Kulturgut: Dorfkapelle hat viele gute Geister

Kulturgut : Dorfkapelle hat viele gute Geister

Das Wengerohrer Kleinod wird von den Mitgliedern des Freundes- und Förderkreises gepflegt. 2017 wurde ein Teil des Dachs erneuert.

Wenn sich Alexandra Thomes an ihre Hochzeit in der alten Dorfkapelle erinnert, gerät sie ins Schwärmen. „Es war eine warme Atmosphäre, die Kirche hat Charme und man merkt, wie viel Arbeit und Herzblut hier drinsteckt.“ Durch einen Freund ihres Mannes wurde  sie auf die Möglichkeit, in der alten Dorfkapelle zu heiraten, aufmerksam. „Wir hatten etwa 100 bis 150 Personen, und da hat die Kapelle von der Größe her sehr gut gepasst. Außerdem hat uns fasziniert, wie sehr sich der Förderverein für das Gebäude einsetzt.“

Seit November 2006 besteht der Freundes- und Förderkreis alte Dorfkapelle St. Johannes, der momentan 158 Mitglieder hat. Sie haben auch dafür gesorgt, dass das Dach der Kapelle im vergangenen Jahr teilweise neu eingedeckt werden konnte. Norbert Bidinger, zweiter Vorsitzender sagt: „Die Wetterseite des Daches und der Unterbau waren schlecht, so dass die Verbretterung und der Schiefer ausgewechselt werden mussten. Insgesamt sind 120 Quadratmeter Dachfläche erneuert worden.“

Viel Geld hat dabei die Entsorgung der alten Dacheindeckung gekostet, denn hier ist Asbest mit verarbeitet gewesen, das entsorgt werden musste. Die Kosten für die Maßnahme lagen bei rund 25 500 Euro. Davon hat das Bistum Trier 12 300 Euro übernommen und der Verein 13 200 Euro Euro. Unterstützung bekamen die Förderer und Freunde der alten Dorfkapelle St. Johannes von der Stiftung der Stadt Wittlich, der evangelischen Kirche, der Frauengemeinschaft, den Raspelkindern und den örtlichen Bankinstituten. „Wichtig waren zudem die vielen Einzelspenden zwischen 15 und 200 Euro.“

Die Mitglieder haben aber nicht nur Spenden gesammelt, sondern waren selbst aktiv. Bei der Advents­einstimmung und dem Kapellenfest im Sommer, die regelmäßig stattfinden, wurden die Erlöse für die Dachsanierung eingesetzt. Dazu Norbert Bidinger: „Wir haben sehr engagierte Mitglieder. Wenn wir bei einer unserer Veranstaltungen Unterstützung brauchen, ist das kein Problem, Leute zu finden.“

Der Verein verfolgt den Zweck, das Bauwerk, dass vor über 400 Jahren gebaut wurde, zu erhalten. Zudem soll es mit Leben erfüllt sein. Jedes Jahr finden drei bis vier Gottesdienste dort statt, einer im Mai, einer zu Erntedank und dazu kommen Taufen und Hochzeiten. Neben kirchlichen Veranstaltungen haben dort bereits Konzerte der Kreismusikschule, Lesungen und sonstige kleinere Konzerte stattgefunden.

Die Außenanlagen der Kapelle, die der Pfarrei St. Peter in Wittlich-Wengerohr gehört, werden ebenfalls von den Vereinsmitgliedern gepflegt. Der zweite Vorsitzende berichtet: „Die Mitglieder halten das Gotteshaus innen und außen sauber, und wir machen kleinere Reparaturen oder streichen an.“ 2013 war für die alte Dorfkapelle ein besonderes Jahr, denn die alte Stahlglocke, die bis dahin ihren Dienst getan hat, wurde gegen eine neue 70 Kilogramm schwere mit automatischem Geläut ausgetauscht. 8000 Euro wurden damals investiert. Für die nächsten Jahre steht an Investitionen die Restfläche des Daches an.