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Drei Hosenbeine für zwei Weltmeister

Drei Hosenbeine für zwei Weltmeister

Mehrere Hundert Menschen gratulierten am Freitagabend in Zeltingen-Rachtig Jost und Matthias Schömann-Finck. Die Ruder-Weltmeister weilten allerdings nur kurz in ihrem Heimatort.

Zeltingen-Rachtig. (teu) Das hing nicht an Pia Goss und Irmhild Lamberty. Und dass, obwohl die beiden Rudererinnen Jost und Matthias Schömann-Finck in einen speziellen Trainingsanzug drängten. Das Kleidungsstück hat nur drei Hosenbeine und zwei an der Brust zusammengenähte T-Shirts und ist für zwei Personen gedacht. Die gemeinsame Fortbewegung darin soll die Harmonie fördern. Das stellten sich zumindest Goss und Lamberty so vor. Als Jost und Matthias Schömann-Finck am vergangenen Freitagabend ihre ersten Schritte versuchten, wären die frischbebackenen Ruder-Weltmeister fast von der Bühne gefallen.

Mehrere hundert Gratulanten auf dem Marktplatz freuten sich über die Auflockerung des Programms. Die Schar der Gratulanten war nämlich lang. "Wir sind froh und stolz, dass uns so viele Leute einen solchen Empfang bereitet haben. Wir kommen immer wieder gerne nach Zeltingen zurück", sagte Olympia-Teilnehmer Jost Schömann-Finck, und sein Bruder Matthias ergänzte: "Dass sich so viele mitfreuen, macht die Sache doppelt so schön."

"Für die Jugend kann so ein Titel nur Ansporn sein, sich in die Riemen zu legen. Solche Frontmänner braucht ein Verein. Der Weltmeistertitel war am vergangenen Sonntag das Thema auf dem Rachtiger Straßenfest", erzählte Zeltingen-Rachtigs Ortsbürgermeister Werner Kappes. "Mit ihrem sportlichen Erfolg haben die beiden die Ortsgemeinde Zeltingen-Rachtig und die Mittelmosel ein Stück weit ins Blickfeld der Weltöffentlichkeit gerückt", sprach der Bürgermeister der VG Bernkastel-Kues, Ulf Hangert, vom touristischen Werbeeffekt.

Die Weltmeister freuten sich besonders über kleine finanzielle Zuwendungen der Gratulanten. "Ruderer sind auch als Weltmeister Amateure und müssen sich ihre Brötchen verdienen", erklärte der Vorsitzenden des Ruderverbands Rheinland, Reiner Freund. Die Kosten für die Nationaltrikots übernahm beispielsweise ihr Stammverein, die Rudergesellschaft Zeltingen.

Lange feiern konnten Jost und Matthias Schömann-Finck nicht: Bereits am Samstag stand am Saarbrücker Olympiastützpunkt wieder Training mit Martin und Jochen Kühner im Leichtgewichts-Vierer auf dem Programm. Denn in zwei Wochen geht's zu den Europameisterschaften nach Weißrussland.