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Drei Azubis aus der Region holen Höchstpunktzahl bei Abschlussprüfung

Drei Azubis aus der Region holen Höchstpunktzahl bei Abschlussprüfung

In der Region Trier wachsen große Talente heran: Drei Auszubildende aus Pünderich, Wittlich und Daun haben ihre Prüfung als beste Auszubildende in ganz Deutschland abgeschlossen. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat die drei „Super Azubis“ deshalb neben 180 weiteren Auszubildenden im Theater Trier geehrt.

So viel vorab: Ein Monat Vorbereitung kann reichen, um Deutschlands bester Auszubildender zu werden. So war es zumindest bei Baustoffprüfer Lukas Zimmer und Elvira Weimer, Kauffrau für Tourismus und Freizeit.
"Zuerst hatte ich ein ganz schlechtes Gefühl", sagt Elvira Weimer. Einen Monat abends nach der Arbeit und am Wochenende hatte die 23-jährige Daunerin für ihre Abschlussprüfung gelernt. Trotz schlechtem Gefühl, war sie dann besser als ihre rund 430 Kollegen aus ganz Deutschland.

Bei ihrem Ausbildungsbetrieb AKE-Eisenbahntouristik in Gerolstein lernte sie das umfassende Handwerk für eine perfekte Bahnreise kennen: Weimer ist in ihrem Job viel unterwegs, reist von Rügen bis zum Gardasee.
Wenn es sein muss, stellt sie sich auch mal mit einem Alleinunterhalter auf die Bühne und musiziert mit ihm, erzählt sie schmunzelnd eine Anekdote aus Südtirol. Eine besondere Neigung zu Zügen habe sie vorher nicht gehabt: "Mit einer Modellbahn habe ich zu Hause nie gespielt."

Anfang Juli wurde sie fest im Betrieb übernommen und möchte in jedem Fall im Bereich Tourismus weiter arbeiten. "Ich schätze ihre Zuverlässigkeit, und dass sie ein wunderbarer Teamplayer ist", sagt Chef Jörg Petry. Deshalb habe er ihr auch bereits im zweiten Lehrjahr angeboten, sie zu übernehmen. "Damals ahnten wir noch nicht, dass sie einmal Deutschlands Beste wird. Wir sind mächtig stolz!", lobt der Reiseunternehmer.

Lukas Zimmer, ebenfalls einer der Top-Drei in der Republik, stammt aus Pünderich und absolvierte eine Ausbildung bei der Holcim GmbH. Der Baustoffhersteller aus Hamburg betreibt ein Betonwerk am Trierer Hafen. Mit 95 von 100 Punkten lieferte Zimmer das beste Ergebnis ab. "Nach der Prüfung habe ich erstmal eine Woche Urlaub gemacht", sagt der 20-Jährige.

"Wir sind wirklich stolz auf Lukas und gratulieren herzlich zu diesem Top-Ergebnis”, kommentiert Ausbilder Thomas Hoffmann den Erfolg. Baustoffprüfer Kai Häckmanns, der seinen jungen Kollegen in der Ausbildungszeit mitbetreut hat, lobt Zimmers Engagement: "In den ersten Monaten ist Lukas täglich 60 Kilometer von seinem Wohnort bis nach Trier gefahren, bis er sich eine Wohnung in der Nähe gemietet hat."

Der frisch gebackene Baustoffprüfer wohnt und arbeitet mittlerweile im 500 Kilometer entfernten Hannover, hat sich dort durch seinen Sport, Rugby, und seine Wohngemeinschaft gut eingefunden. Dennoch stört ihn etwas nach dem firmeninternen Wechsel: "Die Arbeit hier ist sehr monoton. Die Überwachung hier im Zementwerk ist viel routinierter, und es gibt weniger wechselnde Tagesabläufe." Auf die Ehrung und den Besuch in Berlin freut er sich: "Da war ich noch nie." Er bleibt bescheiden. "Ein guter Freund war bei der Prüfung nur um einen Punkt schlechter, ich bin nun offiziell ‚der Beste‘, aber in der Tat ist er genauso gut wie ich."

Der Wittlicher Ausbildungsbetrieb Hans-Jürgen Müller stellt bereits das zweite Jahr in Folge die beste Fachkraft für Metalltechnik in der Fachrichtung Konstruktion. In dem Betrieb werden auch Jugendliche ausgebildet, die in der Wittlicher Jugendstrafanstalt (JSA) sind. Ulrich Schneider, Geschäftsführer Ausbildung der IHK Trier, lobt das Engagement des Betriebs. "Mit einer fundierten Ausbildung erhöhen jugendliche Strafgefangene deutlich ihre Chancen auf ein geregeltes Leben nach ihrer Haft."

Das zeigt auch das aktuelle Beispiel. Ein ehemaliger Insasse der JSA gehört auch zum erlauchten Kreis der besten Azubis Deutschlands. Er arbeitet und lebt inzwischen außerhalb der Region. Bereits im vergangenen Jahr zählten drei Azubis aus der Region zu Deutschlands Besten. "Das zeigt, dass unsere Ausbildungsbetriebe und die Berufsschulen nachhaltig hervorragende Arbeit leisten", erklärt Jan Glockauer, Hauptgeschäftsführer der IHK Trier.

Diese Erfolge feierte die IHK-Trier gestern mit mehr als 180 Auszubildenden im großen Haus des Trierer Theaters. Am 5. Dezember reist das regionale Top-Trio zur nationalen Besten-Ehrung nach Berlin. Übrigens sind nicht nur einzelne Talente der Region besonders erfolgreich, sondern es werden auch potenziell mehr: Ende September lag die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Bereich der IHK bereits bei 1918. Das sind 4,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.