe es nicht mehr, sagte ein Vater. Die Zahl der Heranwachsenden gehe zurück, und diese besuchten viele unterschiedliche Schulen.
Ein 14-jähriges Mädchen erzählte, dass sie nach Schweich aufs Gymnasium fahre. Zurück zu Hause ist sie selten vor 16.30 Uhr. Aber der Jugendraum als Ort, an dem sich die verstreute Dorfer Jugend treffen könne, ist etwas, was sie und ihre Freundinnen sich vorstellen können.
Vor drei Jahren wurde der Dorfer Jugendraum unter Aufsicht einer Mutter bereits für Angebote an jüngere Jugendliche genutzt.
Etwas Ähnliches könnten sich die Eltern auch in Zukunft vorstellen. "Dann besteht die Möglichkeit, dass jemand da reinwächst", hofft Simon. Die Nutzung als Lagerraum für die Vereinsgemeinschaft sei jedenfalls erst einmal vom Tisch: "Priorität hat die Jugend!"

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