Dorferneuerungsprogramm: Alte Häuser attraktiv machen

Kommunales : Alte Häuser attraktiv machen

Manche leer stehenden alten Häuser im Dorfkern finden eher einen Käufer, wenn die Ortsgemeinde einen Zuschuss verspricht. In Osann-Monzel konnten so bereits acht Häuser vor dem Dauer-Leerstand bewahrt werden.

Schon in der Römerzeit gab es erste Siedlungen auf der Gemarkung der heutigen Gemeinde Osann-Monzel in der Verbandsgemeinde Wittlich-Land. Die Ortschaft selbst wurde wohl im 8. Jahrhundert gegründet. So alt ist der Hausbestand in Osann-Monzel zwar nicht mehr, aber dennoch gab und gibt es den einen oder anderen schon etwas älteren Leerstand in der Gemeinde.

Manch einen Interessenten schreckt so ein Haus ab, weil er nicht absehen kann, was alles repariert werden muss. Um diese Häuser attraktiver zu machen, hatte die Gemeinde vor einem Jahr ein „Förderprogramm für private Baumaßnahmen zur Stärkung der Dorfentwicklung“ verabschiedet. Das Programm sieht Förderungen in Höhe von bis zu 10 000 Euro für Renovierungen, Abrisskosten und auch Planungskosten vor. Familien mit Kindern erhalten dabei sogar eine zusätzliche Förderung in Höhe von 1000 Euro. „Uns geht es vor allem darum, junge Familien nach Osann-Monzel zu ziehen. Wir wollen versuchen zu verhindern, dass drohende Leerstände im Ort keine Leerstände auf Dauer werden,“ erklärt Armin Kohnz, Ortsbürgermeister von Osann-Monzel.

Das Förderprogramm werde aus dem laufenden Haushalt finanziert und sei nochmals bis 2023 verlängert worden, lässt Kohnz wissen. „Wir haben seit 2018 acht Maßnahmen fördern können, vier weitere sind in der Beantragung, zwei junge Familien haben sich hier schon angesiedelt,“ berichtet Kohnz. Insgesamt seien bisher 20 000 Euro abgerufen worden, es würden aber noch weitere Auszahlungen folgen. „Wir versuchen, die Anträge möglichst schnell zu bearbeiten,“ versichert der Ortschef. Das Verfahren: Der interessierte Käufer schreibt einen Antrag, das mit einem Exposé des Objektes ergänzt wird. Dann folgt die Sitzung des Ausschusses der Gemeinde, eine Ortsbesichtigung mit dem Antragssteller folgt, nach der dann über den Antrag entschieden wird. Kohnz verweist auch darauf, dass das Geld oft in der Region bleibe, denn auch die Handwerksbetriebe vor Ort würden schließlich davon profitieren, in dem sie Aufträge der Antragssteller erhalten. Aktuell gäbe es nur noch sehr wenige Leerstände in Osann-Monzel. „Für uns ist das Programm ein voller Erfolg,“ versichert Kohnz.

Und das kann die junge Familie Baumeister bestätigen, die ein altes Haus am Mittelweg gekauft hat. „Das Haus steht neben dem Haus meiner Schwiegermutter, das ist optimal, auch wegen der Versorgung der Kinder,“ erzählt der junge Familienvater Simon Baumeister.

Im Haus haben sie viele Sanierungsarbeiten selbst erledigt, aber ein dicker Brocken war noch fällig: die Dachsanierung. Und dafür waren die insgesamt 12 000 Euro, die Baumeisters von der Gemeinde erhalten haben, gut angelegt. „Der Zuschuss nimmt uns den Druck weg und entlastet schon sehr, denn es sind auch viele andere Dinge zu bezahlen, wie das Gerüst, Anstrich und weitere Arbeiten,“ erzählt Baumeister. Der Antrag sei schnell abgewickelt gewesen. „Wir haben hier kurze Wege zum Bürgermeister. Dann stand auch schon bald der Bauausschuss vor der Tür und hatte die Sache begutachtet. Wir mussten dann nur noch die Rechnungen einreichen,“ sagt Baumeister.

Ohnehin sei es schwierig gewesen, in Osann-Monzel ein Haus zu finden. Seine Frau Angela pflichtet ihm bei: „Osann-Monzel ist sehr beliebt und die Nachfrage ist groß.“Jetzt will das junge Paar mit zwei Kindern das Haus Schritt für Schritt ausbauen. Was ihnen am Altbau im Ortskern besonders gefällt? „Wir wohnen hier mittendrin und sind nicht so abgeschieden, es sind nette Nachbarn um einen herum. Hier fühlt man sich aufgehoben,“ sagt Baumeister.

Mehr von Volksfreund