Dorfplatz am Gestade

Trotz eines Defizits bei den Pflichtaufgaben will Lösnich in diesem Jahr endlich die Gestaltung eines Dorfplatzes anpacken sowie zusätzliche Parkmöglichkeiten schaffen.

Lösnich. Im Laufe des Jahres soll es Ernst werden mit dem Lösnicher Dorfplatz am Gestade, der parallel zur Mosel verlaufenden Straße. Die Gestaltung des derzeit brach liegenden Areals hat der Kauf des ehemaligen Bahngeländes ermöglicht. Neben einem Treffpunkt für Bürger und Urlauber sollen auch zusätzliche Parkmöglichkeiten geschaffen werden. Die im Haushalt bereitstehenden 102 500 Euro beinhalten einen 50-prozentigen Landes-Zuschuss aus dem Investitionsstock. Weitere Einnahmen erhofft sich die Gemeinde mit der Verpachtung eines Teils der etwa 30 Stellplätze.

In Verbindung mit dem Platz steht die Erschließung des Neubaugebietes "Auf der Eichwies" an. Die Planung für die vier Parzellen in Richtung Kindel wird 10 000 Euro kosten. Etwa doppelt so teuer wird die Sanierung der Bürgerhaus-Wohnung. Weitere 9300 Euro fließen in den Kindergarten Zeltingen sowie 5000 Euro in die Pfarrkirche und 2000 Euro in einen Themenwanderweg. Außerdem will Lösnich je 3000 Euro in Hubertusbrunnen und Dorferneuerung investieren.

Zur Finanzierung der 154 800 Euro sind 104 800 Euro Kredit vorgesehen. Derzeit betragen die langfristigen Schulden knapp 120 000 Euro, also Pro-Kopf rund 277 Euro (37 Euro unter dem Landesdurchschnitt).

Allerdings schafft der Ort es 2009 nicht, seine Pflichtaufgaben ohne Defizit zu erfüllen. Bei 350 900 Euro Erträgen und 378 360 Euro Aufwendungen fehlen 27 460 Euro, die sich durch vorsorgliche Abschreibungen noch erhöhen. Die Hebesätze für Steuern und Gebühren bleiben aber unverändert. Erheblichen Anteil am Defizit haben laut Kämmerer Günter Wagner die geringeren Schlüsselzuweisungen des Landes sowie die höheren Umlagen an Kreis und Verbandsgemeinde. Das Minus bei der Einkommenssteuer (88 800 Euro statt 90 541 Euro in 2008) schmerzt weniger.

Dennoch stehen allein durch die Veränderungen bei Steuern und Umlagen mehr als 50 000 Euro weniger zur Verfügung als 2008.

Umso mehr würde sich Ortsbürgermeister Norbert Franz über Hilfe aus Erden freuen. Zwar ist die Beleuchtung der Lösnicher Brücke, die den Nachbarn je zur Hälfte gehört, inzwischen abgebaut. Doch zuvor war Lösnich 40 Jahre versehentlich zu 100 Prozent statt mit zwei Dritteln der Betriebskosten belastet worden. Wegen der Verjährung sei da zwar rein rechtlich nichts mehr auszurichten, kommentiert Franz.

Doch da es hier um eine Summe von rund 8000 Euro gehe, die Erden bei regulärer Berechnung gezahlt hätte, hofft der Ortsbürgermeister auf eine solidarische Lösung.