Drei Gemeinden planen gemeinsam einen Windpark

Drei Gemeinden planen gemeinsam einen Windpark

Die Gemeinden Lückenburg, Neunkirchen und Talling planen einen gemeinsamen Windpark. Sechs Windräder könnten dort Strom für bis zu 12 600 Haushalte erzeugen. Doch noch ist unklar, ob die Pläne umgesetzt werden können.

Lückenburg/Neunkirchen/Talling. Noch ist offen, ob sich die Hoffnungen in Lückenburg, Neunkirchen und Talling auf einen Windpark (der TV berichtete) erfüllen werden. Die Realisierung wird vor allem von den noch zu erstellenden Gutachten abhängen. Sollten in dem Gebiet geschützte Tiere oder Pflanzen beheimatet sein, könnte der Traum ausgeträumt sein.
Pläne hätten sich durchkreuzt


Sollte der Park jedoch Wirklichkeit werden, wäre das insbesondere den drei Ortsbürgermeistern zu danken. Denn ohne deren Willen, das Projekt gemeinsam zu stemmen, wäre es gar nicht möglich, für jeden Ort zwei Anlagen zu errichten. Wegen erforderlicher Genehmigungen und einzuhaltender Abstände könnten sich die Gemeinden die Pläne gegenseitig durchkreuzen.
Reiner Roth (Lückenburg), Richard Pestemer (Neunkirchen) und Erich Thösen (Talling) war daher schnell klar, dass es nur miteinander geht. Jede Gemeinde wird aber einen eigenen, jeweils gleich lautenden, Vertrag mit dem Betreiber abschließen.
Axel Straube, der das Konzept der Wörrstadter Firma Juwi vorgestellt hat, schätzt, dass die Anlagen im günstigsten Fall 2013 stehen könnten.
Vor mehr als 60 Bürgern der drei Orte stellte er in Lückenburg das "Pilotprojekt", das Gemeindegrenzen überschreitet, vor. Geplant seien bis zu 200 Meter hohe Anlagen mit je 3000 Kilowatt Leistung und einem Jahresertrag von etwa sieben Millionen Kilowattstunden, dem Verbrauch von rund 2100 Haushalten.
Kritiker der von der Bundesregierung beschlossenen Energiewende meldeten sich in Lückenburg nicht zu Wort. Dafür aber auffallend gut informierte Bürger, die vom Schüler bis zum Senioren einen unsichtbaren Katalog abzuarbeiten schienen. Die Fragen reichten vom zu erwartenden Geräuschpegel, etwaigem Schattenwurf und einzuhaltenden Abständen über Einnahmen, Beteiligungsmodelle, Rückbau oder Risiken für die Gemeinde bis zu Alternativen der üblichen "Rotlichtbefeuerung".
Ein Tallinger wollte zudem wissen, wie viel Wald pro Windrad weichen müsse, ob sich das auf die Stabilität der Bestände auswirke und wie Wildtiere darauf reagierten. Auch die etwaige Auslastung der Netzkapazitäten sowie Speichermöglichkeiten interessierten die Bürger. Ein Schüler regte sogar an, beim Verlegen von Leitungen DSL-Kabel für den Zugang ins weltweite Datennetz mit reinzupacken.
Die Überlegung, dass Kommunen ohne geeignete Flächen außen vor sind, konnte Roth teilweise entkräften. Da der Zweckverband der zwölf Gemeinden auch im Haardtwald einen gemeinsamen Windpark plane, partizipierten langfristig zumindest diese Orte.
Roth war auch der falsche Adressat für die Sorge eines Bürgers, die Dörfer könnten im Zuge der Kommunalreform eingemeindet werden. Die lange ersehnten Einnahmen würden dann ja an die Einheitsgemeinde Morbach gehen, so die Befürchtung. Ortsbürgermeister Roth betonte, die Selbstständigkeit der Thalfanger Orte bleibe "unangetastet".
Gemeinden wollen "dranbleiben"


Laut Bürgermeister Thösen werden die Räte der drei Gemeinden am Thema weiter "dranbleiben". Bereits für diese Woche seien die nächsten Beratungen anberaumt.
Der Neunkirchener Ortsbürgermeister Pestemer stellte zudem in Aussicht, auch diejenigen Ortsgemeinden, die keine Chance auf Windräder auf ihrem eigenem Gebiet haben, weiter im Blick zu behalten. Schließlich zählten sowohl Neunkirchen als auch Lückenburg bisher zu den diesen. urs

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