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Drehleiter und Sprungpolster - aber kein Wasser

Drehleiter und Sprungpolster - aber kein Wasser

Rund 30 Feuerwehrleute nutzten die feuchtkalte Witterung, um sich bei einem Übungseinsatz der Stützpunktwehr Kues gezielt diesen Bedingungen zu stellen.

Bernkastel-Kues. (urs) Jeder Handgriff sitzt. Kaum vor Ort, bringen die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr auch schon das Sprungpolster in Position. Schließlich gilt es zuallererst, Menschen in Sicherheit zu bringen. Die Brandbekämpfung rangiert erst an zweiter Stelle, wie bei der Übung in der Bergstraße in Bernkastel-Kues deutlich wird. Denn kaum hat sich ein vom Rauch bedrohter "Hausbewohner" mit einem Sprung auf das Polster in Sicherheit gebracht, bringen die Helfer auch schon die Drehleiter in Position. Denn im Gebäude sollen sich weitere Personen befinden.

Andere Wehrleute rollen derweil die Schläuche aus und schließen sie an. Doch auf den Befehl "Wasser marsch!" warten Zaungäste an diesem Tag vergebens. "Die Nachbarschaft fände es nicht toll, wenn wir ihnen alles vereisen würden", erklärt Einsatzleiter Bernd Herges. Mit Blick auf das feuchtkalte Wetter hat der Wehrführer der Stützpunktwehr Kues daher eine Trockenübung angeordnet: "Ohne Wasser auf den Schläuchen". Mit dem Drehleiterfahrzeug sind insgesamt sechs Fahrzeuge im Einsatz - darunter auch ein Dekontaminationslastwagen.

Der stellvertretende Verbandsgemeinde-Wehrleiter Norbert Burbach lobt den Verlauf der Übung. Die Wehrleute hätten den Übungsschwerpunkt, die Personenrettung, diszipliniert und nach Vorschrift umgesetzt. Das Besondere an dem Einsatz sei der Zeitpunkt. Die Übung sei bewusst in die kalte Jahreszeit verlegt worden, um sich mit diesen Bedingungen auseinandersetzen zu können.

Eine in Kues alltägliche Besonderheit ist das Miteinander von Wehrleuten aus Bernkastel, Kues, Andel, Wehlen, Lieser, Longkamp und Brauneberg-Filzen. "Wir haben Leute, die hier seit zehn Jahren aktiven Dienst machen, obwohl sie gar nicht Mitglied der Kueser Wehr sind", lobt Herges deren zusätzliches Engagement. Beweggründe seien neben der intensiven Ausbildung das beständige Üben an dem großen und teuren Gerät. Langfristig hält er Kooperationen daher für unverzichtbar: "Das ist eigentlich der Weg bei den größeren Wehren."