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Dreck-weg und CleanUp: An der Mosel wird aufgeräumt

Umwelt : Dreck-weg und CleanUp: An der Mosel wird aufgeräumt

In den vergangenen beiden Jahren gab es am Rhein großangelegte Müllsammelaktionen, um die Ufer zu reinigen. Jetzt sollen auch die Moselufer in einer großangelegten Aktion vom Müll befreit werden.

Die Bilanz der Müllsammel-Aktion am Rhein ist beeindruckend: Beim RheinCleanUp, das seit 2018 stattfindet, wurden nach eigenen Angaben 2019 mit über 20 000 Helfern in 113 Kommunen von der Schweiz bis in die Niederlande 170 Tonnen Müll gesammelt.

Am 12. September soll die, laut Veranstalter, „größte Müllsammelaktion Europas“, auf die Mosel ausgeweitet werden. Unter dem Namen MoselCleanUp werden entlang der 544 Kilometer, die die Mosel von den französischen Vogesen bis zum Deutschen Eck in Koblenz fließt, die Ufer von Müll befreit. Wegen Corona sollen sich maximal zehn Personen zusammenschließen –  Vereine, Unternehmen oder Privatgruppen. Insgesamt 53 Gruppen (Stand: 2. September), hätten sich bisher angemeldet, sagt Organisator und Medienkoordinator Joachim Umbach.

Laut Willi Kohlmann (68), ebenfalls Organisator der Aktion seien die Nebenflüsse mitverantwortlich für die Verschmutzung des Rheins, daher sei es logisch sich nun auch die Mosel vorzunehmen. Für das nächste Jahr sollen auch die Saar und der Main ein eigenes CleanUp erhalten.

Die Veranstalter haben große Ziele. „Wenn man Bewusstseinsänderung will, muss man etwas größer denken.“, so Umbach. Vor allem die französische Seite soll mehr eingebunden werden: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, ein europäisches Projekt zu werden.“, sagte Ingo Lentz, dritter Organisator. Das wird natürlich teuer. Der Hauptsponsor Deutsche Postcode Lotterie habe daher etwa  100 000 Euro für die Finanzierung von Werbung und Ausrüstung zur Verfügung gestellt.

Auf der Website www.moselcleanup.org kann man seine Gruppe anmelden oder sich einer bereits bestehenden Aktion anschließen. Im Kreis Bernkastel-Wittlich haben Elke Schnabel, Ortsbürgermeisterin von Reil, und Rudolf Bucher Ortsbürgermeister von Burg (Mosel), solche Aktionen erstellt.

In Reil hätten sich bisher vor allem Familien angemeldet, so Schnabel. Es sei geplant in Gruppen das Ufer zu reinigen, so könnte man Abstand halten, es werde aber auch Kontaktlisten geben. Das MoselCleanUp ersetzt in diesem Jahr in Reil den durch Corona ausgefallenen Dreck-weg-Tag, bei dem sich statt auf das Moselufer vorrangig auf Straßen und Wege konzentriert werde. Diese Dreck-weg-Tage sollen in Zukunft sogar vierteljährlich stattfinden, an einem weiteren MoselCleanUp würde sie sich aber dennoch beteiligen, sagt  Schnabel. Kritik gab es lediglich am Datum, im Frühjahr sei die Vegetation günstiger. „Jetzt ist das so zugewachsen, dass man den Müll teilweise gar nicht sieht“, sagte Schnabel dem Trierischen Volksfreund.

In Burg hingegen hat Bucher sich vor allem an die Vereine gewendet. Feuerwehr und Jägerschaft haben bereits zugesagt beim MoselCleanUp mitzuhelfen. Bucher rechnet aber noch mit vielen weiteren Teilnehmern. Schon um neun Uhr morgens sollen die Gruppen zum Müllsammeln losziehen, zum Transport sollen Traktoren mit Hängern zum Einsatz kommen.

 Auch Bucher verwies auf den ausgefallenen Dreck-weg-Tag und will diesen nun zusammen mit dem CleanUp nachholen. Sollte das MoselCleanUp auch in den nächsten Jahren stattfinden, so wolle man den Dreck-Weg-Tag zukünftig parallel dazu abhalten.